Montag, 19. Februar 2018

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Passionskonzert FRECHBLECH Gemünden

GEMÜNDEN. Zu einer Musik zur Passion lädt Frechblech, das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald,

am Samstag, 3. März um 19 Uhr

in die Evangelische Stiftskirche St. Severus an der Hauptstraße 38 in 56459 Gemünden ein.

Unter der bewährten Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller musiziert das Wäller Ensemble geistliche Musik von Heinrich Schütz, Johann Michael Bach, Johann Sebastian Bach, Zsolt Gárdonyi und Christian Sprenger; die wertvolle Schölerorgel spielt Martin Löw aus Goddert. Der Eintritt ist frei!

Der Valentinstag - Tag der Liebenden

Entstehung und Bedeutung

Von Hans-Peter Meyer

Der Valentinstag (am 14. Februar des Jahres) gilt in einigen Ländern als Tag der Liebenden. Der Name des Tages wird heute zumeist auf die Legende des Bischofs Valentin von Terni zurückgeführt. Der religiöse, in der kirchlichen Liturgie wurzelnde Ursprung des Feiertages besteht darin, dass am 14. Februar in manchen Kirchen die Ankunft Jesu als himmlischer Bräutigam zur Himmlischen Hochzeit gefeiert wurde.

An Popularität gewann der Valentinstag durch den Handel mit Blumen, besonders jedoch durch die umfangreiche Werbung der Floristen. Der Tag wird mit traditionellem Brauch vermischt, ähnlich dem in den 1990er Jahren populär gewordenen und über die USA aus Irland importierten Halloween

Brauchtum…

Die Popularität des Datums im angelsächsischen Bereich beruht auf einem Gedicht des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer, „Parlament der Vögel“ (Parlement of Foul(e/y)s), das 1383 vermutlich aus Anlass einer Valentinsfeier am Hof Königs Richard II. fertig gestellt und erstmals öffentlich vorgetragen wurde. In dem Gedicht von Chaucer wird dargestellt, wie sich die Vögel zu eben diesem Feiertag um die Göttin Natur versammeln, damit ein jeder einen Partner finde.

Seit dem 15. Jahrhundert werden in England Valentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken. Die Verbindung mit Blumengeschenken könnte auf die Gattin des Dichters Samuel Pepys zurückgehen, die 1667 mit einem Blumenstrauß auf Pepys´ Liebesbrief reagierte. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der noblen britischen Gesellschaft nachgeahmt.

Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die „Neue Welt“, die USA – und so kam durch US-Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg dieser Brauch nach Deutschland; 1950 veranstaltete man in Nürnberg den ersten „Valentinsball“; der Valentinstag wurde offiziell eingeführt. Allgemein bekannt wurde er durch die dann verstärkt einsetzende Werbung der Floristen und der Süßwarenindustrie.

Konfekt, Karten, Parfum…

Es gibt inzwischen unter anderem Valentinskonfekt, Valentinskarten und Parfums, doch die wichtigsten Geschenkartikel am Valentinstag sind nach wie vor Blumen. Während das Jahr über hauptsächlich Frauen Blumen kaufen, sind es am Valentinstag überwiegend Männer. Die Preise vor allem für rote Rosen steigen zu diesem Anlass stark an.

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen ihre Ehemänner, männliche Kollegen, Chefs usw. mit Schokolade. Dafür dürfen sie dann einen Monat später am White Day weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten. Mittlerweile erfreut sich dieser Tag auch in der Volksrepublik China bei jungen, am westlichen Lebensstil ausgerichteten Chinesen zunehmender Beliebtheit. In Brasilien wird der Valentinstag am 12. Juni gefeiert.

Aber auch in Europa haben sich eigene Traditionen herausgebildet. In Italien treffen sich die Liebespaare meist an Brücken oder auch Gewässern. Dort sind häufig Vorrichtungen angebracht, an denen man z. B. ein Fahrrad anschließen kann. Diese werden zweckentfremdet, in dem einfach ein Vorhängeschloss angebracht wird. Auf das Schloss schreiben die Liebenden ihre Initialen, manchmal mit Datum, bei großen Schlössern sieht man sogar aufgeklebte Fotos des Paares.

Dieses Schloss wird angeschlossen, dann werfen die beiden jeder einen Schlüssel ins Wasser und wünschen sich dabei etwas. Obwohl die Wünsche danach nicht geäußert werden sollen, wünschen sich die Meisten, die ewige Liebe gefunden zu haben. So sammeln sich immer mehr Schlösser zu dicken Klumpen.

In Finnland wird der Valentinstag als „Freundschaftstag“ gefeiert, an dem man − meist anonym − denen, die man sympathisch findet, Karten schickt oder kleine Geschenke übermittelt. Dieser „Freundschaftstag“ ist gegenüber dem angelsächsischen oder kontinentaleuropäischen „Valentinstag“ deutlich enterotisiert. In westslawischen und sorbischen Gebieten Ostdeutschlands fällt in die Zeit um den Valentinstag das Fest der so genannten Vogelhochzeit. Dazu gehört das Volkslied „Die Vogelhochzeit“ („Ein Vogel wollte Hochzeit halten …“)

Die Legende…

Die Tradition des Valentinstags wird heute zumeist auf die Legende von Bischof Valentin von Terni zurückgeführt, der als christlicher Märtyrer starb. Mehrere Orte in Deutschland behaupten, die Gebeine als Reliquien zu verwahren, wie zum Beispiel die bayerische Stadt Krumbach, Landkreis Günzburg. Auch in der Kirche Santa Maria in Cosmedin in Rom werden die angeblichen Reliquien ausgestellt.

Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus der Bischof der italienischen Stadt Terni (damals Interamna). Er hatte laut dieser Legende einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem hat er der Legende nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Eine Legende bezieht den Todestag Valentins auf das römische Fest Lupercalia, das auf den 15.  Februar fiel. Es war der Feiertag der röm. Göttin Juno (gr.: Hera), der Frau des Jupiter (gr.: Zeus) und Schutzpatronin der Ehe. Junge Mädchen gingen an diesem hohen Festtag in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel für die richtige Partnerwahl zu holen.

Junge Männer aus dem einfachen Volk zogen an diesem Tag Lose, auf denen die Namen der noch ledigen Frauen standen. Die so gelosten Pärchen gingen miteinander aus und manche sollen sich so ineinander verliebt haben. Dieser Volksbrauch galt vielen römischen Aristokraten als unmoralisch. Ehemänner schenkten ihren Frauen an diesem Tag Blumen. So kam es, dass sich dieses ältere römische Brauchtum mit der Geschichte des christlichen Märtyrers mischte und in die spätere Gesellschaft einsickerte.

Die Legende zum Bischof von Terni unterscheidet sich vom späteren Valentin von Rätien (Graubünden). Dieser hat keine Liebenden zusammengebracht, sondern er gilt als Schutzpatron gegen die „fallenden Krankheiten“ wie Epilepsie und Ohnmacht.

Bei uns ist und bleibt der Valentinstag als ein Tag der Liebenden, wo Menschen „Blumen sprechen“ lassen. Möge es so bleiben -  heute und auch in der Zukunft.

©  Hans-Peter Meyer

 

 

Pater Richard Henkes/ Gedenkveranstaltungen zum 73. Todestag

P. Richard Henkes starb vor 73 Jahren im KZ Dachau Pallottiner in Vallendar und Limburg gedenken ihres mutigen Mitbruders

Am 22. Februar 1945 starb der Westerwälder Pallottinerpater Richard Henkes im KZ Dachau. Mit seinem freiwilligen Dienst als Pfleger typhuskranker Mithäftlinge riskierte er sein Leben. Die hochansteckende Infektionskrankheit übertrug sich auch auf ihn. Sein Tod trat nach nur wenigen Tagen ein. Für viele Menschen ist P. Richard Henkes seither ein „Märtyrer der Nächstenliebe“.

Seit 2003 läuft der Seligsprechungsprozess für den Priester aus RuppachGoldhausen. Die Pallottiner in Vallendar und Limburg bewahren ihm ein ehrendes Andenken.

Zu seinem Todestag in diesem Jahr finden zwei Veranstaltungen statt:

Am Samstag, den 24. Februar 2018, gestalten die Pallottiner in Vallendar um 17 Uhr eine Vesper mit Unterstützung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „43. Vallendarer Liedtages“ in der Pallottikirche (Pallottistraße).

Mit einem Wortgottesdienst im Richard-Henkes-Saal (Saal unter der Pallottinerkirche „St. Marien“) beginnt am Sonntag, den 25. Februar 2018 um 14.30 Uhr die Veranstaltung in Limburg (Wiesbadener Straße 1), gefolgt von einem gemeinsamen Gedenken am Grab von P. Richard Henkes auf dem nahe gelegenen Pallottinerfriedhof.

Alle Freunde und Verehrer von P. Richard Henkes sind zu diesen Veranstaltungen herzlich eingeladen

Zur Person:

Der im Jahre 1900 in Ruppach-Goldhausen/WW. geborene Pallottinerpater Richard Henkes strebte schon als Schüler im Studienheim Schönstatt (1912-1919) nach Wahrheit und Freiheit. Im Jahr 1925 wurde er zum Priester geweiht und ab 1926 war er als begeisterter und begeisternder Lehrer tätig. Ab dem Jahr 1931 wirkte er in Katscher, Frankenstein und in Branitz im östlichen Teil des damaligen Deutschen Reiches.

Nach einer Predigt am 7. März 1937 in Ruppach gegen die Nazis wurde er bei der Gestapo angezeigt und man leitete eine Untersuchung gegen ihn ein. Sie endete mit einer Verwarnung. Ebenfalls 1937 wurde er wegen einer Äußerung gegen Adolf Hitler in Katscher/Oberschlesien angezeigt. Der drohenden Verurteilung vor einem Sondergericht in Breslau entging er durch die  Amnestie beim Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Am 8. April 1943 wurde er wegen einer Predigt in Branitz/Oberschlesien verhaftet, in Ratibor gefangen gehalten und am 10. Juli 1943 ins KZ Dachau eingeliefert. Dort ließ er sich Ende November/Anfang Dezember 1944 freiwillig in der Zugangsbaracke 17 zur Pflege und Seelsorge Typhuskranker einschließen, steckte sich dabei an und starb am 22. Februar 1945 im KZ Dachau.

Seligsprechungsprozess:

Dachauer KZ-Priester und der Richard-Henkes-Kreis haben sich seit 1982 für die Seligsprechung des Pallottiners eingesetzt.

Nach der Einigung zwischen der Bistumsleitung und den Pallottinern fand die feierliche Eröffnung des Bischöflichen Erhebungsverfahrens am 25. April 2003 in der Marienkirche der Pallottiner in Limburg statt.

Am 23. Januar 2007 konnte der damalige Limburger Bischof Franz Kamphaus mit einem Pontifikalamt in der St. Marienkirche den Abschluss des Bischöflichen Erhebungsverfahrens feiern.

Inzwischen ist die sogenannte "Positio", das Grundsatzdokument für eine Seligsprechung, in italienischer Sprache bei der Kongregation für die Heiligsprechungen eingereicht. Sie hat bei den Historikern die erste Prüfungsrunde bestanden. Zurzeit läuft die Begutachtung durch die zuständige Theologen-Kommission, die in Kürze abgeschlossen soll.

Großer Erfolg der Musikschule der Stadt Koblenz im Wettbewerb Jugend musiziert

32 Teilnehmer, 29 erste Preise und 3 zweite Preise

Die Musikschule freut sich über eine große Anzahl von Preisträgern im Wettbewerb Jugend musiziert. Die Wertungskategorien des diesjährigen Wettbewerbs, die Kategorien wechseln alle 3 Jahre, waren ausgeschrieben für Blas- und Zupfinstrumente mit einem Soloprogramm sowie für Streich- und Tasteninstrumente in der Duo-Wertung.
In der ersten Stufe des Wettbewerbs in Engers und Montabaur (Regionalwettbewerb) konnten sich 19 Schüler für den Landeswettbewerb qualifizieren. Von den insgesamt 32 Teilnehmern der Musikschule erhielten 29 Schüler in der Bewertung einen ersten Preis und 3 Schüler einen zweiten Preis. Die Wertungen im Einzelnen:

1. Preis (23-25 Punkte) mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb:
Jonathan Ide, Gitarre solo (25 Punkte/AG 2); Stefan König, Gitarre solo (25 Punkte/AG 3); Lena Terhorst, Klavierbegleitung (25 Punkte/AG 3);Charlotte Dohr, Klarinette solo (25 Punkte/AG 4); Xin Jin, Gitarre solo (25 Punkte/AG 4); Siqi Chen, Gitarre solo (25 Punkte/AG 5); Poquen Kang, Gitarre solo (25 Punkte/AG 5); Johannes Schmack, Horn (25 Punkte/AG 6); Anne Terhorst (24 Punkte/AG 2);
Clara Wagner, Klarinette solo (24 Punkte/AG 3); Mira Heinke, Gitarre solo (24 Punkte/AG 4); Lena Terhorst, Klarinette solo (23 Punkte/AG 3); Emilio Lutz, Gitarre solo (23 Punkte/AG 3); Samuel Kremer, Duo Viola-Klavier (23 Punkte/AG 3); Valentin Steiner, Duo Klavier-Viola (23 Punkte/AG 3); Mathias Alsbach, Gitarre solo (23 Punkte/AG 2); Michel Heinke, Gitarre solo (13 Punkte/AG 5); Anna-Lena Pabst, Duo Violine-Klavier (23 Punkte/AG 5); Anastasia Kalter, Duo Klavier-Violine (23 Punkte/AG 5)

1. Preis (23-15 Punkte) ohne Weiterleitung aufgrund der Altersstufe/Teilnehmer der Gruppe 1a und 1b dürfen noch nicht zum Landeswettbewerb:

Theresia Nauroth, Klarinette solo (25 Punkte/AG 1a); Lennard Hoffmann, Gitarre solo (25 Punkte/AG 1a); Connor Holzhausen, Posaune solo (24 Punkte/AG 1b); Fabian Mader, Oboe solo (24 Punkte/AG 1b); Marlene Seintsch, Gitarre solo (23 Punkte/AG 1b); Daniel Altergott, Gitarre solo (23 Punkte/AG 1b)

1. Preis (21-22 Punkte) ohne Weiterleitung zum Landeswettbewerb:

Fenja Krautkragel, Gitarre solo (21 Punkte/AG 2); Kira Gutberlet, Gitarre solo (21 Punkte/AG 2); Amélie Adam, Posaune solo (21 Punkte/AG 2); Tobias Bartscher, Gitarre solo (21 Punkte/AG 3);

2. Preis (17-20 Punkte):

Veronika Pabst, Duo Violine-Klavier (20 Punkte/AG 3); Anne Damker, Duo Klavier-Violine (20 Punkte/AG 3); Lena Hennige, Gitarre solo (20 Punkte/AG 4)

Vor 72 Jahren: Beim Bombenangriff im Bunker verschüttet

Ein Tag, den die Niederadenauer nicht vergessen werden

Von Hans-Peter Meyer

Niederadenau/Bad Ems.  Jedes Jahr zu Beginn des Monats Februar kommen insbesondere bei den älteren Menschen von Niederadenau die Erinnerungen zurück: Ein schwarzer Tag in der Geschichte der Niederadenauer ist der 2. Februar 1945.

An diesem Tag, der sich nun zum 72. Male jährt, starben acht Menschen - darunter drei Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren - durch einen Bombenangriff.

Obwohl es im zweiten Weltkrieg in Niederadenau keine direkten Angriffsziele für die feindlichen Bomber gab, hatten die Bewohner vorsorglich in den Berg über dem heutigen „Tannenweg“ einen Schutzbunker gebaut. Ihn suchten die Bürger des Ortes immer dann auf, wenn man in der Luft „bedrohliche“ Fliegergeräusche hörte und Flugzeuge im Anflug schienen. Allerdings waren in den letzten Kriegstagen sehr viele Soldaten in Niederadenau untergebracht. So waren dann auch am 2. Februar 1945 schon zeitig morgens die feindlichen Bomber in der Luft zu hören, und ein großer Teil der Bevölkerung suchte Schutz im Bunker. Gegen zehn Uhr eröffneten feindliche Flieger mit Bordwaffengeschützen das Feuer und setzten einige Häuser und Scheunen in Brand, so dass besonders Männer den Schutzbunker verließen, um zu retten, was noch zu retten war.

Durch einen weiteren Bordwaffenschuss wurde dabei ein 49-jähriger Mann - verheiratet und Vater von fünf Kindern - so schwer verletzt, dass er am nächsten Morgen nach einer Operation im Adenauer Krankenhaus verstarb. Gegen 12.30 Uhr, als sich die meisten Bürger um ihr Hab und Gut im Dorf kümmerten, fielen drei Bomben hinter dem heutigen „Tannenweg“, und eine Bombe detonierte genau vor dem Eingang zum Bunker, wodurch dieser verschüttet wurde. Sofort eilten Mitbürger aus dem Ort zum Bunker, doch konnten nur noch zwei Menschen, Franz Kossmann und dessen Tochter Elisabeth (später verheiratete Meyer), lebend gerettet werden. Für die übrigen kam jede Hilfe zu spät. Im Bunker starben zwei Soldaten, drei Kinder (Werner Ginsterblum, elf Jahre alt; Erwin Schooß, sieben Jahre, und Arthur Hollender, ebenfalls sieben Jahre alt), Gertrud Kossmann und Elisabeth Kaas geb. Merten, einziges Kind ihrer Eltern und gerade seit neun Monaten verheiratet, ihr Ehemann als Soldat an der Kriegsfront.

Das Dorf war wie gelähmt. Hier und da brannte es lichterloh, und dazu dann der Tod von insgesamt acht Menschen. Noch heute sagen die Bürger, das Leid wäre noch unermesslich größer gewesen, hätten nicht die meisten Bürger den Bunker wegen der Brände im Ort morgens verlassen, denn zunächst waren etwa 40 Niederadenauer in den Bunker geeilt, von denen sicherlich noch viele mehr ums Leben gekommen wären. Aber auch so bescherte der 2. Februar 1945 dem Ort Niederadenau große Trauer und unsägliches Leid.

Noch heute sieht man die Mulde des Bombeneinschlags, dort errichtete nach dem Krieg der Niederadenauer Mitbürger Matthias Ginsterblum einen Muttergottes-Bildstock mit den Namen all derer, die an diesem Tag auf so schreckliche Weise ums Leben kamen. Und auch heute nach genau zweiundsiebzig Jahren ist diese stille Gedenkstätte immer mit brennenden Kerzen und Blumen geschmückt. Der Gärtner und Gastwirt Reinhold Ginsterblum, dessen Bruder Werner bei dem Bombenangriff  im Alter von 11 Jahren sein Leben verlor, hat sich viele Jahrzehnte mit großem Engagement um die Pflege des Bildstocks und auch um die Gemeinschaftsgrabstätte der gemeinsam auf dem Friedhof in Dümpelfeld beigesetzten Opfer gekümmert hat, ist im vergangenen Jahr im Alter von 88 Jahren verstorben.  

Wer von uns heute Lebenden weiß wirklich , was Krieg heißt, wer kennt noch die Menschen, deren Namen auf den Gedenktafeln eingraviert sind? Namen und Schicksale verblassen vielleicht im Laufe der  Jahrzehnte. Im Bewusstsein der nachfolgenden Generationen sollte das Erinnern an diese bitteren Zeiten als eine Verpflichtung  gelebt werden. Wir dürfen und wollen nicht vergessen, deshalb sollten wir uns immer wieder erinnern und der Opfer gedenken.

Zur Erinnerung an diesen Tag vor 72 Jahren bleibt als Fazit: Die Toten mahnen uns täglich zum Frieden und zur Versöhnung unter den Menschen. Versöhnung ist die Wurzel, aus der Frieden wächst wie ein Baum, in dessen Schatten die Menschen Verständnis füreinander und innere Zufriedenheit finden. Diese Botschaft möchte ich immer wieder als mahnende Erinnerung an die folgenden Generationen weitergeben.

©) Hans-Peter Meyer

Hintergrund: 
Den Autor Hans-Peter Meyer verbindet eine traurige Erinnerung an dieses schlimme Ereignis. Das ist ein Teil seiner Vita.
Bei dem Bombenangriff am 2. Februar 1945 kam – wie vorerwähnt - seine Großmutter Gertrud Kossmann geb. Hoffmann ums Leben.
Sein Großvater Franz Kossmann (verst. +1954) und seine Mutter Elisabeth Kossmann (später verheiratete Meyer) wurden verschüttet und konnten als einzige lebend gerettet werden. In Gesprächen mit seiner  im Dezember 1999 verstorbenen Mutter hat der Autor versucht, dieses traumatische Geschehen aufzuarbeiten und schriftlich für nachfolgende Generationen festzuhalten. Möge die örtliche Gemeinde
dazu beitragen,dass die Gedenkstätten als mahnende Erinnerung weiter erhalten und gepflegt werden.

Hans-Peter Meyer (Foto, Jahrgang 1950), in Niederadenau geboren und aufgewachsen, beschäftigte sich auch mit den zum  Teil traurigen Abschnitten der Geschichte seines Heimatortes.  Seit einigen Jahren lebt er in Bad Ems.

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