Samstag, 23. September 2017

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Weniger Betriebsgründungen aber auch weniger Betriebsaufgaben

In Rheinland-Pfalz gab es im ersten Halbjahr 2017 weniger so genannte Betriebsgründungen, d. h. Gründungen von Betrieben, bei denen eine größere wirtschaftliche Bedeutung vermutet wird. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging die Zahl der Betriebsgründungen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 10,8 Prozent auf 2.738 zurück.

Zu den Betriebsgründungen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, bei denen ein Handelsregistereintrag oder eine Handwerkskarte vorliegt bzw. die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Die größere wirtschaftliche Bedeutung wird aufgrund der Rechtsform oder der voraussichtlichen Beschäftigtenzahl angenommen.

Die meisten Betriebsgründungen gab es in den Bereichen „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (23,2 Prozent), „Baugewerbe“ (14,2 Prozent) und dem „Gastgewerbe“ (11,4 Prozent).

Regionale Betrachtung

Regional betrachtet war die Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner in der kreisfreien Stadt Kaiserslautern am höchsten. Dort ergab sich für diese Kenngröße ein Wert von 13,4. Zweistellige Werte wurden auch für die kreisfreien Städte Speyer (12,4), Zweibrücken (12,3) und Koblenz (10,6) festgestellt. Den höchsten Wert unter den Landkreisen erreichte der Landkreis Bad Dürkheim mit 7,5 Gründungen je 10.000 Einwohner. Die niedrigste Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner war im Landkreis Kusel mit 3,2 zu ver-zeichnen. Auch in den Landkreisen Südwestpfalz und Trier-Saarburg (jeweils 3,3) sowie in der kreisfreien Stadt Pirmasens (4,0) war das Gründungsgeschehen relativ gering.

Sonstige Neugründungen

Die Zahl der sonstigen Neugründungen lag im ersten Halbjahr 2017 mit 10.773 um 6,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Als sonstige Neugründungen gelten Gründungen von Kleinunternehmen, d. h. von Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag oder Handwerkskarte, die keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Darunter befanden sich 6.047 Gründungen im Nebenerwerb. Insgesamt wurden 16.400 Gewerbe angemeldet; 7,5 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Betriebsaufgaben

Die Zahl der Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung (Pendant zu den Betriebsgründungen) ging um 15,2 Prozent auf 2.149 zurück. Die sonstigen Stilllegungen verminderten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent auf 10.372. Insgesamt wurden 15.525 Gewerbe abgemeldet, das waren 5,9 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2016.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt wichtige Informationen über Exis-tenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Steuerstatistiken, Verwaltungsstatistiken)