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IHK-FOSA: Immer mehr Anträge auf Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Koblenz, 9. Januar 2018: Immer mehr Zugewanderte stellen Anträge auf Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse. Das belegen Zahlen der bundesweiten IHK-Organisation Foreign Skills Approval (FOSA), die für die Anerkennungsverfahren eines Großteils der bundesweit gestellten Anträge zuständig ist. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Anträge zwischen Januar und November 2017 um gut 20 Prozent. Bundesweit sind bei der FOSA seit 2012 bislang 20.217 Anträge auf Berufsanerkennung eingegangen; 229 vorgeprüfte Anträge bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz.

„Die Anerkennung ihrer mitgebrachten beruflichen Qualifikationen hilft enorm dabei, Asylbewerber, Migranten und vor allem auch Geflüchtete in die hiesige Arbeitswelt zu integrieren“, sagt Bernhard Meiser, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Koblenz. Auch wenn nicht in allen Fällen eine Gleichwertigkeit der ausländischen zu den deutschen Berufsabschlüssen bescheinigt werden könne, dokumentiere der Bescheid nach Abschluss des Verfahrens die vorhandene Qualifikation. „Das hilft Bewerbern und Arbeitgebern gleichermaßen“, so Meiser.

Vor allem auch immer mehr Geflüchtete möchten ihre Abschlüsse anerkennen lassen: Zwar sind die meisten Antragssteller, wie auch schon in den vergangen Jahren, Polen; dahinter rangieren seit diesem Jahr aber Menschen syrischer Abstammung. Noch 2016 waren sie die nur sechsthäufigsten Antragssteller. Öfter als alle anderen stellen 20- bis 29-jährige Männer einen Antrag auf Berufsanerkennung – die Gruppe, die auch unter den Geflüchteten die größte ist.

Grundlage für die Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse ist das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG), das im April 2012 in Kraft getreten war. Das Gesetz greift bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen, die durch Bundesrecht geregelt sind. Spezielle Regelungen gibt es etwa bei der Anerkennung von bestimmten Hochschulabschlüssen, von im Ausland erbrachten akademischen Leistungen, von Schulabschlüssen und für Ärzte und Krankenpfleger.