In der Pandemie virtuell ins Auslandssemester

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Fachbereich Wirtschaftswissenschaften verzeichnet weiterhin großes Interesse

KOBLENZ. Die Zahl der Studierenden, die aufgrund der pandemischen Situation ihr geplantes Auslandssemester verschieben mussten, erreichte im Frühjahr dieses Jahres ihren vorläufigen Höhepunkt. Im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Koblenz, in dem normalerweise 60 bis 80 Studierende pro Semester ins Ausland gehen, waren es im Wintersemester 2020/21 weniger als zehn. Nun hofft der Fachbereich, dass es bald wieder aufwärtsgeht.

Besonders hart trifft es die Studierenden des international ausgerichteten Studienganges „Marketing and International Business“, in dem eigentlich jedes Semester etwa 30 Studierende ein Auslandssemester absolvieren müssen. Dies ist im Studienverlauf verpflichtend festgeschrieben – ein wichtiger Grund für viele der Bewerberinnen und Bewerber, sich um einen der begehrten Plätze in diesem Studiengang zu bemühen. Eine Studierende sagt: „Wir haben uns zwei Jahre lang schon auf das Auslandssemester im fünften Studiensemester gefreut. Dann kam die Pandemie und wir hatten nur die Wahl zwischen einer Verschiebung des Auslandssemesters oder einem virtuellen Auslandssemester von zu Hause aus.“ Tatsächlich haben einige Studierende ihren Auslandsaufenthalt statt an einer Erasmus-Partnerhochschule in Frankreich, Spanien oder Schweden oder an einer Universität in Übersee an ihrem Schreibtisch in der Heimat verbracht, wo sie virtuell an Lehrveranstaltungen der ausländischen Hochschulen teilgenommen haben.

Mit der Hoffnung auf ein Ende der Pandemie aufgrund der an Fahrt gewinnenden Impfkampagnen in Europa und den USA nimmt auch der Beratungsbedarf der an einem Auslandsaufenthalt interessierten Studierenden deutlich zu. Dazu die Leiterin der internationalen Koordination des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, Anna Hoffmann: „Wir haben in der so genannten Nominierungsphase, das heißt der Platzierung der Outgoing-Studierenden an Hochschulen weltweit, gerade einen neuen Höchststand an Bewerbungen und Beratungsgesprächen verzeichnet. Ich bin stolz auf die Studierenden, die trotz der Pandemie ein Auslandssemester in anderer Form absolviert haben. Aber es ist schön, den Studierenden wieder Perspektiven auf ein Auslandssemester vor Ort aufzeigen zu können.“

Das Beratungsangebot des Fachbereichs in Bezug auf die Auswahl der im Ausland zu absolvierenden Module, den Bewerbungsprozess und die Betreuung in der Auslandsphase wird von den „Outgoings“ dankbar angenommen. Ein Studierender schreibt in seinem „Erfahrungsbericht“ nach dem Auslandsaufenthalt: „Die Beratung im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und im International Office vor, während und nach meinem digitalen Auslandssemester mit der griechischen Partnerhochschule war toll. Ich habe mich immer gut aufgehoben gefühlt!“ Seit Anfang des Jahres unterstützt Sophia Sturm als Projektmitarbeiterin das Team „Internationales des Fachbereichs“. Prof. Dr. Sibylle Treude, akademische Auslandsbeauftragte des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, stellt fest: „Wir verzeichnen bereits seit einigen Semestern vor der Pandemie ein steigendes Interesse an einem Auslandsaufenthalt sowohl bei den Bachelor- als auch bei den Masterstudierenden. Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, da die Outgoing-Studierenden einmalige interkulturelle Erfahrungen in ihrem Studium machen und eine wertvolle Zusatzqualifikation erwerben.“

Die Studierenden können entweder eine der rund 50 ausländischen Universität aus dem Partnernetzwerk des Fachbereichs und der Hochschule oder als „Free Mover“ eigenständig eine Universität im Ausland wählen. Das International Office am RheinMoselCampus der Hochschule Koblenz unterstützt die Studierenden bei allen Fragen rund um die Finanzierung. Anne Quander, Leiterin des International Office: „Besonders beliebt sind natürlich die Erasmus-Stipendien, die die EU auch in ihrem neuen Haushalt wieder fest eingeplant hat.“

Seit Anfang des Jahres hat der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften auch erstmals eine Doktorandin aus Südafrika. Simone Thomas wird für drei Jahre in Koblenz lehren und forschen. Betreut wird sie von Prof. Dr. Holger Schmidt im Fachbereich und von Dr. Pieter Steenkamp von der Partnerhochschule in Kapstadt, der Cape Peninsula University of Technology (CPUT). Die Freude über diese Form gelebter Internationalität ist auf allen Seiten groß, besonders auch bei Simone Thomas: „This is a life-changing opportunity for me, both personally and professionally.“Die Doktorandin ist auch in die Lehre am Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften eingebunden, die seit Pandemiebeginn vorwiegend per Videokonferenz stattfindet.

Nicht zuletzt bleibt auch für alle Outgoing- und Incoming-Studierenden zu hoffen, dass eine baldige Rückkehr zur Präsenzlehre möglich sein wird.