Dienstag, 25. Juni 2019

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Artenvielfalt in Oberbieber erhalten: Es blüht und summt und brummt

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(Koblenz/Oberbieber, 24.06.2019) Gerade jetzt im Sommer sind die Streuobstwiesen in Oberbieber nicht nur ein schöner Anblick, sondern ein Eldorado der Artenvielfalt. Sie bedeuten Lebensraum für Insekten wie z.B. Schmetterlinge, Heuschrecken und Käfer und bieten Steinkäuzen und Fledermäusen in ausgehölten Stämmen Quartier. Für uns Menschen steht nicht mehr der Ernteertrag im Mittelpunkt, sondern das reizvolle Landschaftsbild. Streuobstwiesen zahlen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas, denn viele werden nicht mehr gepflegt. Die Überalterung und der starke Mistelbefall führen dazu, dass viele Bäume absterben und dadurch die Obstwiesen in den nächsten Jahren verschwinden werden.

Die Streuobstinitiative Oberbieber will etwas dagegen tun. Im Rahmen des Stadtteilprojektes der Stadt Neuwied versucht sie, die Pflege der Bäume und des Grünlandes zu organisieren. Seit August 2017 unterstützt die informa gGmbh diese Arbeiten. Mit im Boot in ist auch die ARGE Leutesdorf. Die wesentlichen Arbeiten umfassen den Erziehungs- und Verjüngungsschnitt der Obstbäume, das Entfernen der Misteln aus den Obstbäumen und die Reparatur der Fraßschutzgitter.

Dank der Spende der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG über 500 Euro können nun dringend benötigte Gerätschaften hierfür angeschafft werden, die den vielen Helfern die Arbeit erleichtern.

Die ehrenamtlichen Gärtner haben im letzten Jahr in ca. 250 Stunden rund 135 Bäume beschnitten und von Misteln befreit. Im Rahmen einer Projektwoche mit der Grundschule und den beiden Kindergärten wurden über mehrere Tage Äpfel gesammelt und gemeinsam Apfelsaft gepresst.

Wer mitmachen, Spenden oder als Eigentümer einer Fläche die Pflege durch die Initiative gestatten will, meldet sich bei der Informa gGmbH unter der Telefonnummer 0178 4303210.

Erweiterung P+R-Parkplatz drei Tage gesperrt

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Von Mittwoch bis Freitag, 26. bis 28. Juni, muss die Erweiterung des P+R-Parkplatzes in der Augustastraße am Neuwieder Bahnhof gesperrt werden. Der Grund sind Restarbeiten an der Asphaltoberfläche, für die der Einfluss der hohen Temperaturen auf den Härtegrad der Oberfläche genutzt werden soll. Betroffen von der Sperrung sind 55 Stellplätze, die restlichen 92 Stellplätze stehen weiterhin zur Verfügung. Die Verwaltung bittet um Verständnis.

René Bringezu (AfD) zu Suqian-Antrag der Papaya-Koalition:

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Versuchte Ausgrenzung der AfD ist undemokratisch und rechtswidrig

Neuwied. Bereits in der konstituierenden Sitzung des Neuwieder Stadtrats am 27. Juni möchte die Koalition aus CDU, Bündnis 90/Grüne und FWG einen Antrag auf die Tagesordnung setzten lassen, der sich mit der Besetzung der Delegationsreise zur Neuwieder Partnerstadt Suqian (China) beschäftigen soll. Wenn es nach der neuen Koalition geht, dann soll die AfD bei der Delegationsreise, bei der nur vier Stadtratsmitglieder teilnehmen dürfen, nicht dabei sein.

Dies widerspricht dem Verfahren zur Besetzung von Ausschüssen und Gremien im Neuwieder Stadtrat, das bislang selbstverständlich auch hier angewendet wurde:

Normalerweise ist die Grundlage für die Besetzung das Stärkeverhältnis der im Rat vertretenen politischen Gruppen. Aufgrund einer Pattsituation zwischen AfD und CDU bei den 4er-Gremien, hätte das Losverfahren angewendet werden müssen, um zu ermitteln, ob die AfD mit einem oder die CDU mit zwei – also einem weiteren – Delegierten an der Reise teilnehmen darf.

„Dieser Antrag zeugt von einer zutiefst undemokratischen Mentalität und leistet der parlamentarischen Demokratie einen Bärendienst.“ erklärt dazu der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat René Bringezu.

„Die Grünen und die Merkel-Hahn-CDU sind mir inhaltlich und personell zutiefst suspekt. Die AfD als Partei der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit käme aber niemals auf die Idee, anderen Parteien die politischen Mitgestaltungsmöglichkeiten zu beschneiden, die ihnen von Rechts wegen zustehen. Wer sich selbst als Hüter der Demokratie produziert und gleichzeitig versucht, die gesetzlichen Verfahren zur Besetzung von Ausschüssen und Gremien außer Kraft zu setzen und damit der AfD-Fraktion und damit den tausenden AfD-Wählern in Neuwied ihre politischen Mitgestaltungsmöglichkeiten auf unzulässige Weise zu beschneiden, zeigt damit nur sein mangelhaftes Demokratieverständnis.“

„Der Antrag ist darüber hinaus nicht nur undemokratisch, sondern auch rechtswidrig.“ führt Bringezu weiter aus.

„In unserer parlamentarischen Demokratie ist es gesetzlich eindeutig festgelegt, dass politische Parteien in Ausschüssen und Gremien im Verhältnis ihrer Stärke im Parlament vertreten sein müssen, um entsprechend dem durch die Wahl ausgedrückten Bürgerwillen politische Verantwortung zu übernehmen. Das gilt natürlich auch für die Vertretung der Stadt Neuwied bei ihren Partnern.“ schließt Bringezu.

Pressemitteilung der AfD im Neuwieder Stadtrat

Stadtratsfraktion der SPD Neuwied rüstet sich für die Zukunft

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Sozialdemokraten haben sich konstituiert – entschlossen geht’s in die neue Wahlperiode

NEUWIED. Die zwölf Ratsmitglieder der für die nächsten fünf Jahre neugewählten SPD-Stadtratsfraktion trafen sich zur Konstituierung. Die fortan zweitgrößte Fraktion im Neuwieder Stadtrat setzt sich aus erfahrenen Persönlichkeiten, neuen sowie auch jungen Köpfen zusammen.

Die Fraktionsmitglieder bestimmten in ihrer konstituierenden Sitzung den neuen Fraktionsvorstand. Sven Lefkowitz wurde durch einstimmigen Zuspruch wieder zum Vorsitzenden gewählt. Sven Lefkowitz, der die Fraktion seit 2012 führt und vor wenigen Tagen auch das Abgeordnetenmandat von Fredi Winter im rheinland-pfälzischen Landtag übernommen hat, freut sich über das entgegengebrachte Vertrauen: „Für die Fraktion auch in der neuen Wahlzeit als Vorsitzender arbeiten zu dürfen, freut mich sehr. Ebenso freue ich mich auf die anstehende Sacharbeit der nächsten fünf Jahre gemeinsam mit meinen Fraktionskolleginnen- und -kollegen, denen ich für die Wiederwahl herzlich danke.“

Für den stellvertretenden Fraktionsvorsitz wurden Lana Horstmann und Fredi Winter bestimmt. Lana Horstmann, die den SPD-Stadtverband seit 2018 führt und in der Vergangenheit durch ihre aktive Arbeit ein tragender Bestandteil der SPD Neuwied wurde, blickt positiv in die Zukunft: „Ich freue mich auf die neue Aufgabe und darauf, mich bei der anstehenden Arbeit nun als stellvertretende Fraktionsvorsitzende für das Wohl unserer Neuwieder Gesellschaft einsetzen zu dürfen.“

Einstimmig wurde Petra Grabis als Fraktionsgeschäftsführerin bestätigt, sodass die SPD diese Funktion mit einer erfahrenen Person wiederbesetzen konnte. Das Amt des Kassierers wird von Uwe Siebenmorgen ausgeführt. Zum Besitzer wurde Henning Wirges bestimmt. Ratsneuling und Juso-Vorsitzender Janick Helmut Schmitz wird zum jugendpolitischen Sprecher ernannt. Der städtische Juso-Vorsitzende zeigt sich motiviert: „Die Neuwieder Wählerinnen und Wähler haben sich aktiv für eine junge Stimme im Stadtrat entschieden. Nun darf ich als jugendpolitischer Sprecher die Belange für die junge Generation in unserer Stadt mitgestaltet und bin dankbar für diese Möglichkeit. Ich freue mich schon auf die bevorstehende Aufgabe.“

Die aktuelle SPD-Stadtratsfraktion repräsentiert mit ihren weiteren Mitgliedern Hannelore Gröhbühl, Robert Raab, Petra Jonas, dem ebenfalls neuen Ratsmitglied Christian Scheidgen sowie Sigurd Remy nahezu alle Generationen. Mit der Mischung aus gewählten Frauen und Männern sowie der Zusammensetzung aus kommunalpolitischer Erfahrung und neuen Impulsen stellt die neue Fraktion ein gelungenes Abbild der Gesellschaft dar, um sich für die Interessen aller Neuwieder Bürgerinnen und Bürger einsetzen zu können.

Mit Pressluft und Taucheranzug: Brunnen von 1922 saniert

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Längere Saugleitung verbessert Wassergewinnung auch in heißen Sommern

Neuwied. Im langen, trockenen Sommer vergangenes Jahr wurde in vielen Regionen Deutschlands das Wasser knapp. Nicht im Engerser Feld. Es hat genug Reserven, selbst wenn monatelang kein Regen fällt. Diese Reserven können künftig noch besser genutzt werden. Die Stadtwerke Neuwied haben dazu einen alten Schachtbrunnen saniert. Dazu brauchte es auch Industrietaucher.

Es ist eng, es ist kalt. Ein paar Baulampen erhellen den Schacht in der Hafenstraße, der 16 Meter unter der Erde geht. Dort macht sich auf einem kleinen Podest ein Mann bereit. Die Arbeitskleidung: ein dicker, isolierender Overall, darüber ein Anzug aus dickem Gummi. Ein Kollege setzt ihm den Helm aus Stahl auf und arretiert ihn am Anzug. Funktionieren Pressluft und Funk? Sein Daumen geht hoch, ein „Alles klar!“ schallt über die Lautsprecher in den Schacht, dann steigt der Taucher ab. Er arbeitet vier Meter unter der Wasseroberfläche und sammelt dicke Kieselsteine ein, die auf dem Schachtgrund liegen. Wie lange dauert die Schicht? „Bis ihm zu kalt wird“, sagt sein Kollege locker. „Also etwa zwei Stunden.“

Über das Zwischenpodest des Schachts werden die Kieselsteine eimerweise nach oben gebracht. Die Kommandos der Industrietaucher sind präzise und kurz, sie schallen laut und klar durch den Schacht: Jeder muss an jeder Stelle wissen, was gerade passiert. Das ist wichtig für die Sicherheit.

Oben liegt bereits ein ganzer Container ausgedienter Rohrleitungen zur Entsorgung. „Das ist natürlich eine mühevolle Handarbeit, wenn man solche Schachtbrunnen bis zur Sohle reinigen möchte“, erklärt Bereichsleiter Bernd Essing von den SWN. „Gleichzeitig wollen wir tiefer ins Grundwasser. Die Altleitungen kommen raus, dann werden die Saugleitungen verlängert, um bei Trockenheit die Wassergewinnung auch aus größerer Tiefe zu sichern.“

Fünf Brunnen betreiben die SWN im Engerser Feld. Vier davon wurden erst zwischen 1960 und 1984 gebohrt und fördern aus Tiefen zwischen 20 und 24 Metern. Der fünfte Brunnen, der jetzt saniert wird, stammt aus dem Jahr 1922 und ist als einziger über den Schacht begehbar: „Heutzutage wird nur noch gebohrt, weil der Aufwand deutlich geringer ist, als einen Schacht im Durchmesser von mehr als drei Metern anzulegen, der dann mit Ziegeln ausgemauert wird.“

Obwohl der Brunnen fast 100 Jahre alt ist, erfüllt er nach wie vor seinen Zweck: „Das sind Bauwerke für die Ewigkeit“, sagt Essing. „Natürlich ist die Bevölkerungszahl auch gewachsen, so dass später weitere Brunnen notwendig wurden. Von 1900 bis 2000 hat sich die Zahl der Neuwieder quasi verdoppelt, viele Industrie- und andere Betriebe kamen hinzu.“

Heute liefern die Brunnen Wasser für rund 70.000 Menschen in der Stadt, jede Stunde gehen 700 Kubikmeter durch das Leitungsnetz. Der heiße Sommer 2019 war extrem, mit 5 Millionen Kubikmeter Wasser wurden 400.000 mehr als im Jahr davor benötigt. „Wir müssen uns darauf einrichten, dass diese Extremwetter zunehmen. Das ist Teil der Daseinsvorsorge.“ Und der alte Brunnen kann jetzt weitere Jahrzehnte seinen Dienst tun.

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