Dienstag, 02. Juni 2020

Letztes Update:06:21:37 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Gelder müssen zu 100 Prozent bei den Schulen ankommen

Drucken

Achim Hallerbach begrüßt Digitalhilfsprogramm des Bundes

Der Neuwieder Landrat Achim Hallerbach begrüßt das 500-Millionen-Euro-Hilfeprogramm des Bundesbildungsministeriums für die Bereitstellung digitaler Endgeräte an Schulen. In einer Pressemitteilung macht er deutlich, dass „…das Bundesprogramm gerade jetzt in dieser Corona-Zeit, welche zu einem Digitalisierungsschub an Deutschlands Schulen geführt hat, eine wichtige Hilfe für die digitale Weiterentwicklung an unseren Schulen darstellt. Bis zur Wiederherstellung eines Regelbetriebs wird der schulische Unterrichtsalltag aus einem Mix von Präsenz in den Schulen und digital gestützten Lernphasen zu Hause bestehen.“

Damit alle Schülerinnen und Schüler daran teilhaben können, hat der Koalitionsausschuss beschlossen, zur Versorgung derjenigen, die zu Hause keine eigenen Laptops, Notebooks oder Tablets haben, 500 Millionen Euro als Soforthilfe zusätzlich zur Verfügung zu stellen.

Bund und Länder haben sich hierzu auf eine Zusatzvereinbarung zum DigitalPakt Schule geeinigt. Die Aufteilung auf die Länder erfolgt nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel. Schulen können den Schülerinnen und Schülern die Geräte ausleihen.

Laut Ankündigung von Bundesbildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek soll die Verteilung im Ermessen der Schule nach sozialen Kriterien, aber auch unter pädagogischen Gesichtspunkten erfolgen. Die Mittel können von den Schulen auch für eine Ausstattung mit Hard- und Software eingesetzt werden, die zur Erstellung von Online-Lerninhalten benötigt wird. Damit können die Schulen, die vor Ort am besten wissen, wem man wie helfen muss. Die Geräte verbleiben im Eigentum der Schulen und können auch im Regelbetrieb weiter genutzt werden.

In den letzten Wochen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereits über den DigitalPakt Schule ermöglicht, dass die Länder freie Lehrinhalte und solche kommerzieller Anbieter zur Verfügung stellen können. „Die jetzige Ausweitung der Finanzhilfe auf digitale Endgeräte halte ich für einen wichtigen Schritt und ich hoffe auf ein schlankes und unbürokratisches Verwaltungsverfahren zur Umsetzung innerhalb kürzester Zeit. Dafür ist es unabdingbar, dass das Land diese Gelder unverzüglich zu 100 Prozent „nach unten“ durchreicht, ohne dass auf dem Weg zu den Nutzern Verlust entsteht“, hofft Landrat Hallerbach abschließend.

Informationen zur Umsetzung des 500 Mio-Euro-Programms wird es zeitnah auf: https://www.digitalpaktschule.de geben.

Arbeiten am Deichvorgelände gehen auf die Zielgerade

Drucken

Papaya-Koalition im Neuwieder Stadtrat informiert sich vor Ort

Neuwied. Der Blick auf Vater Rhein bleibt ein imposantes Naturschauspiel und bekräftigt immer wieder, warum die Umgestaltung des Deichvorgeländes in der Stadt Neuwied die richtige Entscheidung gewesen war. Im Zuge der Kaimauersanierung entschloss sich die Neuwieder Politik zur Umgestaltung der Deichuferpromenade und die Planungen der Verwaltung zeigten schnell, dass nach Beendigung der Bauarbeiten ein neuer Anziehungspunkt geschaffen sein wird.

Die Bauarbeiten bzw. der Start der Maßnahmen haben bekanntlich länger gedauert, als es sich viele aus dem Neuwieder Stadtrat gewünscht hätten, aber „die Arbeiten laufen aktuell zügig weiter und die Fertigstellung der aufwendigen Gesamtmaßnahme wird im Oktober 2020 erwartet“, berichtet CDU-Fraktionsvorsitzender Martin Hahn nach Auskunft durch das zuständige Fachamt. Die Mitglieder der Stadtratskoalition CDU, Bündnis‘90/Die Grünen und FWG machten sich ein aktuelles Bild von den Bauarbeiten am Deich. „Wir können schon jetzt ahnen, welche Aufwertung der für unsere Stadt so bedeutsame Deich durch die Umgestaltung erfahren wird“, freut sich Grünen-Chefin Regine Wilke.

Aktuell wird noch mit schwerem Gerät gearbeitet, denn die Oberfläche von Sandterrasse bis Deichtor erhält ein neues Pflaster, der Einbau der Ver- und Entsorgungsleitungen für die Anleger und den Biergarten seien abgeschlossen. „Nach weiteren Betonarbeiten müsste Anfang Juli der Biergarten wieder seinen Betrieb aufnehmen können“, kündigt FWG-Fraktionsvorsitzender Karl-Josef Heinrichs und freut sich gemeinsam mit seinen Stadtratskollegen auf das erste gemeinsame Getränk nach Corona und nach der Eröffnung des Deichvorgeländes.

Ertüchtigungen seien zudem noch an der Brüstungsmauer des Deiches zu erledigen und Erdungsarbeiten an den Schiffsanlegern stehen noch aus. Die Maßnahmen, welche zum der Promenade einen neuen Wohlfühlcharakter verleihen sollen, folgen schließlich zum Schluss: eine Liegewiese sowie Sitzmauern am Rhein sollen zum Verweilen einladen und natürlich dürfen weitere Bänke nicht fehlen.

Die drei Fraktionsvorsitzenden sind sich bereits heute unisono einig: „Die neue Deichpromenade wird ein Besuchermagnet für unsere Bürger und auch ein neuer Anziehungspunkt für Gäste aus der Region. Das Flanieren am Rhein und der neue Naherholungsort sind Garanten für einen großen Publikumsverkehr. Wir freuen uns, auf das neue Ensemble von Deichmauer und Promenade.“

Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes

Drucken

Erwin Rüddel: „Dazu entwickeln wir das Infektionsschutzgesetz weiter“

Kreisgebiet. „50 Millionen Euro investiert der Bund in die digitale Ausstattung jedes der rund 375 Gesundheitsämter, um den Informationsfluss zeitnah durch ein elektronisches Melde- und Informationssystem zu vereinfachen und zu beschleunigen. Davon wird auch das Gesundheitsamt des Kreises Neuwied profitieren“, erklärt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag weist auf das Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage mit nationaler Tragweite hin: „Mit dem zweiten Bevölkerungsschutzgesetz entwickeln wir das Infektionsschutzgesetz weiter und stärken den öffentlichen Gesundheitsdienst. Zukünftig umfassen die Meldungen noch genauere Angaben. Sie müssen binnen 24 Stunden erfolgen, damit wir verlässliche Informationen erhalten und anhand eines genauen Lagebildes die richtigen Entscheidungen treffen können.“

Ferner konstatiert Rüddel, das der öffentliche Gesundheitsdienst der Schlüssel dafür ist, um das Infektionsgeschehen zu überwachen und fortlaufend regionale Schutzmaßnahmen zu prüfen. Die beschlossenen Lockerungen könnten nur Bestand haben, wenn der Gesundheitsschutz der Bevölkerung sichergestellt und die Weiterverbreitung des Virus unter Kontrolle bleibt. Zu dieser Strategie gehöre die Ausweitung von Tests, auch wenn keine Symptome vorlägen.

„Die bestehenden Laborkapazitäten zur Auswertung von wöchentlich über einer Million Proben ermöglichen uns eine breite Testung - das gerade auch in der Altenpflege -, die zukünftig über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden - auch wenn sie vom öffentlichen Gesundheitsdienst angeordnet sind. Zur Stabilisierung des Beitrages zur gesetzlichen Krankenversicherung sollen die Kosten mittelfristig aus Mitteln des Bundeshaushalts refinanziert werden“, bekräftigt Erwin Rüddel.

Neuwieder VHS blickt auf 100-jährige Geschichte zurück

Drucken

Beliebte Bildungseinrichtung entwickelt sich stetig weiter

Für geringe Beträge einer möglichst großen Zahl von Bürgern eine fundierte Allgemeinbildung ermöglichen: Das war das Ziel, mit dem vor mehr als einem Jahrhundert die Volkshochschulen in Deutschland gegründet wurden – in wirtschaftlich extrem schwierigen Zeiten.

Nachdem die Volkshochschule Neuwied „Die Brücke“ im vergangenen Jahr das Jubiläum „100 Jahre Volkshochschule in öffentlicher Verantwortung“ unter Federführung des Deutschen Volkshochschul-Verbands mitgefeiert hat, steht nun ein ganz besonderer Jahrestag an: Die Neuwieder VHS wird am 18. Mai 2020 genau 100 Jahre alt.

An jenem 18. Mai 1920, einem Dienstag, wurde auf Initiative des Lehrers Dr. Otto Kopelke in der Aula des Neuwieder Oberlyzeums, dem heutigen Rhein-Wied-Gymnasium, die Volkshochschule Neuwied gegründet. Als Aufgabe der Volkshochschule definierte Kopelke schon damals „ein verbindendes Gemeinschaftsbewusstsein zu schaffen mit einer neuen, gemeinsamen Kultur“. Ein Mann mit Weitblick: Denn dieser Aufgabe fühlt sich die Weiterbildungseinrichtung auch heute noch verpflichtet. Das Programm war seinerzeit unterteilt in die Bereiche Geschichte, Literatur, Angewandtes Rechnern und Philosophie. 1925 folgte Dr. Walter Steinert auf Kopelke. Steinert erlebte den Aufstieg der Nationalsozialisten und die dadurch auferlegte Zwangspause für die VHS, die im März 1934 begann und bis 1946 andauerte.

In den 1950er- und 1960er-Jahren standen neben der Allgemeinbildung die künstlerische Selbstverwirklichung im Mittelpunkt der VHS-Kurse. 1973 kam es zu entscheidenden organisatorischen Änderungen in der VHS-Struktur. Dieter Melsbach wurde als erster hauptamtlicher Leiter eingestellt, gleichzeitig ging die Musikschule als neue VHS-Abteilung an den Start. Die staatliche Anerkennung erfolgte 1977.

Von hoher Bedeutung für die weitere Entwicklung der VHS war das Jahr 1983. Fanden die Kurse der Weiterbildungseinrichtung bis dato noch in bis zu 20 unterschiedlichen Schulen im Umkreis von Neuwied statt, so bezog die VHS zum Jahresende ihr erstes eigenes Haus in der Bahnhofsstraße. Damals erhielt sie auch ihren Beinamen „Die Brücke“, der treffend den Auftrag der VHS widerspiegelt: „Brücken zu schlagen“. Die VHS gilt als der Lernort, der allen Menschen – gleich welchen Alters, welcher Nationalität und welchen Glaubens – zugänglich ist. Sie deckt mit ihrem breit gefächerten Angebot ein immenses Spektrum von Themen ab und bringt so viele unterschiedliche Menschen zusammen, die Wissensdrang und gemeinsames Lernen verbindet.

Die 1980er- und 90er Jahre sind wohl die erfolgreichsten in der Geschichte der VHS, die Einrichtung zählt zu den größten im ganzen Land.  Immer wichtiger wird der Bereich „Berufliche Fortbildung“. 1999 erfolgt die Änderung der Rechtsform, die VHS wird zu einem Eigenbetrieb, was die unternehmerische Selbstständigkeit fördert. Gleichzeitig ist den Verantwortlichen klar, dass das bisherige Gebäude stark sanierungsbedürftig ist und unter Platzmangel leidet. Eine Lösung für diese Probleme, die zudem eine perfekte Infrastruktur vorhält, findet sich 2004. In diesem Jahr  stellt die Stadt der VHS an der Heddesdorfer Straße einen völlig sanierten und behindertengerechten Komplex zur Verfügung - Lehrküche, Kunstwerkstätten und Gymnastikraum inklusive. Die Qualität ihrer Arbeit lässt sich die VHS mittlerweile regelmäßig von offizieller Seite zertifizieren. Mit dem neuen Jahrzehnt geht erneut eine Änderung der Rechtsform einher. Die VHS (und mit ihr die Musikschule) ist seit 2020 kein Eigenbetrieb mehr, sondern als Amt 43 wieder Teil der Ämterstruktur der Stadtverwaltung.

Für Bürgermeister und Schuldezernent Michael Mang ist damit der Weg für eine weitere erfolgreiche Zukunft gesichert. „In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche kommt der VHS mit ihrer lebensbegleitenden Bildung eine besondere Bedeutung zu“, betont Mang. „Gerade durch die gesellschaftliche, kulturelle und personelle Vielfalt hat sie sich auf den Weg zu einer diversitätsorientierten Bildungseinrichtung gemacht. Dieser Prozess ist für die VHS niemals abgeschlossen, sondern erfordert die stete Weiterentwicklung aller Beteiligten.“

Bürgermeister Mang und VHS-Amtsleiterin Jutta Günther bedauern vor dem Hintergrund der durch die Bekämpfung der Corona-Pandemie erforderlichen Einschränkungen, dass die 100-Jahr-Feier der Volkshochschule Neuwied nicht im ursprünglich angedachten großen Rahmen gefeiert werden kann. Beide sind sich jedoch sicher: „Die Feier wird nachgeholt. Das sind wir unserem guten Ruf als vertrauter Ort des Lernens und Begegnens schuldig. Dann werden wir mit unseren hoch qualifizierten Dozentinnen und Dozenten auch wieder unser ganzes Potenzial unter Beweis stellen.“

Ältere Menschen brauchen Perspektive in der Corona-Krise

Drucken

Erwin Rüddel: Wirksame Maßnahmen gegen soziale Isolation und Einsamkeit

Kreisgebiet. „Auch in meinem Heimatkreis Neuwied leiden viele Seniorinnen und Senioren durch Corona bedingt unter Kontaktbeschränkungen und zunehmender Einsamkeit. Die Einschränkungen der familiären Begegnungen und der sozialen Kontakte führen zu einer massiven Zunahme der Einsamkeit und des Alleinseins“, konstatiert der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

Der Vorsitzendes des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag betont, dass ältere Menschen und deren Familien unbedingt und jetzt eine Perspektive brauchen, wie ihr familiäres und soziales Leben unter Einhaltung des Infektionsschutzes zukünftig stattfinden kann. Die Vorstellung, über Monate oder sogar Jahre weiter auf Besuche verzichten zu müssen, hat bei zahlreichen Betroffenen Besorgnis ausgelöst.

„Das treibt uns politisch an. Wir stehen in einer besonderen sozialethischen Verantwortung, den Gesundheitsschutz und die Bedarfe nach Begegnung und Kontakt ausgewogen wahrzunehmen“, betont Erwin Rüddel und er ergänzt, dass klar ist, dass niemand ganz für sich allein entscheiden kann, sondern gerade im Falle einer Pandemie auch immer Verantwortung für andere trägt.

Der Gesundheitspolitiker weist darauf hin, der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist besonders wichtig, dass der Gesundheitsschutz selbstverständlich gewahrt sein muss: „Risikogruppen benötigen den besonderen Schutz der Rücksichtnahme der Gemeinschaft. Wo es unter den Voraussetzungen des Infektionsschutzes Alternativen zu einer vollständigen Isolation gibt, sollte diese ermöglicht werden.“

Dazu gehören, so Rüddel, zum Beispiel räumlich getrennte Besuchsräume mit Schutzvorrichtungen in den Seniorenheimen, feste Kontaktpersonen und Schutzbekleidung für alle Beteiligten. – Wenn die Vorsichtsmaßnahmen, insbesondere die Abstandsregeln, eingehalten würden, dann müssten familiäre und soziale Begegnungen schrittweise wieder ermöglicht werden.

Es sei schwer nachvollziehbar, wenn öffentliche Cafés wieder öffnen, aber die familiäre Kaffeetafel bei den Großeltern untersagt bleibt. „Die Menschenwürde muss gewahrt und die Bedürfnisse und Wünsche des betroffenen Personenkreises müssen in Entscheidungen einbezogen werden. Dies betrifft sowohl das Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz als auch nach familiären Kontakten“, stellt der Christdemokrat klar.

Ebenso müssten Sterbebegleitung und ein würdevoller Abschied möglich sein. „Auch für die gute und verlässliche Sterbebegleitung, die wir in Deutschland aufgebaut haben, brauchen wir Kriterien, unter welchen sie in Zukunft stattfinden kann. Gerade aus christlicher und christdemokratischer Sicht ist die Begleitung schwerstkranker, sterbender Menschen auf ihrem letzten Weg Teil eines würdevollen Lebens“, bekräftigt Erwin Rüddel.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL