Dienstag, 07. Juli 2020

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Leserbrief

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Leserbrief zu „AfD-Fraktion: Anwohner hätten zum Muezzin-Ruf gefragt werden müssen"

Der stellvertretende Neuwieder AfD-Fraktionsvorsitzende Joachim Hoppen problematisiert exklusive Gottesverkündung im öffentlichen Raum: „Allah ist am Größten“ und „Ich bezeuge, es gibt keinen Gott außer Allah“. Dummerweise haben sich aber auch die Christen bislang nicht glaubwürdig vom ersten Gebot distanziert: „Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst nicht andere Götter haben neben mir.“ Allah ist lediglich das arabische Wort für Gott, das demzufolge auch in Sprachen wie Indonesisch oder Maltesisch von den dortigen Christen gebraucht wird, wenn sie ihren „exklusiven“ Gott meinen. Judentum, Christentum und Islam sind nämlich im Orient entstandene monotheistische Religionen, auch als abrahamitisch bezeichnet, die die Vielgötterei ablehnen. Manche intellektuellen Rechtsextremisten lehnen die Ein-Gott-Religionen als intolerant ab, weil der Polytheismus mit seinen vielen Göttern den liberalen Charme hat, dass jeder Gläubige sich seinen Gott auswählen kann. Klar, wenn die Polytheisten richtig lägen, würde ich mich für den hinduistischen Gott Ganesha entscheiden, den Gott der Gemütlichkeit und Wollust mit dem Elefantenkopf. Vielleicht gibt es ja auch unter den Göttern der alten Germanen einen, der mit Ganesha mithalten kann. Aber ich muss zugeben, dass ich mich mit den germanischen Göttern nicht so gut auskenne. Vielleicht kann mir Joachim Hoppen einen nicht-exklusiven Germanengott empfehlen.

Siegfried Kowallek, Neuwied