Donnerstag, 02. Dezember 2021

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DGB-Veranstaltung am Mahnmal auf dem Neuwieder Graf-Friedrich-Platz

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Angesichts des Beginns des Zweiten Weltkriegs vor 82 Jahren hatte der DGB Neuwied am Antikriegstag am 1. September zur jährlichen Mahnwache am Mahnmal für die Opfer des Faschismus auf dem Graf-Friedrich-Platz in Neuwied eingeladen. Die stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Alexandra Eidenberg begrüßte die Teilnehmer und erinnerte an die gewerkschaftliche Selbstverpflichtung: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! In ihrer Rede nahm sie die künftige Bundesregierung jetzt schon in die Pflicht. Sie rief zudem dazu auf, für die Opfer von Gewalt und Folter, die Opfer der Nazi-Diktatur eine Schweigeminute einzulegen. In seinem Grußwort hob der Neuwieder Oberbürgermeister Jan Einig hervor, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund bereits seit 1957 an jedem 1. September an die Schrecken der beiden Weltkriege und an die schrecklichen Folgen von Krieg, Gewalt und Faschismus erinnert.

Günther Salz von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Engers-Mülhofen erinnerte an die 30 Millionen toten Sowjetbürger durch den von den Nazis entfesselten Krieg. Betroffen machte auch sein lokaler Bezug, als er über den erbarmungslosen Eifer des Engerser Nazis Rudolf Schmücker, als SS-Obersturmführer in der Sowjetunion, berichtete, der desungeachtet im Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz als stellvertretender Leiter Karriere gemacht habe. Manfred Kirsch von der Neuwieder Gruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International verdeutlichte anhand der Situation in Afghanistan, wie unsinnig der Versuch einer Konfliktlösung mit militärischen Mitteln sei, und forderte auch die Politiker aus unserem Wahlkreis auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen und ihre Menschenrechte in Afghanistan nicht in Vergessenheit gerieten und alles dafür getan werde, um bedrohte Mitarbeiter der Streitkräfte und Menschenrechtsaktivisten aus der für sie gefährlichen Situation zu retten. Da die Schatten der Vergangenheit seit Jahren schon versuchten, uns wieder einzuholen, dürfe die Wachsamkeit gegenüber den braunen Feinden der Demokratie nicht erlahmen.

Neben dem Anlass angemessenen deutschsprachigen Liedern bot der jetzt in Engers lebende kritische Künstler Manfred Pohlmann auch ein jiddisches Partisanenlied gegen die NS-Terrorherrschaft dar, das vom polnischen Juden Hirsch Glik stammt, der im Alter von 22 Jahren im Kampf gegen die Wehrmacht gefallen war. Mit der Kranzniederlegung und abschließenden Worten Alexandra Eidenbergs endete die Mahnwache.