Mittwoch, 20. Oktober 2021

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Mit Bündnis 90/Die Grünen und Volker Ziesling im Leubsdorfer Forst

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„Stehendes Totholz ist das beste Kapital“

Trendthema Deutscher Wald: Trotz zeitweise strömendem Regen wanderten rund 40 Bürgerinnen und Bürger mit Diplom-Forstwirt Volker Ziesling (62) durch den Leubsdorfer Forst. Die SprecherInnen des Kreisverbandes Neuwied von Bündnis 90/Die Grünen, Ann-Kathrin Schrepfer und Holger Wolf hatten zur Exkursion mit dem bekannten Experten eingeladen, um Lösungen zur Rettung des durch den Klimawandel ernsthaft geschädigten Waldes darzustellen. Begleitet wurde Ziesling u.a. vom einheimischen Revierförster Oliver Müller und von Forstamtsleiter Uwe Hoffmann aus Dierdorf, die die Erläuterungen des Sprechers der überregionalen Bürgerinitiative „Waldwende jetzt!“ mit zusätzlichem Fachwissen ergänzten.

Einigkeit herrschte über die dramatischen Schäden im 257 Hektar großen Leubsdorfer Forst. Rund 40 Prozent der Fläche sind bzw. waren mit Nadelhölzern, überwiegend Fichten, bepflanzt, die bereits ganz überwiegend der Trockenheit der vergangenen Jahre und der folgenden Borkenkäfer Plage zum Opfer fielen. „Nichts ist mehr so, wie es noch vor fünf Jahren war“, erklärte Volker Ziesling vor betroffenen Flächen mit Totholz: „Jetzt kommt es darauf an, wie wir die Weichen für die nächsten 100 Jahre stellen. Wählen wir die falsche Strategie, erwartet uns in 20 Jahren das ‚Waldsterben 3.0‘. Aber das Waldsterben von Heute kann auch eine Chance für die Zukunft sein.“

Ziesling und die Initiative „Waldwende jetzt!“ lehnen Modelle nach dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ ab, die unter anderem Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) vertritt: „Mal eben eine Milliarde Euro raushauen und auf Teufel komm raus überall schnell aufforsten, ist der falsche Weg.“ Als Beispiel vor Ort wies Ziesling auf eine Neupflanzung mit Douglasien hin, die keinen Erfolg hatte.

Experten wie Volker Ziesling empfehlen statt dessen, die betroffenen Flächen sich zumindest einige Jahre lang selbst zu überlassen und auch das abgestorbene Holz nicht „auszuräumen“, um damit vielleicht noch einen kleinen kurzfristigen Gewinn zu erwirtschaften: „Stehendes Totholz ist das beste Kapital für kommende Generationen.“ Überlässt man die abgestorbenen Waldteile für einige Zeit sich selbst, wachsen dort zuerst niedrige Pflanzen wie zum Beispiel Roter Fingerhut, dann Büsche und der sogenannte Vorwald, wobei sich auf natürliche Weise die zum jeweiligen Standort am besten passenden Pflanzen durchsetzen: „Etwas später, nach der ersten natürlichen Sukzession, lassen sich Vorwälder am besten steuern.“

Alle Beteiligten der Exkursion waren sich einig, dass die Lösung für jede „Waldgesellschaft“ individuell zu finden ist und kein generelles Konzept, das für jeden Fall anwendbar wäre, umsetzbar sein kann. Volker Ziesling: „Wir brauchen eine systemische Wende. Es gibt kein sinnvolles multifunktionales Konzept. Jede Gemeinde muss für sich entscheiden, was für sie speziell das wichtigste Ziel ist. Geht es um Hochwasserschutz? Oder um Klimaschutz? Um Biodiversität? Oder darum, sich mit Holz einzudecken? Man kann nicht alles haben, Multifunktionalität ist kein Konzept für die Entwicklung des Waldes in der Zukunft – jeder muss sich entscheiden.“

Viele weitere Detailfragen wurden bei einem zünftigen (veganen) Wald-Imbiss aus wärmendem Kaffee, Salaten, Muffins, Baguettes und Bratlingen diskutiert. Erst gegen 16.00 Uhr, nach fast fünf Stunden, verließen die letzten Interessierten die Runde – ein rundum gelungener Tag in der Natur!

Heimat Shoppen: Für Vielfalt in der Innenstadt

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Koblenz, 24. August 2021. Die örtlichen Betriebe leisten mehr als nur die reine Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen: Sie steigern die Lebensqualität vor Ort, sie sichern Arbeits- und Ausbildungsplätze und führen ihre Steuern an ihrem Standort ab, was wesentlich zum Erhalt und Ausbau der öffentlichen Infrastruktur (Schulen, Kitas etc.) beiträgt. Heimat Shoppen soll die Bedeutung lokaler Unternehmen, Gastronomen und Dienstleister herauszustellen. Zudem engagierten sich viele Unternehmen vor Ort für die Belebung ihrer Stadt bzw. Gemeinde durch ehrenamtliche oder finanzielle Unterstützung z.B. von Vereinen oder an Stadtfesten. Ein Engagement, das häufig übersehen wird.

Foto links oben: IHK-Handelsreferent Sven Klein liefert die "Heimat Shoppen"-Tüten im Landkreis Ahrweiler aus. Viele Geschäfte in Bad Neuenahr-Ahrweiler und entlang der Ahr sind durch das Hochwasser zerstört, die Werbegemeinschaften von Sinzig, Remagen, Kempenich und Adenau halten trotzdem an Heimat Shoppen fest.

„Wir Händlerinnen und Händler freuen uns dieses Jahr ganz besonders darauf, unseren Kundeninnen und Kunden im Rahmen der „Heimat Shoppen“ Aktion wieder ein mit Events angereichertes Einkaufserlebnis zu bieten. Heimat Shoppen war noch nie so wichtig wie in diesem Jahr, um auf die Rolle des inhabergeführten Einzelhandels im sozialen Miteinander hinzuweisen! Wir möchten die Corona-Krise hinter uns lassen und positiv in die Zukunft des Einkaufens starten“, so Hildegard Kaefer, Vizepräsidentin der IHK Koblenz und Inhaberin Kaefer Porzellanhaus in Sohren.

Heimat Shoppen Aktionstage am 10 und 11. September

Die IHK will lokale Unternehmen unterstützen, denn attraktive Innenstädte benötigen auch zukünftig ein lebendiges Geschäftsleben, welches von Händlern, Gastronomen und Dienstleistern geprägt wird. So finden auch dieses Jahr wieder die Heimat Shoppen Aktionstage am 10 und 11. September statt. Für diesen Aktionszeitraum wurden diverse Werbegemeinschaften mit einer umfangreichen Werbemittel-Ausstattung aus Papiertaschen, Plakaten und Luftballons ausgestattet.

Darüber hinaus unterstützen einige Redaktionen unsere Initiative bei der Öffentlichkeitsarbeit. Zum ersten Mal wird neben der Großflächenplakatierung auch auf Radiowerbung mit der Antenne Koblenz gesetzt. Hierbei wird unter anderem auch die Koblenzer Schängel Shopping Week beworben, welche im Zeitraum vom 10. bis 19.09 stattfindet.

„Insbesondere die vielen kleinen inhabergeführten Einzelhandelsbetriebe wurden während der Corona-Krise vor enorme Herausforderungen gestellt. Vielerorts würde es ohne diese Läden keine lebendigen Ortskerne mehr geben. Deshalb ist es in diesem Jahr umso wichtiger mit der Aktion „Heimat Shoppen“ ein positives Signal für einen starken stationären Einzelhandel zu senden – Denn all diese Betriebe stehen für die Vielfalt in der Region“, erklärt Sven Klein, Handelsreferent der IHK Koblenz.

Damit die Region auch in Zukunft vielfältig und damit attraktiv bleibt

In diesem Jahr wurden die Papiertragetaschen durch die IHK Koblenz regionalisiert. Sie erhielten das bunte „Vielfalt in der Region“-Design, welches bereits aus den vergangenen Jahren von den Plakaten bekannt ist. Auch hier sollen die Kunden auf das Thema „Vielfalt in der Region“ aufmerksam gemacht werden insbesondere da durch die Corona-Pandemie der lokale Einzelhandel weiter unter Druck geraten ist.

Mehr zu Heimat shoppen auf www.heimat-shoppen.de

evm-Kundenzentrum in Dierdorf geschlossen

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Energieversorger ist am 26. August digital und telefonisch erreichbar

DIERDORF. Das Kundenzentrum der Energieversorgung Mittelrhein (evm) in Dierdorf bleibt am Donnerstag, 26. August, aufgrund einer internen Fortbildung geschlossen. Kunden erreichen die evm an diesem Tag telefonisch unter 0261 402-11111, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder im evm-Kundenportal unter www.evm.de/kundenportal. Ab Freitag, 27. August ist der Standort wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet.

evm-Kundenzentrum in Bendorf geschlossen

Energieversorger ist am 27. August digital und telefonisch erreichbar

BENDORF. Das Kundenzentrum der Energieversorgung Mittelrhein (evm) in Bendorf bleibt am Freitag, 27. August, aufgrund einer internen Fortbildung geschlossen. Kunden erreichen die evm an diesem Tag telefonisch unter 0261 402-11111, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder im evm-Kundenportal unter www.evm.de/kundenportal. Ab Montag, 30. August ist der Standort wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet.

GRÜNE laden zur Waldexkursion mit Waldexperte Volker Ziesling

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Die Wälder Mitteleuropas sind einer Reihe von Stressfaktoren ausgesetzt und schreien nach einem Paradigmenwechsel in der Waldbehandlung. Neben dem Klimawandel gehören zu den Stressoren massive Störungen des Wasserregimes, eine unangemessene forstwirtschaftliche Nutzung und Stickstoffeinträge zu den Ursachen der Erkrankung unserer Wälder. Wir möchten Anpassungsstrategien aufzeigen, die dem Patienten Wald wieder eine Zukunftsperspektive geben. Dies gilt auch für die Wälder im Kreis Neuwied, welche in einer wärmebegünstigten Region in besonderem Maße diesen Risiken ausgesetzt ist.

Gemeinsam mit Diplom-Forstwirt Volker Ziesling, Sprecher der Bürgerinitiative WALDWENDE JETZT! und Waldexperte von Greenpeace möchten wir am 29.08.2021 allen Interessierten bei einem Waldrundgang durch den Leubsdorfer Gemeindewald den Wald und seine vielfältigen Funktionen näherbringen. Wir möchten über neue Wertschöpfungen unserer Gemeindewälder und mögliche Anpassungsoptionen für dessen langfristige Überlebensfähigkeit diskutieren.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Wir treffen uns am 29.08.2021 um 11:00 Uhr am Leubsdorfer Sportplatz, Hauptstraße 204 in 53547 Leubsdorf. Dauer: ca. 2,5 Stunden. Um Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder 02644 / 60 30 64 9 wird gebeten.

Bäuerliche Landwirtschaft kann mit regionalen Produkten überzeugen

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Erwin Rüddel hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu Gast

Helmenzen. „Nachhaltige und am Tierwohl orientierte Produktion verbunden mit Eigenvermarktung und Kooperation mit dem regionalen Einzelhandel, sind gut für Landwirtschaft und Verbraucher“, betonte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete und Direktkandidat bei der anstehenden Bundestagswahl Erwin Rüddel unter Zustimmung bei einem Besuch mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf dem Hofgut Bongart der Familie Augst.

Landwirtschaftsmeister Matthias Augst lebt mit seiner Ehefrau Silke, den Söhnen Malte und Jendrik, auf dem von seinen Eltern Helmut und Denise übernommenen, im Jahr 1995 an den jetzigen Standort verlegten Vorzeigehof. Dessen familiäre Tradition reicht bereits rund 300 Jahre zurück. In siebter Generation bewirtschaftet die Familie Augst heute rund 200 Hektar Land, hält 40 Rinder sowie als weiteres ergänzendes Standbein 860 Hühner.

Wie Augst beim Rundgang zur Betriebsvorstellung erklärte, setzt der Familienbetrieb zwischenzeitlich speziell und intensiv auf nachhaltige Landwirtschaft: „Bei uns steht Nachhaltigkeit und nicht Bio im Fokus.“ Dazu nannte der Landwirt beispielgebend eine vernünftige Fruchtfolge auf den Feldern und „Düngen mit Bedacht“.

„Regionalität“ ist beim Hofgut Bongart nicht bloß ein Slogan, sondern das Ergebnis aus verantwortungsvoll betriebener Landwirtschaft. Besondere Schwerpunkte sind die Mutterkuhhaltung und Fleischvermarktung. Davon zeugt insbesondere der eigene erfolgreich betriebene Hofladen, den Silke Augst verantwortet: „Zu uns kommen unter anderen Leute aus dem Ruhrgebiet, um sich mit unseren regionalen Erzeugnissen einzudecken.“

Julia Klöckner lobte ausdrücklich das Engagement der Familie Augst um regionale Produkte. Damit könne die bäuerliche, konventionelle Landwirtschaft nicht nur punkten, sondern auch ihr Überleben langfristig sichern. „Regionalität muss zweifelsfrei ersichtlich und am Produkt nachvollziehbar sein“, so die Bundeslandwirtschaftsministerin. Sie klagte die „Billigmentalität“ vieler Verbraucher an, die es gelte noch ein Stück weit zu erziehen.

Es könne nicht sein, dass die vier großen Lebensmittelhändler 85 Prozent des Marktes unter sich aufteilen und damit Erfolg haben, indem sie, wie zur Grillsaison, mit Fleischprodukten als Ramschware locken und ihre Lieferanten in die Knie zwingen. „Der Verbraucher wird sich immer am Preis orientieren, wenn er nicht weiß, woher das Produkt kommt“, monierte Klöckner. Hier sei der Wällerhof ein überzeugender Gegenpart.

Matthias Augst verdeutlichte hinweisend auf die Vergangenheit, dass beispielsweise mit Milch in der Landwirtschaft kein Geschäft mehr zu machen ist. Bei einem Liter Milch betrügen die reinen Betriebskosten 28 Cent. Dabei sei nicht eine Minute Arbeit mit eingerechnet. Die Molkerei bezahle aktuell 32,5 Cent pro Liter Milch. „Da lohnt es sich eigentlich nicht mehr für die Milch eine Kuh zu halten“, äußerte Augst.

Deshalb hat sich die Familie Augst ein zweites Standbein zugelegt: mit Hühnermobilen. Mit der Petz Rewe GmbH konnte ein Vertrag für die Lieferung von Eiern und Kartoffeln geschlossen werden – praktizierte Regionalität. Ein Ergebnis, das letztendlich auch beim Verbraucher ankomme und entlohnt werde.

Generell gelte es für die Landwirtschaft, wie für die meisten anderen Brachen, mit der Zeit zu gehen – offen zu sein, für Veränderungen. Dazu gehörten Investitionen in Technik und Digitalisierung. Das unterstrich auch der direkt gewählte heimische CDU-Bundestagsabgeordnete, dessen Eltern ebenfalls einen Bauernhof betrieben haben.

Auf breite Zustimmung stieß der Aufruf zur Wertschätzung der Landwirtschaft. Die Corona-Pandemie habe den Wunsch der Verbraucher nach regionalen Lebensmitteln bewusst werden lassen. Die Prämisse laute: „Wir brauchen regionale Landwirtschaft!“ Unter dem Aspekt der Schädlingsbekämpfung müssten der Landwirtschaft Chancen gegeben werden. Bei den Themen Landwirtschaft und Insektenschutz seien Synergien gegeben.

Mit der „Wolfskuh“ machte Matthias Augst auf ein weiteres bestehendes Problem für die Landwirtschaft aufmerksam. Diese Kuh hatte einen Angriff im durch das „Leuscheider Rudel“ negativ geprägten Wolf-Hotspot der Verbandsgemeinde Altenkirchen/Flammersfeld zwar unversehrt überstanden, sich dadurch jedoch von der Kuhherde zurückgezogen. Die Angst bei Mensch und Tier in der Region, so die Feststellung, sei nicht unbegründet.

Wie Erwin Rüddel vertritt auch Julia Klöckner hier eine klare Meinung. Zwar sei die Tatsache, dass der Wolf in Deutschland wieder heimisch werde ein Erfolg für die Biodiversität, jedoch müssten die Wolfsrudel reguliert werden. Derzeit umfasse die Wolfs-Population in Deutschland rund 1300 Tiere und sie wachse jährlich um 30 Prozent. Sogenannte Wolfszäune seien da nicht die endgültige Lösung. Rüddel konstatierte: „Ich habe das Gefühl, es wird aus den Metropolen heraus entschieden, dass wir mit dem Wolf zu leben haben.“

Großes Lob seitens des Bundestagsabgeordneten und der Bundeslandwirtschaftsministerin galt den Landwirten, die sich spontan, uneigennützig nach der Hochwasser-Katastrophe an der Ahr aufgemacht haben, um vor Ort zu helfen. „Ein Anruf – und die Landwirte standen bereit. Hätten die nicht mit ihrem schweren Gerät mitgeholfen, so sähe es mancherorts auch heute noch viel schlimmer aus. Zudem ist festzuhalten, dass Landwirtschaft und Forstwirtschaft die einzigen sind, die CO2 binden können“, bekräftigten Julia Klöckner und Erwin Rüddel.

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