Neue Klinikstandorte sind nicht die Lösung für die medizinische Versorgung in der ländlichen Region

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CDU-Politiker: „Vorhandene Krankenhaus-Standorte sichern und stärken!“

Region. „Das Krankenhaus in Dierdorf ist ein wichtiger Standort für die medizinische Versorgung in der Region, der gesichert und weiter gestärkt werden muss“, betont CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis Neuwied/Dierdorf/Puderbach Pascal Badziong und ergänzt: „Das Evangelische Krankenhaus Dierdorf-Selters hat in den letzten Jahren durch intelligentes Management sowie die Nutzung vieler Synergien die Weichen für die Zukunft sinnvoll gestellt und eine tolle Entwicklung absolviert. Diese dezentralen Standorte für die ländliche Region müssen wir sichern!“

Unterstützung erhält Badziong vom heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel, der mit Blick auf die Krankenhausstruktur festhält: „Die Aussagen des Geschäftsführers der DRK Trägergesellschaft, Bernd Decker, für die Krankenhäuser in Altenkirchen und Hachenburg, in Bezug auf den geplanten zentralen Krankenhausneubau in Müschenbach lassen tief blicken. Wer im eigenen Unternehmen Doppelstrukturen öffentlich anprangert, sollte diesen Vorwurf nicht an die Politik richten, sondern diese Managementherausforderungen selbst lösen.“

Der Christdemokrat empfiehlt, falls in diesem Zusammenhang Knowhow im eigenen Unternehmen fehlt, sich einmal beim Evangelischen Krankenhaus Dierdorf-Selters umzusehen. „Hier wird seit Jahren erfolgreich ein Krankenhaus an zwei Standorten geführt. Bevor nun das Land viel Geld in ein neues Projekt in Müschenbach steckt, sollte man sicher sein, dass alle notwendigen Managementaufgaben für die jetzigen Standorte vollumfänglich erledigt wurden“, mahnt Rüddel.

Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel und Landtagskandidat Pascal Badziong wollen von der Ministerpräsidentin eine Bestandsgarantie für die bestehenden Krankenhäuser in der Region, wenn dann der Neubau in Müschenbach realisiert wird. Rüddel weist explizit darauf hin, dass der Neubau nur eine Realisierungschance hat, wenn das Land mindestens 40 Prozent der Kosten übernimmt und für die 50 Prozent Bundesanteil die Erklärung abgibt, dass für gut zwei Jahre kein anderes Krankenhaus in Rheinland-Pfalz Geld aus diesem Bundestopf erhalten kann.

„Entsetzt bin ich über die unprofessionellen Planungsvorgaben durch das Land. Wenn man 50 Millionen Euro vom Bund als Hauptfinanzier erwartet, dann muss man auch eine regionale Versorgungsplanung vorlegen, die nicht am Ende mehr Krankenhäuser in Gefahr bringt, als sie rettet“, fordert Erwin Rüddel, der dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages vorsitzt.

„Mit dem Neubau in Müschenbach will man eine wirtschaftliche Baustelle überwinden und schafft stattdessen jedoch mehrere neue. Hingegen müsste aber gerade bei einer Investition von 100 Millionen Euro, mit der man zwei Millionen jährliche Defizite beseitigen will, eine langfristige Perspektive gegeben sein“, kritisiert Rüddel „die kurzsichtige Planung aus Mainz“.

Die derzeitige Planung entspricht nach Meinung des erfahrenen Gesundheitspolitikers auch nicht den aktuellen Standards für ein gestuftes System von notwendigen Notfallstrukturen: „Hiernach braucht ein Krankenhaus in dieser Lage neben der Inneren Medizin, Chirurgie und Anästhesie zusätzlich weitere Fachabteilungen. Für die Vereinbarung von gestaffelten Zuschlägen für diese Kliniken sind besondere Mindestanforderungen zu erfüllen.“

Rüddel und Badziong befürchten, dass sich das 100-Millionen-Projekt mit einer 262-Bettenplanung nicht nur selbst mittelfristig in Gefahr bringt sondern darüber hinaus durch die Doppelstrukturen auch die anderen Kliniken in der Region gefährdet. Stattdessen raten die Unionspolitiker dringend dazu, mit den anderen Krankenhausträgern in der Region einvernehmliche Projekt- und Zukunftslösungen zu finden oder aber sich auf die Sanierung der beiden Standorte in Altenkirchen und Hachenburg zu konzentrieren. „Hier unterstütze ich den Krankenhausträger gerne“, betont Erwin Rüddel.

„Der Ausbau der ambulanten Bereiche und ein Medizinisches Versorgungszentrum vor Ort, sind unterstützenswerte Projekte für die Menschen“, ist sich Pascal Badziong sicher, der sich ausdrücklich für die Stärkung heimatnaher medizinischer Versorgung einsetzt. „Zentrale medizinische Großstandorte alleine, werden unsere ländliche Region abhängen und wenig attraktiv machen“, gibt Badziong zu bedenken.

Der Westerwald sei nicht vergleichbar mit Köln oder Berlin. Einen Kahlschlag in der regionalen Kliniklandschaft dürfe es auf keinen Fall geben. „Deshalb müssen auch für kleinere Krankenhäuser Perspektiven eröffnet werden. Ein Zentralkrankenhaus zur Versorgung der gesamten Region halten wir für äußerst fahrlässig, da dadurch die Gesundheitsversorgung im Westerwald gefährdet wird“, konstatieren beide Politiker.

Dr. Matthias Reuber und Landtagsabgeordneter Michael Wäschenbach, die Kandidaten aus dem Landkreis Altenkirchen, verweisen auf das Regierungsprogramm der CDU-Landtagsfraktion und die notwendige flächendeckende Gesundheitsversorgung in ländlicher Region. Die Zusagen zum Standort Altenkirchen müssten gehalten werden. Auch das Krankenhaus in Kirchen dürfe in dieser Debatte nicht aus dem Blick geraten und es sollten auch keine Doppelstrukturen im neuen Haus zu Lasten von Kirchen errichtet werden.

„Geprüft werden muss ebenfalls kleinere Krankenhäuser unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur zu multifunktionalen Versorgungszentren weiterzuentwickeln, damit der Standort, die Versorgung und die Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben. Diese Versorgungszentren können ambulante und stationäre Versorgung bieten, aber auch Angebote der Kurz-und Langzeitpflege – besonders im Bereich der Intensivpflege von Wachkoma- und Beatmungspatienten – zur Verfügung stellen“, bekräftigen Erwin Rüddel, Pascal Badziong, Michael Wäschenbach und Dr. Matthias Reuber.