Freitag, 10. Juli 2020

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Positives Signal für die Reise- und Tourismusbranche

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Die Europäische Kommission hat Mittwochabend ihre Empfehlungen für sicheres Reisen und den Aufschwung des europäischen Tourismus veröffentlicht. Die Kommission legt damit eine Gesamtstrategie für den Aufschwung im Jahr 2020 und darüber hinaus vor. Das gemeinsame Konzept sieht ein schrittweises und koordiniertes Vorgehen zur Wiederherstellung der Freizügigkeit und zur Aufhebung der Beschränkungen an den EU-Binnengrenzen, unter Gewährleistung der Sicherheit von Reisenden und Personal vor. Außerdem beinhaltet sie Kriterien für die sichere und schrittweise Wiederaufnahme touristischer Aktivitäten und für die Ausarbeitung von Gesundheitsprotokollen für Beherbergungsbetriebe.

Die Reise- und Tourismusbranche war als eine der ersten Branchen und in äußerst umfassender Weise von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Mit ihren Empfehlungen will die Kommission die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, Reisebeschränkungen schrittweise aufzuheben und den Tourismus unter Beachtung des notwendigen Gesundheitsschutzes in der CoronaPandemie soweit wie möglich wieder ankurbeln.

„Hier geht es um die Existenz von Millionen kleiner und zumeist familiengeführter    Beherbergungsbetriebe, Restaurants, Beförderungsunternehmen und Reisebüros“, so die südpfälzische Europaabgeordnete. Die CDU/CSU-Gruppe in der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament habe sich unmittelbar nach Einführung der Reisebeschränkungen an die Kommission gewandt und sich für koordinierte Lösungen und  eine europaweit  geltende Gutscheinlösung eingesetzt. „Wir erleben auch in anderen Bereichen, wie Gutscheinlösungen erfolgreich eingesetzt werden, um Unternehmen eine Überbrückung ihrer finanziellen Notlage zu ermöglichen.“   erklärt Schneider ihren Einsatz. „National unterschiedliche Lösungen können vor allem im Reise- und Tourismussektor dem Binnenmarkt nicht förderlich sein“, ist sie sich außerdem sicher. Es sei weder den Unternehmen noch den Reisenden zu erklären, warum für eine Reise, die in einem Mitgliedstaat gebucht wurde, andere Regeln gelten sollten als für Reisen, die in einem anderen Mitgliedstaat gebucht wurden.

Der Grund, warum europaweit keine einheitliche Gutscheinlösung vorgeschrieben werden kann, liegt im geltenden europäischen Verbraucherschutzrecht, das im Falle von annullierten Pauschalreisen das Recht der Reisenden auf Rückerstattung seiner Zahlungen vorsieht. Dabei bringt genau diese Regelung derzeit viele Reiseunternehmen und Fluggesellschaften in Liquiditätsengpässe. Trotz des Drucks der Abgeordneten und vieler Mitgliedstaaten sah es lange Zeit so aus, als würde sich die Kommission in dieser Frage nicht bewegen. In ihren Empfehlungen spricht sich die Kommission nun aber doch dafür aus, Gutscheine für die Kunden, die sich für diese Option entscheiden, attraktiver zu machen.

„Ich bin sehr froh über diese Entscheidung der Kommission, sie ist der richtige Schritt um unsere Reiseunternehmen und -veranstalter zu unterstützen. Jetzt muss diese Entscheidung von den Mitgliedstaaten schnell aufgegriffen und umgesetzt werden.

In der Empfehlung der Kommission heißt es weiter, dass die im EURecht verankerten Ansprüche auf eine Erstattung annullierter Reisen nicht geschmälert werden dürfen. Die auf Freiwilligkeit

basierenden Gutscheine sollen vor einer Insolvenz des ausgebenden Unternehmens geschützt, mindestens 12 Monate gültig und bei Nichteinlösung nach höchstens einem Jahr erstattbar sein. Sie sollen den Passagieren zudem ausreichende Flexibilität bieten und es ihnen erlauben, auf derselben Strecke zu denselben Konditionen zu reisen. Ferner sollten sie es ermöglichen, eine Pauschalreise mit gleichartigen Leistungen oder gleichwertiger Qualität zu buchen.

Überdies sollten sie auf einen anderen Reisenden übertragbar sein.

Die Kommission drängt darüber hinaus auf eine weitere Unterstützung des europäischen Tourismussektor.  durch die Gewährleistung von Liquidität für Tourismusunternehmen, die Sicherung von Arbeitsplätzen aus dem Programm SURE finanzierte finanzielle Entlastungen von bis zu 100 Mrd. Euro und eine europäische Tourismusstrategie, die die Attraktivität des Tourismusstandorts Europa für die Bürger hervorheben und an das touristische Angebot vor Ort heranführen soll.

„Ich bin froh, dass sich endlich etwas für die Branche tut.“ zeigt sich

Schneider über die positiven Folgen ihres Einsatzes erleichtert.

„Besondern für unsere kleinen und mittleren Unternehmen in der

Tourismusbranche sind diese Maßnahmen überlebenswichtig.“