Samstag, 04. Juli 2020

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Umwelt und Landwirtschaft

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Präsident Horper kritisiert Bundesumweltministerin Schulz

Koblenz. Präsident Michael Horper kritisiert  Bundesumweltministerin Svenja Schulze und ihre Darstellung „Zur Lage der Natur“ vergangene Woche scharf. Offenbar habe die Bundesumweltministerin in den letzten Wochen nichts dazu gelernt und sie sei auch Fakten gegenüber resistent. Wie anders lasse sich erklären, dass Schulze die Landwirtschaft nahezu allein für die Veränderungen in der Natur verantwortlich mache und die vielen gegenteiligen Zahlen und Fakten, die ihr bekannt sein müssten, ignoriere?

Allein in Rheinland-Pfalz seien im vergangenen Jahr über 230.000 Hektar  unter besonderen Umweltaspekten bewirtschaftet worden. Das seien über 30 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. „Solche Bilanzen gibt es auch auf Bundesebene und sie sind auch Frau Schulze bekannt“, sagt Horper. Warum Schulze wissentlich ein anderes Bild der Landwirtschaft zeige und so wichtige Fakten, wie die zunehmende Versiegelung der Flächen, die Zunahme von Steingärten,  die immense Lichtverschmutzung, die Erhöhung der Temperatur und des CO2-Ausstoßes durch den Individualverkehr und die weltweite Globalisierung ignoriere, lasse sich nur damit erklären, dass Sie in den letzten Wochen „nichts zu sagen hatte“.

Der „Bericht zur Lage der Natur“ des Umweltministeriums dürfe nicht wieder zur einseitigen Belastung landwirtschaftlicher Betriebe führen. Das mache auch keinen Sinn, wenn nichtlandwirtschaftliche Bereiche ausgeklammert würden, die aber letztlich zu einer Stabilisierung der Artenvielfalt beitragen würden. Im Gegenteil werde die Ökologisierung der deutschen Landwirtschaft und die damit einhergehenden geringeren Ernten und teurer werdenden Lebensmitteln zu mehr Importware und gerade zu einer Zunahme der Urwaldrodungen u.a. in Südamerika führen. Horper könne nicht verstehen, dass Schulze auch nach den letzten Wochen immer noch nicht in der Lage sei, diese einfachen Zusammenhänge zu verstehen.