Dienstag, 02. März 2021

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Corona-Pandemie

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MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer/Gesundheitsministerin Sabine BĂ€tzing-LichtenthĂ€ler/ Professor Christian Werner: Landeregierung bĂŒndelt alle KrĂ€fte zum Schutz der Bevölkerung

„Wir mobilisieren in Rheinland-Pfalz alle KrĂ€fte in der Landesregierung, um die Bevölkerung so gut wie möglich vor einer Corona-Ansteckung zu schĂŒtzen. Wir stellen sicher, dass Infektionen schnell erkannt und Erkrankte gut behandelt werden können“, sagte MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer. Die Landesregierung verstĂ€rke massiv die Testungen zum Schutz der Risikogruppen in Alten und Pflegeeinrichtungen, sei startbereit fĂŒr die Impfungen und habe das Konzept zur Sicherstellung der Notfallversorgung und der stationĂ€ren Versorgung der Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz weiter verstĂ€rkt. „Wir sind auch ĂŒber die Weihnachtfeiertage und den Jahreswechsel in erhöhter Alarmbereitschaft, um jederzeit agieren zu können“, so MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine BĂ€tzing-LichtenthĂ€ler.

„Unsere medizinischen Maßnahmen können nicht verhindern, dass sich Menschen anstecken und vielleicht schwer erkranken, daher appelliere ich nochmals an jeden und jede einzelne ĂŒber Weihnachten und Silvester, die AHA-Regeln konsequent einzuhalten und Kontakte mit anderen auf das Notwendigste zu reduzieren. Seien Sie bitte vorsichtig, um Ihren Liebsten nicht Corona zu schenken“, erklĂ€rten MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine BĂ€tzing-LichtenthĂ€ler heute in Mainz. „Die Lage in den KrankenhĂ€usern ist aufgrund der steigenden Zahlen von Neuerkrankten mit schwerem Verlauf sehr angespannt“, sagte Prof. Dr. Christian Werner, Direktor der Klinik fĂŒr AnĂ€sthesiologie Uni-Klinik Mainz.

Kriseneinheit des Landes und „helfende HĂ€nde“ fĂŒr die Pflege- und Altenheime

„Heute konstituiert sich die ‘Kriseneinheit des Landes fĂŒr die Pflege- und Altenheime‘. Diese wird schnelle und kraftvolle Hilfe fĂŒr die Einrichtungen in Rheinland-Pfalz organisieren, die in der aktuell schwierigen Phase der Pandemie vor besonderen Herausforderungen stehen. Wir werden damit Einrichtungen mit besonderem Bedarf mit Personal zur Testung von Bewohnern, BeschĂ€ftigten und Besuchern unterstĂŒtzen. ZusĂ€tzlich stellen wir „helfende HĂ€nde“ zur UnterstĂŒtzung bereit, die den Einrichtungen im Bedarfsfall bei hauswirtschaftlichen Aufgaben, Essensausgabe, Betreuung und Ă€hnlichem helfen“, sagten MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine BĂ€tzing-LichtenthĂ€ler.

Die Kriseneinheit hat begonnen, bei allen 550 Einrichtungen der stationĂ€ren Altenhilfe in Rheinland-Pfalz systematisch den UnterstĂŒtzungsbedarf zu ermitteln. In einem ersten Schritt liegt der Fokus auf den Einrichtungen, die in Landkreisen mit einer besonders hohen Sieben-Tage-Inzidenz liegen. Beteiligt an der Kriseneinheit des Landes sind neben dem Gesundheitsministerium die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz (LFKS) sowie das Landesamt fĂŒr Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV). Die Kriseneinheit wird den Bedarf der jeweiligen Einrichtung ermitteln und dann in einem nĂ€chsten Schritt eine entsprechende Hilfe ĂŒber verschiedene beteiligte Hilfsorganisationen organisieren.

Die UnterstĂŒtzung der Einrichtungen gliedert sich in zwei Bereiche.

a)    „Kriseneinheit des Landes fĂŒr die Pflege- und Altenheime“ stellt personelle Hilfen zur Testung von Bewohnern, BeschĂ€ftigten und Besuchern, damit diese – ĂŒber den bereits verpflichtenden Rahmen hinaus – noch hĂ€ufiger durchgefĂŒhrt werden können. DafĂŒr stehen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz (HiK) in Rheinland-Pfalz wie DRK, Malteser, Johanniter, DLRG und der Arbeiter-Samariter-Bund bereit. Dieses Personal wird aller Voraussicht nach bereits vor Weihnachten zum Einsatz kommen können.

b)    „Helfende HĂ€nde“ stellen unterstĂŒtzendes Personal fĂŒr den Bereich Betreuung und Hauswirtschaft, wenn eine Einrichtung beispielsweise durch einen Corona-Ausbruch in Personalnot gerĂ€t. Hierzu wird ein Pool aufgebaut, der sich unter anderem aus Organisationen wie Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste, Personalpool Pflegekammer, Studierendenwerk und anderen speisen soll.

„Das Gesundheitsministerium hat unmittelbar nach der Verabschiedung der Teststrategie des Bundes vom 15. Oktober bereits Schnelltests fĂŒr unsere Einrichtungen angefordert. Wir haben zudem bereits in unserer Rechtsverordnung vom 27. November vorgeschrieben, dass sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Alten - und Pflegeeinrichtungen einmal pro Woche testen lassen und in Risikogebieten 2 Mal pro Woche. Besucher mĂŒssen FFP 2 Masken tragen. Mit der aktuellen Rechtsverordnung haben wir jetzt festgelegt, dass sich auch Bewohner und Besucher testen lassen sollen“, so die Gesundheitsministerin.

Bei der Intensivbetten-Versorgung ist Rheinland-Pfalz bundesweit in Spitzengruppe

„Über die Pflege hinaus richten wir den Blick aktuell selbstverstĂ€ndlich auch auf die Situation der KrankenhĂ€user“, sagte BĂ€tzing-LichtenthĂ€ler. „Mit dem aktuellen Shutdown ist die große Hoffnung und die Erwartung verbunden, dass die Zahl der Infizierten –und zeitlich verzögert auch die Zahl der intensivmedizinisch Behandelten -  sich wieder vermindert. Davon losgelöst ist aber klar festzustellen: Trotz der immer noch vielen Neuinfizierten haben die rheinland-pfĂ€lzischen Kliniken noch ausreichende KapazitĂ€ten.“ So zeige der Blick in das Divi-Intensivregister, dass in Rheinland-Pfalz noch knapp ein Viertel der Intensivbetten verfĂŒgbar ist. FĂŒr diese rund 250 Betten steht ausreichend Personal zur VerfĂŒgung. Hinzu kommen weitere gut 430 Intensivbetten, die Rheinland-Pfalz mit einer Vorlaufzeit von sieben Tagen aktivieren könnte. Damit liegt Rheinland-Pfalz in der absoluten Spitzengruppe bundesweit. „Wir haben es mit einem BĂŒndel von Maßnahmen wie dem Ausbau der IntensivkapazitĂ€ten, der Erhöhung der Anzahl an BeatmungsplĂ€tzen, der Schulung zusĂ€tzlichen Intensivpersonals und dem Etablieren einer neuen Netzwerkstruktur der KrankenhĂ€user geschafft, Rheinland-Pfalz frĂŒhzeitig auf die aktuellen Herausforderungen sehr gut vorzubereiten. Dies alles fĂŒhrt dazu, dass wir nicht nur auf die Pandemie reagieren, sondern vorausschauend dafĂŒr sorgen können, dass wir fĂŒr die Menschen in Rheinland-Pfalz eine hochwertige medizinische Versorgung auch wĂ€hrend der akuten Krise sicherstellen können.“

Krisenstab der Landeregierung in Stufe 3 angehoben

„Wir ziehen in der Corona-Pandemie alle KrĂ€fte zusammen, das bedeutet auch, dass wir den Krisenstab der Landesregierung in Stufe 3 angehoben haben. Das heißt: VollstĂ€ndige Aktivierung der Krisenmanagementstrukturen“, sagte MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer. „Er ist das zentrale Steuerungsinstrument, um bei außergewöhnlichen Ereignissen, wie der aktuellen Corona-Pandemie, Informationen aus allen Bereichen zu bĂŒndeln und um schnell die notwendigen Entscheidungen zu erarbeiten und entsprechende Verwaltungsmaßnahmen auf Regierungsebene zu koordinieren.“ Der Krisenstab wird durch eine eigene GeschĂ€ftsstelle im Innenministerium organisiert und gemeinsam durch den Innen-StaatssekretĂ€r und dem StaatssekretĂ€r des zustĂ€ndigen Fachressorts – in diesem Fall des Gesundheitsministeriums – geleitet. Dem Krisenstab gehören neben FĂŒhrungskrĂ€ften der Ressorts auch die FĂŒhrungsspitze oberer Landesbehörden an, wie die ADD. So können neue Entwicklungen der Lage frĂŒh erkannt und die notwendigen Entscheidungen eingeleitet werden.

Dies wird selbstverstĂ€ndlich auch an Wochenenden und ĂŒber die anstehenden Feiertage fortgefĂŒhrt, um alle aktuellen Entwicklungen im Blick zu halten und notwendigenfalls frĂŒhzeitig reagieren zu können.

Sicherstellung der Notfall-  und stationÀren Versorgung weiter verstÀrkt

„Das rheinland-pfĂ€lzische Innenministerium hat bereits zu Beginn der Pandemie veranlasst, dass die Zahl der IntensivtransportkapazitĂ€ten von fĂŒnf auf 12 erhöht wurden. Eine weitere Einheit befindet sich in der Beschaffung. Außerdem werden weitere Großraumrettungswagen ertĂŒchtigt, um jeweils drei beatmungspflichtige Patienten gleichzeitig zu transportieren zu können. Im Bereich der Luftrettung wurde zu Beginn der Pandemie ein weiterer Intensivtransporthubschrauber, Christoph 112, bei der BG Unfallklinik in Ludwigshafen stationiert. Damit stehen in Rheinland-Pfalz insgesamt fĂŒnf Intensivtransporthubschrauber und drei Rettungshubschrauber zum Einsatz bereit“, sagte MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer.

Zur Sicherstellung der Notfallversorgung und der stationĂ€ren Versorgung der Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz werden die bereits bestehenden Konzepte des Notfallintensivtransportsystem Rheinland-Pfalz, der „Allianz der KrankenhĂ€user“ und der der „Expertengruppe Notfallmedizin“ eng verzahnt mit dem Kleeblatt-Konzept auf Bundesebene.

Das Kleeblatt-Konzept ist ein bundesweites Netzwerk, das innerhalb kĂŒrzester Zeit bei einem regionalen Versorgungsengpass durch Verlegungen entgegenwirken kann. Rheinland-Pfalz koordiniert das Kleeblatt SĂŒdwest. Darin sind Baden-WĂŒrttemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zusammengeschlossen. Dieser Verbund umfasst 22 Millionen Menschen und ist damit das einwohnerstĂ€rkste der 5 KleeblĂ€tter in Deutschland.

Kliniken haben seit Beginn der Pandemie viel hinzugelernt

„Die Lage in den KrankenhĂ€usern ist aufgrund der steigenden Zahlen von Neuerkrankten mit schwerem Verlauf sehr angespannt. Die VerfĂŒgbarkeit von Intensivbetten beispielsweise in der Stadt Mainz und den umliegenden Landkreisen ist nahezu ausgeschöpft“, sagte der Direktor der Klinik fĂŒr AnĂ€sthesiologie der Uni-Klinik Mainz, Prof. Dr. Christian Werner. Die meisten Kliniken konzentrierten sich auf medizinisch absolut notwendige Eingriffe; planbare Operationen wĂŒrden derzeit verschoben, um die an COVID-19 erkrankten Patientinnen und Patienten bestmöglich versorgen zu können. Ziel sei vor allem, das medizinische Fachpersonal auf den Intermediate Care- und Intensivstationen zur Versorgung der COVID-19-Erkrankten einzusetzen. „Wir haben im Lauf der Zeit mit COVID-19 aber auch medizinisch hinzugelernt“, sagte Professor Werner. „Nicht jeder Patient wird gleich beatmet, sondern wir muten den Patienten nun etwas niedrigere SauerstoffzustĂ€nde als bisher zu und können die Patientinnen und Patienten auf diese Weise weiter auf COVID-Normalstationen unter AtemunterstĂŒtzung halten. Auch haben wir die Strategie der Thromboseprophylaxe intensiviert, was den so hĂ€ufigen thrombembolischen Komplikationen nahezu aller Organsysteme entgegenwirkt.“ Schließlich könne ein frĂŒher Einsatz von Cortison den Verlauf der Erkrankung abmildern. Alles in allem also Maßnahmen, um das "Fluten" der Intensivstationen zu vermeiden und stets ein entsprechendes Bett fĂŒr die Patientinnen und Patienten vorzuhalten, die es wirklich benötigen. „Gleichzeitig sind wir vorbereitet, in der nĂ€chsten Eskalationsstufe dezidierte Operationseinheiten innerhalb weniger Stunden in IntensivbettplĂ€tze zu verwandeln“, so Professor Werner.

„Ich danke allen, die sich an die Maßnahmen halten. Mein großer Dank gilt den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Helfern und Helferinnen, die im Gesundheitsbereich und in Alten- und Pflegeeinrichtungen seit Wochen und Monaten im Einsatz sind und auch an den Feiertagen rund um die Uhr Dienst tun und noch viel mehr!“, sagte MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer.