Dienstag, 25. Juni 2019

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Kriminalitätsentwicklung im Polizeipräsidium Koblenz für das Jahr 2018:

   -	Niedrigster Stand der Straftaten der letzten 20 Jahre -	Höchste 
Aufklärungsquote seit 12 Jahren -	Fallzahlen bei Wohnungseinbrüchen 
um 32,7 % zurück gegangen 

"Die Entwicklung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz ist positiv". Mit diesen Worten leitet Polizeipräsident Karlheinz Maron die Vorstellung des Kriminalitätslagebildes für das Jahr 2018 ein.

Im größten der fünf Flächenpräsidien in Rheinland-Pfalz wurde für 2018 erneut ein deutlicher Rückgang der Straftaten registriert. Analog des Vorjahres ist hier ein Minus von 4,7 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt wurden 67.484 Straftaten angezeigt, fast 3.320 Fälle weniger als noch 2017 und der niedrigste Stand seit 1998.

Die Aufklärungsquote, die im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 % gesteigert werden konnte, erreichte mit 63,2 % den höchsten Wert der vergangenen 12 Jahre.

Erfreulicherweise sind die Zahlen der Wohnungseinbruchsdiebstähle weiterhin zurückgegangen. "Unsere präventiven und repressiven Maßnahmen, die gezielten, regelmäßigen Kontrollen unter Beteiligung der Bereitschaftspolizei sowie länderübergreifende Kontrollmaßnahmen zeigen Erfolg", so Polizeivizepräsident Jürgen Süs. Wurden 2017 noch 1.657 Wohnungseinbruchsdiebstähle erfasst, waren es im vergangenen Jahr nur noch 1.115, ein Minus von 542 Taten und 32,7 %. "Diese erfreuliche Entwicklung ist nicht zuletzt auf die Schwerpunktsetzung in diesem Deliktsfeld zurückzuführen. Neben dem Kommissariat 15 der Kriminaldirektion Koblenz (Bandenkriminalität) wurden spezielle Ermittlungsgruppen in den vier Polizeidirektionen eingerichtet, um nicht nur einzelne Delikte aufzuklären, sondern auch bandenmäßige Strukturen der Täter und Tatzusammenhänge zu erkennen", so Süs.

Neben der akribischen Ermittlungsarbeit ist auch die Prävention ein unverzichtbarer Bestandteil der polizeilichen Arbeit. Die rund 600 persönlichen Beratungen, zahlreiche Veranstaltungen und Messebesuche der MitarbeiterInnen des Beratungszentrums der Koblenzer Polizei führten zum Erfolg: Mehr als 52 % der Einbrüche scheiterten im Versuch. (1.115 registrierte Fälle, davon 535 Versuche).

"Falsche Polizeibeamte und Geldautomatensprengungen haben uns im Jahr 2018 erneut in besonderem Maße beschäftigt", so Kriminaldirektor Stefan Heinz, Leiter der Kriminaldirektion Koblenz, während der Pressekonferenz. Im Jahr 2018 vermehrten sich die Anrufe von "Falschen Polizeibeamten" erneut. Seit dem 1. Februar 2018 ist daher eine Ermittlungsgruppe bei der Kriminaldirektion Koblenz eingerichtet, die diese Fälle für den Bereich des Polizeipräsidiums zentral bearbeitet. Fast 2.000 Anrufe von "Falschen Polizeibeamte" wurden im Jahr 2018 präsidialweit gemeldet. Hierbei ist es den Tätern in 9 Fällen gelungen, den meist älteren Opfern vorzugaukeln, dass deren Geld und Wertgegenstände in Gefahr seien, durch Einbrecher entwendet zu werden. Im gutem Glauben händigten die Senioren daraufhin einem vermeintlichen Polizisten ihr Erspartes aus. Die Polizei Koblenz beziffert den entstandenen Gesamtschaden auf rund 239.000 Euro. "Erfreulicherweise kam es aber auch zu mehreren Festnahmen. Im April, Juni und August gingen den Ermittlern mehrere "Falsche Polizeibeamte" ins Netz. 8 Tatverdächtige, die als Anrufer, Geldabheber, Auftraggeber und Verbindungsmänner tätig waren, wurden festgenommen und gingen in Haft. Ein Teil der festgenommenen Täter ist bereits verurteilt", so Kriminaldirektor Heinz

Die Zahl gesprengter Geldautomaten in Rheinland-Pfalz ist mit landesweit 26 Taten im Jahr 2018 erneut angestiegen (23 Taten im Jahr 2017). Auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Koblenz gab es vermehrt Fälle, jüngst am 6. März 2019 in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Insgesamt 8 Mal waren die Täter im Jahr 2018 aktiv. 5 Taten scheiterten. In Höhr-Grenzhausen (16.02.2018), Rheinböllen (30.08.2018) und Montabaur (29.11.2018) gelangen die Sprengungen und es wurde Bargeld im 6-stelligen Euro-Bereich erlangt. In allen Fällen gingen die Täter brachial und rücksichtslos vor. Der in Kauf genommene Sachschaden war erheblich und wird auf rund 250.000 Euro geschätzt.

Im Bereich der Straßenkriminalität, hierzu zählen u.a. Handtaschenraub, gefährliche und schwere Körperverletzung sowie Raubüberfälle oder Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen und Plätzen, sind die Fallzahlen um 0,7 % leicht angestiegen. Sie befinden sich aber mit 12.492 registrierten Strafanzeigen deutlich unter dem 5-Jahresdurchschnitt (13.417) Erfreulicherweise ist die Aufklärungsquote auch hier erneut angestiegen und liegt mit 22 % auf dem höchsten Niveau der vergangenen 5 Jahre.

"Die Menschen in unserer Region leben sicher. Die Kriminalstatistik 2018 zeigt, dass die Polizei nach wie vor im nördlichen Rheinland-Pfalz fühl- und messbar gute Arbeit leistet. Wir werden auch weiterhin, neben der Bekämpfung der objektiven Kriminalität dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken. Dies tun wir mit Engagement, Konsequenz, Präventionsmaßnahmen und Bürgernähe", so der Behördenleiter Karlheinz Maron zum Abschluss der Pressekonferenz.

Die komplette Fassung und Übersicht über die Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Koblenz finden Sie auch unter www.polizei.rlp.de unter "Statistiken".

Polizeipräsidium Koblenz