Montag, 25. Mai 2020

Letztes Update:01:53:43 PM GMT

region-rhein.de

SPD-Kreistagsfraktion will auch Vereine in der Corona-Krise unterstützen

Drucken

Puchtler informierte über Situation im Kreis

Im Rahmen einer Telefonkonferenz haben sich Landrat Frank Puchtler, einige der sozialdemokratischen Bürgermeister im Kreis und die SPD-Kreistagsfraktion über die Corona-Krise ausgetauscht. Nachdem Puchtler über die Gesundheits- und Wirtschaftsthemen berichtet hatte, diskutierten die SPDler in der Runde einige Gedanken zur Unterstützung der Vereine im Kreis.

Egal ob Musik-, Sport- oder Kulturverein, die Aktivitäten liegen derzeit auf Eis. Gerade im Frühjahr ist die Zeit der Feste und Veranstaltungen und somit können die Vereine Einnahmen für ihre aktive Arbeit generieren. Durch Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote fallen in diesem Jahr viele Einnahmen aus und in der Folge werden Vereine ihre Arbeit in Zukunft überdenken oder sogar ganz neu aufstellen müssen. Im schlimmsten Fall verschwinden Vereine für immer. „Vereine, egal was sie machen, sind wichtig für unsere Gesellschaft, die dürfen wir nicht im Regen stehen lassen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Carsten Göller. Auch das Land will hier aktiv werden und Hilfsangebote in Kürze auf den Weg bringen, berichtete MdL Jörg Denninghoff in der Runde. Für Sportvereine mit wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb gibt es bereits die Möglichkeit, Hilfen aus dem Bundesprogramm Corona-Sofort-Hilfe zu erhalten und das Land wird bei Bedarf ein ergänzendes Hilfsprogramm auflegen, wie Innenminister Roger Lewentz in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Die SPD-Fraktion hat daraufhin Landrat Puchtler gebeten zu prüfen, in welchem Umfang und auf welchem Weg der Kreis die Hilfen unterstützen und co-finanzieren kann. Der Fokus soll dabei auf in Not geratene Vereine gerichtet werden. In vielen Förderbereichen gibt das Land einen Anteil und der Kreis kann aufstocken. Ein ähnliches Modell schwebt auch der SPD-Fraktion vor und sie wäre bereit, in künftigen Kreishaushalten Gelder dafür einzustellen.

In der Telefonrunde berichtete Puchtler auch ausführlich über die derzeitige Lage im Gesundheitsbereich. Mit den drei eingerichteten Fieberambulanzen und den ab 6. April dann drei Corona-Praxen im Kreis wurde eine gut funktionierende Infrastruktur geschaffen. Ergänzt werden die festen Einrichtungen durch eine mobile Corona-Ambulanz, die über die Fieberambulanz im ehemaligen Bundeswehrdepot Gemmerich koordiniert wird. Außerdem steht die Kreisverwaltung in engem Austausch mit den im Kreis ansässigen Krankenhäusern, Rehakliniken und Seniorenwohnheimen, um Vorgehen abzustimmen und Vorbereitungen für die nächsten Wochen zu treffen. „Die Zahl der Infizierten steigt auch im Kreis, aber wir können derzeit keine besonderen Hotspots oder Verbreitungsnetze im Kreis feststellen“, erklärte Frank Puchtler. Der Landrat appellierte auch noch einmal in der Runde sich an die geltenden Kontaktbeschränkungen zu halten und bat die Teilnehmer um Unterstützung bei der Kommunikation dieser wichtigen Botschaft.

Mit Sorge blicken die Sozialdemokraten auf die wirtschaftlichen Auswirkungen im Kreis. „Gerade die heimischen Hotels und Restaurants leiden, wir müssen schauen, dass es durch Corona nicht zu einem Betriebesterben kommt und wir mit Blick auf die Buga 2029 wichtige Partner verlieren“, so Mike Weiland in der Runde. Derzeit ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (WFG) erster Ansprechpartner für alle Unternehmen im Kreis. Wolf-Dieter Matern und Tanja Steeg informieren derzeit telefonisch und mit Newslettern über Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Die SPD-Fraktion begrüßt dieses Angebot ausdrücklich und richtet auch hier den Blick in die Zeit nach der Corona-Krise. Wir brauchen ein Konjunkturpaket, das gerade den kleinen und mittleren Betrieben, den  inhabergeführten Geschäften und Dienstleistern im Kreis hilft, waren sich die SPDler einig. Hier erhofft man sich zielgerichtete Angebote aus Berlin und Mainz. Genau wie bei den Vereinen kann sich die SPD auch hier ergänzende Angebote und Leistungen im Rhein-Lahn-Kreis vorstellen.