Mittwoch, 27. Oktober 2021

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Rettungsmedaille des Landes

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Minister Roger Lewentz überreicht Rettungsmedaille des Landes an die Herren Dustin Kern, Kevin Kilp, Andre Kimpel und Benedict Simon aus der Verbandsgemeinde Loreley

Nach der Verleihung durch die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz Malu Dreyer hat Innenminister Roger Lewentz vergangene Woche auf Anregung von Bürgermeister Mike Weiland die Rettungsmedaille an vier Bürger der Verbandsgemeinde Loreley überreicht: Dustin Kern (Dörscheid), Kevin Kilp und Andre Kimpel (beide Kaub) und Benedict Simon (Nochern) haben am 28. Dezember 2020 einem Menschen das Leben gerettet.

Zwei Tage nach Weihnachten, in der kalten und eigentlich ruhigen Zeit zwischen den Jahren, wurden die Geehrten Zeugen, wie ein Wohnmobil bei Oberwesel in den Rhein rollte. Sie befanden sich zu diesem Zeitpunkt am gegenüberliegenden Rheinufer auf der Fähre Kaub, auf der Kevin Kilp und Andre Kimpel, arbeiten und mit der Dustin Kern und Benedict Simon in ihrem Firmenfahrzeug beruflich zu einem Termin unterwegs waren. Zu diesem Zeitpunkt war nicht ersichtlich, wie viele Personen sich im Wohnmobil befanden und was die Ursache des Unglücks war. Aber die Fährbesatzung hat unmittelbar und entschlossen reagiert: „In dem Wissen, dass der Tiefgang der Fähre gering genug ist, um nah an das Wohnmobil heranzufahren, haben Sie auf das im Wasser treiben Fahrzeug zugesteuert und es sachte gegen das Ufer gedrückt“, so Minister Roger Lewentz in seiner Ansprache. So gelang es, das Wohnmobil vom Abtreiben in die Fahrrinne zu sichern. Alle Handelnden wussten, dass durch die starke Strömung und die winterlichen Temperaturen unmittelbare Gefahr für Leib und Leben für den Insassen bestand.

Dass es gelang, das Wohnmobil mithilfe der Fähre gegen das Ufer zu manövrieren zeugt von dem großen Können des Fährführers und der Fährbesatzung. Das Wohnmobil war inzwischen zu zwei-Dritteln unterhalb der Wasseroberfläche. Eine schnelle Rettung war deshalb in erster Linie über die Dachluke möglich. Unter widrigen Umständen bei Winter am Rhein, kaltem Wasser und starker Strömung bestand für den Fahrer Lebensgefahr. Während das Wohnmobil zwischen Fähre und Ufer gehalten wurde, begaben sich drei der Retter auf das das Dach des Wohnmobils. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelang es den Fahrer über die Dachluke aus dem Innenraum zu bergen und an das sichere Deck der Fähre zu bringen. Dort haben die Retter direkt Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet. Für das Leben eines Mitmenschen haben sie sich selbst in große Gefahr begeben. „Dass Sie in einer solchen Situation so beherzt, mutig und vor allem gemeinschaftlich gehandelt haben, macht Sie zu Helden. Ohne Sie hätte der Fahrer wohl kaum überlebt“, betonte der Minister weiter.

Neben dem mutigen Handeln haben die Vier auch die Rettungskräfte verständigt. Die Feuerwehren aus Kaub und St. Goarshausen trafen rasch am Einsatzort ein und konnten die weitere Versorgung des Geretteten übernehmen. „Mit Ihrem unerschrockenen Einsatz haben Sie sich in besonderer Weise für die Allgemeinheit verdient gemacht und dieses außergewöhnliche Verhalten kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“, beendete Minister Roger Lewentz seine Laudatio in den Räumen des Blüchermuseums Kaub. „Für den Vorschlag für diese Ehrungen möchte ich dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley, Mike Weiland, ausdrücklich danken“, unterstrich Roger Lewentz am Ende seiner Rede. Auch der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Frank Puchtler, hat im weiteren Verfahren den Vorschlag unterstützt. So hatten anschließend auch Frank Puchtler und Mike Weiland lobende Worte an die frisch gebackenen Träger der Rettungsmedaille des Landes im Gepäck: „So viel Einsatz, so viel Courage gehört einfach gewürdigt“, so Frank Puchtler und Mike Weiland überbrachte an alle auch die besten Wünsche des Kauber Wehrführers Sebastian Gros sowie von VG-Wehrleiter Jörg Preißmann: „Durch das vorbildliche und beherzte Handeln haben die vier Retter den Feuerwehren den Einsatz erleichtert.“ Auch Stadtbürgermeister Martin Buschfort stimmte dem in seiner Gratulation zu und freute sich mit den vier ausgezeichneten Persönlichkeiten.

In einem waren sich Minister, Landrat, Bürgermeister der Verbandsgemeinde und auch der Stadtbürgermeister einig: „Wir brauchen Menschen wie Sie, die nicht wegschauen, sondern Zivilcourage beweisen; Menschen, die auch bereit sind, sich selbst in Gefahr zu begeben, um anderen zu helfen.“ Denn im Leben eines jeden Menschen können ganz plötzlich Situationen eintreten, in denen man auf den spontanen Einsatz und die schnelle Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen ist – es bleibt keine Zeit um auf das Eintreffen von Einsatzkräften zu warten. Solche Situationen spielen sich nicht selten in der Öffentlichkeit ab und Unbeteiligte, die helfen könnten, haben oftmals Bedenken sich einzumischen oder wissen schlicht nicht, was sie tun können. In solchen Situationen ist und bleibt es etwas ganz Besonderes, wenn Bürgerinnen und Bürger ein so hohes Maß an Zivilcourage zeigen und zu Lebensrettern werden und das haben die vier Retter bewiesen.