Dienstag, 20. April 2021

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Kanalsanierungsarbeiten in der Schulstraße

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Zeitweise Beeinträchtigungen

Lahnstein. Ab dem 5. August 2019 wird der Mischwasserkanal in der Schulstraße saniert. Dazu werden über die in der Straße vorhandenen Schachtbauwerke harzgetränkte Glasfaserschläuche in den Kanal eingezogen und ausgehärtet. Erdarbeiten sind bei dem Verfahren nicht erforderlich. Aufgrund von Aushärtungs- und Entspannungszeiten ist die Baustelle nicht durchgehend besetzt.

Die Stadtverwaltung Lahnstein bittet die Anlieger und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die Maßnahme. Die Arbeiten werden so zügig wie möglich durchgeführt, so dass die Behinderung nur so lange wie nötig bestehen bleibt. In der Regel beträgt die Arbeitszeit nur wenige Tage. Die Firma geht davon aus, die Arbeiten unter Verkehr durchführen zu können und eine Straßensperrung nicht erforderlich ist.

In Erinnerung an den ermordeten jüdischen Mitbürger Hans Levi

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Arbeitsgeräte des ermordeten Lahnsteiner Juden wurden dem städtischen Museum gestiftet

Lahnstein. Hans Levi war ein jüdischer Mitbürger in Niederlahnstein. Unter den Nationalsozialisten hatte seine Familie, die in der Johannesstraße ein Kurzwarengeschäft betrieb, schweres Leid zu ertragen. Sein Bruder Paul Levi, sein Schwager Max Wunsch und er selbst wurden trotz Flucht ermordet – drei Stolpersteine vor dem Haus Johannesstraße 5 erinnern heute an sie.

Hans machte eine Lehre als Sattler und Polsterer. Nach Stationen in Düsseldorf und Coburg lebte er 1934 bei seiner Schwester Hilde Emmel in Niederlahnstein. 1935 emigrierte er zu seiner anderen Schwester Jenny, verh. Wunsch, nach Deventer in den Niederlanden. Dort arbeitete er als Lederarbeiter in einer Fabrik. Als die Nazis ihn Anfang Oktober 1942 abholten, gab er seine Sattelbank und seinen Hocker bei dem Fabrikanten in Gewahrsam, „damit er nach dem Krieg seinen Job wieder aufnehmen konnte“. Hans Levi wurde ins Lager Westerbork gebracht und im Februar 1945 ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Drei Wochen später, am 1. März 1945, starb er dort – laut Eintragung des Roten Kreuzes – an Dysenterie (Ruhr) und Herzschwäche.

Karen Wessels aus Breda in den Niederlanden, eine Enkeltochter des Fabrikanten, wandte sich kürzlich an das Stadtarchiv Lahnstein. Nach dem Tod ihrer Schwester im letzten Jahr kam sie in den Besitz von Sattelbank und Hocker und suchte nach den rechtmäßigen Erben. Sie kontaktierte das Etty Hillesum Centrum in Deventer, die ihr Hilde Emmel, geb. Levi, als überlebende Schwester mitteilte. Hilde Emmel ist vielen Lahnsteinern noch bekannt. Sie überlebte den Holocaust und starb hochbetagt 1996 in ihrer Heimatstadt Lahnstein. Daher wandte sich Karen Wessels an Hildes Enkel Horst Emmel in Lahnstein. Da dieser mit dem Besitz von Hans Levi nichts anzufangen wusste, nahm er gerne die Anregung von Stadtarchivar Bernd Geil auf, diese im städtischen Museum im Hexenturm aufzustellen. Hocker und Sattelbank stehen nun in der volkskundlichen Ausstellung und wurden mit dem Hinweis auf die jüdische Vergangenheit seines letzten Besitzers beschriftet.

Das Ehepaar Wessels freut sich, damit einen geeigneten Ort gefunden zu haben. Stadtarchivar Geil zeigte dem Ehepaar Wessels alle Räume des Museums und auch die Stolpersteine  in Erinnerung an Hans und seine Familie.

Der Hexenturm ist am Tag des offenen Denkmals (Sonntag, den 8. September)  im Rahmen von kostenlosen Turmführungen zu besichtigen, ansonsten auf Anmeldung bei der Touristinformation Lahnstein.

Neue Kindertagesstätte nimmt weiter Form an

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Lahnstein. Die neue 6-gruppige kommunale Kindertagesstätte in der Schillerstraße nimmt immer weiter Form an und die Baumaßnahme geht sichtlich gut voran.

Vor ziemlich genau einem Jahr war Spatenstich und heute kann man sich bereits sehr gut vorstellen, wie der Kindergarten einmal aussehen wird. Ab Anfang Dezember können die ersten Kinder in der Kita aufgenommen werden. Insgesamt sollen in der Schillerstraße einmal rund 100 Kinder betreut werden. „Bis das aber so weit ist, dass wir bei dieser Anzahl an Kindern angekommen sind, wird es noch ein bisschen dauern, da wir genügend qualifiziertes Personal benötigen“, so Werner Kratz, zuständiger Fachbereichsleiter im Bereich Bildung, Soziales und Sport.

„Es wird sechs Gruppen geben, zwei Gruppen für die ganz kleinen Kinder und vier Gruppen für die etwas größeren Kinder“, so Jürgen Becker, Fachbereichsleiter Bauen und natürliche Lebensgrundlagen.

In dem Projekt, welches vom Architektenteam BHP betreut wird, sind zum größten Teil nur regionale Firmen involviert Jeden Montag finden sogenannte „Jour-Fix-Termine“ statt, bei denen die arbeitenden Firmen zusammentreffen und vor Ort die weiteren Schritte und Pläne besprechen. Insgesamt sind rund 25 Firmen mit dem Bau der Kindertagesstätte betraut. „Auch finden derzeit Vorstellungsgespräche für Erzieher/innen statt. Insgesamt möchten wir gerne 16 Erzieher/innen als Vollzeitkräfte und 1,5 Hauswirtschaftskräfte einstellen, die dann die Kinder betreuen sollen“, so Werner Kratz. „Wir sind noch auf der Suche und sind uns sicher, dass wir mit unserer neuen Kita eine tolle Atmosphäre schaffen werden, sowohl für die Kinder, als auch für unsere neuen Erzieher/innen“.

Der winkelförmige Baukörper und die besondere runde Form der Gruppenräume sind auf die Sicherheit der Kinder ausgerichtet und zum Innenbereich des Kindergartens mit großen Fenstern versehen. So haben die Erzieher/innen auch die Möglichkeit eine gute Einsicht in die Räume zu haben, wenn sie sich im Außenbereich der Kita befinden und haben „ihre“ Kinder stets im Blick. Der Außenbereich, der zum Teil überdacht ist, hat eine Spielfläche von 230m², die Gruppenräume eine Größe von 50m².

Neben den sechs Gruppenräumen werden außerdem Schlaf- und Wickelräume, Nebenräume, Personalräume, eine Küche, ein Mehrzweckraum und Sanitärbereiche gebaut. Weiterhin wird der gesamte Kindergarten barrierefrei sein.

Kleiner Behzad darf wieder heim

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Fast ein halbes Jahr ist der kleine Behzad aus Afghanistan hier im St. Elisabeth Krankenhaus Lahnstein behandelt worden. Jetzt konnte er wieder in sein Heimatland zurückkehren.

Lahnstein. Schon seit rund 20 Jahren werden im St. Elisabeth Krankenhaus Lahnstein Kinder aus weltweiten Krisen- und Kriegsregionen kostenfrei behandelt. Verantwortlich hierfür ist Dr. med. Matthias Bausch, Chefarzt der Chirurgie, der seinerzeit den Kontakt zum Friedensdorf International hergestellt hat. Und seitdem kommt mindestens einmal im Jahr frühmorgens ein völlig übermüdetes, hungriges, kleines Kind in Lahnstein an und hofft auf Heilung.

In diesem Jahr im Februar war es Behzad aus Afghanistan, ein sechsjähriger Junge, der eine Verletzung am Ellenbogengelenk und eine Knochenmarksentzündung im Oberarm hatte, die sich auszubreiten drohte. Fast zehn Mal musste der kleine Junge operiert werden, um eitriges, abgestorbenes Gewebe zu entfernen und den Knochen von innen zu spülen und die Entzündung, eine so genannte Osteomyelitis, zu bekämpfen. Am Ende hatten die Ärzte Erfolg. Das Ellenbogengelenk blieb zwar steif, aber die Osteomyelitis konnten die Mediziner heilen.

„Da die Kinder ja nicht direkt zu uns kommen, haben wir es in der Regel mit fortgeschrittenen, schwierigen Krankheitsstadien zu tun“, so Dr. Bausch. Daher wundert es auch nicht, dass pro Kind Behandlungs- und Betreuungskosten im hohen 5-stelligen Eurobereich entstehen können, die primär vom St. Elisabeth Krankenhaus getragen werden. „Ohne ein tragendes Netzwerk an Partnern hier vor Ort, die uns bei der Versorgung der Kinder helfen, wäre das nicht leistbar“, so Dr. Bausch. „Ob Labor oder Orthopädietechnik; hier ziehen viele Partner an einem Strang und stellen Leistungen kostenfrei zur Verfügung. Und zusätzlich gibt es den Freundeskreis Friedensdorf, der sich um die Betreuung der Kinder kümmert.“ Schließlich sind die teils traumatisierten Kinder in der Regel mehrere Monate hier und brauchen in der Zeit nicht nur medizinische Versorgung, sondern wollen auch betreut und unterhalten werden. Zudem braucht es mal ein neues T-Shirt oder Schuhe, Spielzeug oder Bücher.

Wobei die kleinen Patientinnen und Patienten auch den Pflegekräften und Medizinern auf den Stationen ans Herz wachsen: „Die Friedensdorfkinder sind schon etwas Besonderes für uns; schließlich haben wir keine Kinderstation im Haus. Und zu erleben, wie sich ein Kind innerhalb weniger Wochen in einer neuen Umgebung zurechtfindet, Heimweh überwindet, eine ganz neue Sprache lernt, Freundschaften schließt und zum Teil des Stationsalltags wird, ist immer wieder schön.“ Etwas bedauerlich findet Dr. Bausch, dass er nur in zwei Fällen je wieder etwas von den Kindern gehört hat, die bei ihm behandelt wurden. „Das ist Konzept des Friedensdorfes. Wir wissen vorher nicht, wer kommt, haben dann nur eine Vermutungsdiagnose des einheimischen Kollegen von vor Ort und erfahren später nicht, wie es den Kindern nach ihrer Rückkehr in ihr Heimatland ergangen ist.“ Eben bis auf in zwei Fällen. Einmal wurde das St. Elisabeth Krankenhaus gebeten, ein halbes Jahr später noch mal ein Röntgenbild zu befunden. Und ein Angolaner, der vor vielen Jahren in Lahnstein behandelt wurde, ist heute Botschafter des Friedensdorfes in seinem Heimatland.

„Ich empfinde es als unseren kleinen solidarischen Beitrag für die Welt. Schließlich haben wir das Glück, in ein erste Welt Land geboren zu sein und sind damit gesegneter als ein Großteil der Menschen“, meint Dr. Bausch, der auch in seiner Freizeit immer wieder in Krisengebieten der Welt Einsätze betreut, abschließend über die Zusammenarbeit mit dem Friedensdorf.

Wer die Versorgung der Kinder unterstützen möchte, kann dies gerne mit einer Spende tun: Entweder direkt ans St. Elisabeth Krankenhaus zu Gunsten des Friedensdorfes oder an das Friedensdorf International selbst.

Feierliche Taufe in Lahnstein

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Flusskreuzfahrtschiff „AmaMora“ offiziell geweiht

Lahnstein. Es war ein Spektakel der Extraklasse, als das Flusskreuzfahrtschiff „AmaMora“ in Lahnstein anlegte. Bereits zum zweiten Mal fand in den Oberlahnsteiner Rheinanlagen eine Schiffstaufe der Reederei AmaWaterways statt, die auch dieses Mal keine Mühen und Kosten scheute, dieses besondere Ereignis im feierlichen Rahmen durchzuführen.

„Wir sind sehr stolz, dass die Reederei Lahnstein erneut als Taufort ausgesucht hat. Solch ein Ereignis ist schon etwas ganz Besonderes“, meinte Petra Bückner, Leiterin der Lahnsteiner Touristinformation, die die Kontakte zur Reederei pflegt und die Veranstaltung seitens der Stadt mit organisiert hat.

Vor der malerischen Kulisse des Mittelrheintals wurde das ankommende Schiff zu den Klängen des Shanty-Chors begrüßt. Die Gäste schritten über einen „blauen Teppich“ an Land und wurden stilecht von Lahnsteins Bürgermeister Adalbert Dornbusch und Rhein-Lahn-Nixe Maren I. in Empfang genommen.

Auch die Eigentümer der Reederei Rudi Schreiner und seine Ehefrau Kristin Karst zeigten sich begeistert und freuten sich, die Schiffstaufe erneut in Lahnstein durchführen zu können. Libbie Rice, die Taufpatin des Schiffes, fand in ihrer Ansprache ebenfalls sehr herzliche Worte und war sichtlich gerührt die „AmaMora“ taufen zu dürfen. Auch sie dankte der Stadt Lahnstein ausdrücklich für ihre Unterstützung.

Bürgermeister Adalbert Dornbusch freute sich in seiner Begrüßung über die zahlreich erschienen Gäste und die Möglichkeit „diesen einmaligen Moment, nämlich die Schiffstaufe der „AmaMora“, mit Ihnen erleben zu dürfen. In den vergangenen Jahren haben bereits über 5000 Schiffsgäste Lahnstein und auch die Kerzenführung auf unserer schönen Burg Lahneck erlebt und kennen inzwischen unsere schöne Stadt. Wir sind daher sehr froh und auch ein bisschen stolz, dass Sie - liebe Kristin Karst, lieber Rudi Schreiner – die Stadt Lahnstein erneut als Ort für die Taufe ausgewählt haben und freuen uns, Sie alle hier begrüßen zu dürfen“, so Bürgermeister Dornbusch weiter.

In seinen abschließenden Worten wünschte er dem neuen Schiff und seiner Besatzung nun allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Nachdem sich die Ehrengäste ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatten, wurden zum Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit die Flaggen von Stadt und Reederei ausgetauscht, bevor die eigentliche Taufzeremonie – beginnend mit dem Segen für das Schiff von Pfarrer Armin Sturm – vollzogen wurde.

(Fotos: Alina Hillesheim)

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