Freitag, 26. Februar 2021

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Modellstadt St. Goar: SGD-Nord-Präsident Uwe Hüser macht sich vor Ort ein Bild

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Die der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat mit ihrer Initiative Baukultur im Jahr 2009 in St. Goar einen europaweit ausgelobten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb zur Neugestaltung des Rheinvorlandes durchgeführt. Ziel des Wettbewerbes war es, ein innovatives und langfristig tragfähiges Gesamtkonzeptes für die Rheinseite der Stadt zu erstellen. Baumaßnahmen unterschiedlicher Akteure sollten gestalterisch und funktional miteinander in Einklang gebracht werden – auch unter Beachtung des UNESCO-Weltkulturerbes. Zwischenzeitlich sind fast alle Bauabschnitte realisiert und die Ideen des Preisträgers des Wettbewerbs, der Landschaftsarchitekten RMP Stephan Lenzen aus Bonn, umgesetzt worden.

Davon hat sich der Präsident der SGD Nord, Uwe Hüser, vor Ort überzeugt. „Die gute Zusammenarbeit mit Vertretern der Stadt und den Experten der SGD Nord aus der Baukultur und der Wasserwirtschaft war vorbildlich. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und sind ein gutes Beispiel dafür, wie eine innovative und nachhaltige Rheinvorlandgestaltung funktionieren kann“, erklärt Hüser, der sich beeindruckt zeigte. Der SGD-Nord-Präsident dankte auch Stadtbürgermeister Falko Hönisch für sein Engagement.

Die Koordinierung und Umsetzung der Maßnahme war Aufgabe der bei der SGD Nord angesiedelten Initiative Baukultur. Diese übt sie auf Grundlage einer Kooperationsvereinbarung aus, die im Jahr 2011 zwischen allen beteiligten Institutionen des Bundes, des Landes Rheinland-Pfalz, des Rhein-Hunsrück-Kreises, des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal, der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel und der Stadt St. Goar geschlossen wurde.

Wesentliche Eckpunkte des Wettbewerbs waren die ortsgerechte Gestaltung der Ortsdurchfahrt Bundesstraße 9, die Gestaltung der Stadteingänge, der öffentlichen Plätze und der Rheinuferpromenade. Bereits im Wettbewerbsverfahren gab es wichtige Aufgaben zu lösen: Die Parkplätze mussten neugeordnet, die Belange des Naturschutzes und der Denkmalpflege sowie die Hochwasserproblematik mussten beachtet werden. Zudem galt es auch, die Maßnahmen barrierefrei und kinderfreundlich umzusetzen und den Anforderungen des Tourismus und der Personenschifffahrt gerecht zu werden. Auch Möglichkeiten zur Stadtbeleuchtung und -möblierung wurden erarbeitet.

Die SGD Nord hat auch mit ihrer Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, damit dieses Projekt gelingt. Das Rheinvorland zwischen Hafengelände und der ehemaligen Panzerrampe wurde unter wasserwirtschaftlichen und ökologischen Aspekten aufgewertet. Grundvoraussetzung dafür war der Abriss der leer stehenden Gewerbehalle direkt am Hafen im Jahr 2008. Im Zuge der Neuplanung wurde der gesamte Bereich um die Gewerbehalle bis zur ehemaligen Panzerrampe neu gestaltet, damit dort künftig eine, der besonderen Lage der Fläche gerecht werdende Nutzung stattfinden kann. Die Panzerrampe selbst wurde in eine attraktive Sitzstufenanlage umgestaltet. Etwa zur gleichen Zeit wurde das Rheinufer im Bereich des Campingplatzes von St. Goar gegenüber der Loreley umgestaltet. Aufenthaltsmöglichkeiten am Flussufer und eine durchgängige Uferpromenade haben die Erholungsqualität des touristischen Schwerpunktbereiches im Tal verbessert. Auch wurde so der Hochwasserabfluss positiv beeinflusst, da Retentionsraum im Überschwemmungsgebiet des Rheins geschaffen wurde.

Aktuell steht aus dem Projekt Modellstadt St. Goar noch die Neugestaltung des Rheinuferbereiches zwischen der ehemaligen Panzerrampe und dem Rheinbalkon an. Diese Maßnahme soll als parkähnliche Grünfläche den Lückenschluss bilden. Momentan wird die Planung mit den beteiligten Fachstellen abgestimmt, bevor es dann in die Genehmigungsphase geht und danach der Bau losgehen kann.

Stefan-Morsch-Stiftung: Anpfiff für die neue Stiftungsbotschafterin

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Christina Biehl engagiert sich für die Hilfe gegen Blutkrebs

Frauenfußball-Bundesliga, U-20-Weltmeisterschaft, Champions-League-Finale und 3. Liga im Herren-Fußball: Christina Biehl (34) hat seit 2008 eine steile Karriere als Schiedsrichterin hingelegt. Nun engagiert sich die Rheinland-Pfälzerin auch im Kampf gegen den Blutkrebs und unterstützt die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erste Stammzellspenderdatei, ab sofort ehrenamtlich als erste offizielle Botschafterin.

„Mich hat es sehr gefreut, dass die Stiftung auf mich zugekommen ist, um mich als Botschafterin zu gewinnen“, berichtet Christina Biehl. „Mein Vater ist, als ich 18 Jahre alt war, an Krebs gestorben. Das hat mich in meiner gesamten Laufbahn geprägt.“ Die Unterstützung der studierten Sportmanagerin sowie Umwelt- und Betriebswirtin kommt gerade richtig, denn Corona macht auch der Stammzellspenderdatei schwer zu schaffen: Da derzeit keine Typisierungsaktionen vor Ort stattfinden können, ist die Anzahl der Neuregistrierungen um 75 Prozent zurückgegangen. „Das bedeutet, dass wir 2020 etwa 15.000 Menschen weniger als potenzielle Lebensretter registrieren konnten als noch 2019“, erklärt Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stiftung. „Im Gegensatz zur Blutspende kommt es bei der Stammzellspende auf die sogenannten HLA-Merkmale an. Das sind genetische Gewebemerkmale, die in einer sehr großen Vielfalt beim Menschen vorkommen – und die bei einer Spende übereinstimmen müssen. Wir sind deshalb immer auf der Suche nach dem ‚genetischen Zwilling‘ eines Erkrankten.“  

Christina Biehl wird ihren Bekanntheitsgrad unter anderem künftig dazu nutzen, für die Stiftung zur Online-Typisierung aufzurufen: „Das geht ganz einfach von Zuhause aus, über deren Homepage. Man muss lediglich drei kurze Fragen beantworten und seine Kontaktdaten angeben. Dann bekommt man ein Set für eine Speichelprobe inklusive Anleitung direkt nach Hause geschickt. Und das sendet man dann einfach wieder an die Stiftung zurück. Dies funktioniert auch im Lockdown super.“ Darüber hinaus berichtet die frisch ernannte Botschafterin in den Social-Media-Kanälen der Stiftung über ihre Einsätze als Schiedsrichterin. Am 18. Februar steht zum Beispiel ein Freundschaftsspiel der Frauen an, Belgien gegen die Niederlande: „Durch meine Schiedsrichtertätigkeit komme ich sehr viel herum, sowohl national auch als international. Ich möchte den Menschen von der Stiftung berichten, sie begeistern – und sie überzeugen sich typisieren zu
lassen.“ Gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation hat Botschafterin Biehl bereits jetzt interessante Beiträge geplant, die sie aber im Detail noch nicht verraten will: „Es soll ja spannend bleiben“, lacht sie.

Die Stefan-Morsch-Stiftung feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Jubiläum. Sie war die erste Stammzellspenderdatei Deutschlands und ermöglichte hierzulande zum ersten Mal die gezielte Suche nach einem sogenannten Fremdspender. Denn nur ein Drittel der Erkrankten findet einen passenden Lebensretter in der Familie. Alle anderen sind auf eine Fremdspende angewiesen, wenn Chemotherapien und Bestrahlungen, etwa bei Leukämie, nicht den gewünschten Erfolg bringen – und eine Stammzellspende die einzige Chance auf Überleben ist. „Wie kaum eine andere medizinische Therapie ist die Stammzelltransplantation auf die Solidarität der Bevölkerung angewiesen. Die Bereitschaft, sich für einen fremden Menschen einzusetzen, kann nicht hoch genug bewertet werden“, betont Susanne Morsch. Sie ist die Schwester von Namensgeber Stefan Morsch, der als erster Europäer 1984 durch eine Fremdspende von seiner Leukämie geheilt wurde. Unerwartet verstarb Stefan jedoch ein halbes Jahr später an einer Lungenentzündung. Seinem Wunsch, eine Spenderdatei in Deutschland aufzubauen, um auch anderen Betroffenen helfen zu können, haben seine Eltern und viele Unterstützer nach seinem Tod wahr werden lassen – und das prägt bis heute das Selbstverständnis der Stiftung: „Wir nehmen Blutkrebs persönlich.“

Ersthelferin gesucht

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Er verlässt die Wohnung pünktlich am Mittwoch, den 9. Dezember letzten Jahres um 13:30 Uhr, um zu seinem Auto in der nahgelegenen Garage in der Horchheimer Höhe zu gehen und möchte zum Friseur nach Lahnstein. In der Garage am Auto angekommen verliert der Mann das Bewusstsein und fällt zu Boden. Sein Leben hängt in diesem Moment am seidenen Faden.

Nur wenige Dinge nimmt er in den nächsten Minuten bruchstückhaft wahr. Das kurze Erwachen in seinem eigenen Blut, das überall um ihm auf dem Boden ist, den Verlust der Brille und einen Mann, der ihn etwas später in eine aufrechte Sitzposition bringt. An alles andere kann er sich nicht erinnern.

Bei seinen Recherchen zum späteren Zeitpunkt erfährt er jedoch, dass es eine Frau war, die wohl genau im richtigen Moment an den Garagen vorbei geht und ihn am offenen stehenden Tor liegend entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt ist er ohnmächtig und nicht mehr ansprechbar.

Die Frau handelt besonnen und wählt umgehend den Notruf und rettet ihm damit das Leben. Denn wie sich später herausstellt hatte sich Anfang November operativ gesetzter Bypass im Unterschenkel gelöst und eine starke Blutung verursacht.

Um kurz nach 14 Uhr geht darauf hin über die 112 der Notruf bei der Integrierten Leitstelle Koblenz ein. Im nächsten Moment piepsen und vibrieren die kleinen Melder an den Gürteln zweier Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes.  Die beiden Rettungsassistenten starten unmittelbar von der erst Anfang 2019 in Betrieb genommenen Rettungswache auf der rechten Rheinseite zu dem Garagenpark. Nur 5 Minuten später sind die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort und erkennen: Die Lage ist ernst!

Der Aufgefundene ist wach und ansprechbar aber blutet stark. Er kann sich an keinen Sturz erinnern und erste Vermutungen deuten auf eine gerissene OP-Naht hin, was die starken Blutungen erklären könnte, die ihn haben ohnmächtig werden lassen. Der Patient ist auf Grund der niedrigen Temperaturen unterkühlt. Fast schon nebensächlich wirkt die Platzwunde am Kopf.

Auf schnellstem Wege wird der 73-jährige in den Koblenzer Kemperhof transportiert, wo er notoperiert wird.

Nach mehreren Tagen auf der Intensivstation und insgesamt 7 Wochen im Krankenhaus erholt er sich bis heute und versucht das Geschehene zu verstehen und zu verarbeiten.

Der Senior ist dankbar, dass im richtigen Moment die Person da war, die das einzige richtige tat und so sein Leben rettete.

Ein Wunsch ist für den 73-jährigen jedoch bis heute unerfüllt. Er weiß nicht, wer die besagte Ersthelferin an den Garagen ist. „Ich will doch einfach nur eine Telefonnummer – nicht mal einen Namen. Ich möchte persönlich Danke sagen,“ sagt der Mann.

„Gerne möchten wir dem Herren dabei helfen die letzte Unbekannte in seinem persönlichen Glücksfall zu lösen und suchen gemeinsam mit Ihm über die Medien nach der Lebensretterin,“ sagt Amelie Kohn, Leitung der Stabstelle Kommunikation. So kann der freundliche Herr von der Horchheimer Höhe endlich einen gedanklichen Schlussstrich ziehen und den 9. Dezember in Zukunft als zweiten Geburtstag feiern.

Sollten Sie Hinweise zur Ersthelferin haben oder sich selbst als Ersthelferin wiedererkennen so melden Sie sich doch bitte beim DRK in Koblenz unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder 0261-40636-37.

Infos zur Suche kurz zusammengefasst:

09.12.2020

Ca. 13:35 bis 14 Uhr

Garagenpark, Horchheimer Höhe, 56076 Koblenz

Ersthelferin, die den Notruf wählt

Weiblich, Alter unbekannt

Rheinland-Pfalz: Ab heute „Vorwahl“ mit dem Wahl-O-Mat

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Wahl-O-Mat für Rheinland-Pfalz seit 10.00 Uhr online / 15 Jugendliche erstellten mit Expertinnen und Experten zusammen im digitalen Workshop die 38 Thesen (Sperrfrist: 10.2.2021, 10 Uhr)

Der Wahl-O-Mat: Alle kennen ihn, die meisten von uns haben ihn schon genutzt, ob zu Europa-, Bundestags- oder Landtagswahlen. Inzwischen ist er das meist genutzte Angebot politischer Bildung zu Wahlzeiten.

Ab sofort ist der Wahl-O-Mat für Rheinland-Pfalz unter www.wahl-o-mat.de/rlp online. Das speziell auf die rheinland-pfälzische Landtagswahl am 14. März 2021 zugeschnittene interaktive Wahltool von Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) erscheint 2021 in neuem Design. Das Online-Angebot zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz existiert auch   als App für iOS und Android.

Bernhard Kukatzki, Direktor der LpB: „Jungen und erwachsenen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern bietet der Wahl-O-Mat einen einfachen Weg zur Beschäftigung mit den Aussagen der politischen Parteien. Bei der Landtagswahl 2016 nutzten 716.737 Menschen den Wahl-O-Mat für Rheinland-Pfalz online, mehr als doppelt so viele wie 2011.“

Sarah Scholl-Schneider, stellvertretende Direktorin und Zuständige der LpB für den Wahl-O-Mat verdeutlicht: „Die 38 Wahl-O-Mat-Thesen laden dazu ein, sich mit den Positionen der politischen Parteien zu beschäftigen: Welche Partei kommt den eigenen politischen Ansichten am nächsten? Bei welchen Themen unterscheiden sich die Parteien? Mit neuen Features ermöglicht es der Wahl-O-Mat, sich spielerisch mit den Positionen der Parteien genauer auseinanderzusetzen.“
Coronabedingt entstand der Wahl-O-Mat 2021 für Rheinland-Pfalz zum ersten Mal in rein digitalen Workshops mit einer Redaktion aus 15 Jungwählerinnen und -wählern sowie fünf Expertinnen und Experten aus Politikwissenschaft, Journalismus und politischer Bildung aus Rheinland-Pfalz. Über die Social-Media-Kanäle der bpb konnten zusätzlich Community-Themen vorgeschlagen werden.

Der Wahl-O-Mat Rheinland-Pfalz bietet die Möglichkeit, sich über Wahlprogramme zu informieren und die eigene Übereinstimmung mit den Positionen der Parteien zu erforschen. „Der Wahl-O-Mat gibt keine Wahlempfehlung“, betont Thomas Krüger, Präsident der bpb, „aber er zeigt, wie die Parteien zu aktuellen Sachfragen stehen. Und er macht Lust darauf, sich auf unterhaltsame Weise mit politischen Inhalten zu befassen.“

Die Einstellung der Nutzer wird anhand von 38 Thesen zu politischen Themenfeldern gewichtet, die auf den Wahl- und Grundsatzprogrammen der zur Wahl zugelassenen Parteien basieren. Die Auswertung zeigt dann die Nähe der eigenen Meinung zu den Positionen der Parteien auf.

Der Wahl-O-Mat ging erstmals 2002 an den Start und wurde über 82 Millionen Mal gespielt. Umfragen der Uni Düsseldorf aus dem Jahr 2020 zeigen seine Wirkung: Fast 75 Prozent der Befragten sagten, dass sie mit Anderen über ihr Ergebnis sprachen, mehr als die Hälfte motivierte das Tool, sich politisch weiter zu informieren. Knapp fünf Prozent bewegte der Wahl-O-Mat, zur Wahl zu gehen, obwohl sie das nicht geplant hatten.

Annähernd 4,1 Millionen Einwohner in Rheinland-Pfalz

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Am Jahresende 2020 lebten in Rheinland-Pfalz rund 4.099.600 Personen. Nach einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Landesamtes ist die Einwohnerzahl damit zum neunten Mal in Folge gestiegen. Der Bevölkerungszuwachs fiel mit annähernd 5.700 Personen gegenüber den beiden Vorjahren deutlich schwächer aus. Ungeachtet dessen ist dies die höchste Zahl in der mehr als 70-jährigen Landesgeschichte.

Wie in den Jahren zuvor geht der Anstieg der Bevölkerungszahl auf die räumliche Bevölkerungsbewegung zurück; das heißt, es zogen deutlich mehr Menschen nach Rheinland-Pfalz als das Land verließen. Dieser Wanderungsüberschuss belief sich schätzungsweise auf rund 16.900 Personen. Die natürliche Bevölkerungsbewegung weist dagegen – nicht zuletzt aufgrund der im vierten Quartal 2020 verstärkt aufgetretenen Auswirkungen der Corona-Pandemie – ein deutliches Defizit aus. Die Zahl der im gesamten Jahresverlauf Gestorbenen dürfte mit schätzungsweise mehr als 49.000 um rund 11.500 über der mit den Vorjahren vergleichbaren Zahl der Geborenen von rund 37.600 gelegen haben.

Um den Bevölkerungsstand zum Jahresende 2020 zu schätzen, wurden Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung sowie Bestandsdaten der rheinland-pfälzischen Meldebehörden herangezogen, die Angaben zum Geschlecht, zum Alter sowie zur Staatsangehörigkeit der Einwohnerinnen und Einwohner beinhalten. Genauere Angaben zu den Zu- und Fortzügen sowie zu den Geburten und Sterbefällen, mit denen der Bevölkerungsstand amtlich fortgeschrieben wird, liegen in einigen Monaten vor.

Fast jeder Achte hat keine deutsche Staatsangehörigkeit

Nach vorläufigen Ergebnissen ist die Zahl der in Rheinland-Pfalz lebenden Ausländer gegenüber dem 31. Dezember 2019 um annähernd 13.000 und gegenüber der jüngsten Volkszählung, dem Zensus 2011, um mehr als 211.000 auf etwa 483.000 gestiegen. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von knapp zwölf Prozent. Annähernd jeder achte Rheinland-Pfälzer verfügt somit nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Ausländeranteil ist im Vergleich zum Ende des Jahres 2019 um 0,3 Prozentpunkte und gegenüber der Volkszählung vom 9. Mai 2011 um 5 Prozentpunkte angestiegen.

Gesellschaftliche Alterung schreitet weiter voran

Die steigende Lebenserwartung und die vergleichsweise niedrigen Geburtenzahlen der vergangenen Jahrzehnte tragen dazu bei, dass sich die Altersstruktur kontinuierlich wandelt. So leben heute ca. 748.500 Personen in Rheinland-Pfalz, die das zwanzigste Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Das sind 8.500 bzw. 1,1 Prozent weniger als zum Stichtag des Zensus im Mai 2011. Rund 2.131.400 Personen waren zum zurückliegenden Jahreswechsel 20 bis 59 Jahre alt. Auch diese Bevölkerungsgruppe hat sich demnach seit der Volkszählung verringert, und zwar um rund 50.400 bzw. 2,3 Prozent. Stark gestiegen ist hingegen die Zahl der 60-Jährigen und Älteren auf nunmehr etwa 1.219.600. Am 9. Mai 2011 zählten noch 168.600 Personen weniger zu dieser Altersgruppe. Insgesamt hat sich die Zahl der 60-Jährigen und Älteren seitdem um knapp 16 Prozent erhöht. Allein im vergangenen Jahr stieg ihre Zahl um 23.000 bzw. 1,9 Prozent.

Bevölkerungszuwachs in den kreisfreien Städten stärker als in den Landkreisen

Bei regionaler Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung zeigt sich, dass die Einwohnerzahl seit dem Zensus 2011 in den kreisfreien Städten stärker gestiegen ist als in den Landkreisen. Während sich der Bevölkerungsstand bis Ende 2020 in den kreisfreien Städten schätzungsweise um 5,7 Prozent bzw. um 57.300 Personen erhöht hat, dürfte der Bevölkerungszuwachs in den Landkreisen lediglich bei 1,8 Prozent bzw. 52.500 Personen gelegen haben.

Mit Ludwigshafen und Mainz verbuchten zwei unmittelbar am Rhein gelegene Städte die höchsten Zugewinne (plus 9,5 bzw. plus 8,4 Prozent). Dagegen stellt sich in der kreisfreien Stadt Zweibrücken und in der Stadt Pirmasens gegenüber dem Zensusstichtag ein geringfügiger Bevölkerungsrückgang ein (minus 0,4 bzw. minus 1,7 Prozent). Von den 24 Landkreisen verzeichnen insgesamt 16 – zum Teil leichte – Zugewinne, acht müssen hingegen Einwohnerverluste hinnehmen. Im Rhein-Pfalz-Kreis und in den Landkreisen Mainz-Bingen sowie Trier-Saarburg hat die Einwohnerzahl im Vergleich der Landkreise prozentual mit jeweils mehr als 5 Prozent am stärksten zugenommen. Am schwächsten entwickelte sie sich in den Kreisen Kusel und Südwestpfalz; die Bevölkerungszahlen waren dort im Vergleich zu 2011 stark rückläufig (minus 3,8 bzw. minus 3,6 Prozent).

Die vorläufigen Ergebnisse zum Bevölkerungsstand am 31. Dezember 2020 wurden auf der Grundlage einer Schätzung ermittelt. Die Grundlage dieser Berechnungen bilden die Ergebnisse der laufenden Bevölkerungsfortschreibung zum 31. Dezember 2019. Diese Ausgangsbasis wurde mit den Bestandsveränderungen aus der kommunalen Melderegisterstatistik für das Jahr 2020 nach Geschlecht, Altersgruppen und Staatsangehörigkeit fortgeschrieben. Regionalergebnisse der Schätzung nach Alter und Geschlecht liegen bis auf Ebene der verbandsfreien Gemeinden und Verbandsgemeinden, Regionalergebnisse in Differenzierung nach Staatsangehörigkeit bis auf Kreisebene vor.

Endgültige Jahresergebnisse der laufenden Bevölkerungsstatistiken für das Jahr 2020 werden in den kommenden Monaten unmittelbar nach Abschluss der noch laufenden Aufbereitungsarbeiten veröffentlicht. Fachlich und regional tief gegliederte Ergebnisse der im Jahresverlauf erfolgten Zu- und Fortzüge liegen voraussichtlich Ende Mai 2021 vor. Endgültige Jahresergebnisse zu Geburten, Sterbefällen und Eheschließungen sowie zu den sich im Zuge der laufenden Bevölkerungsfortschreibung ergebenden Bevölkerungsständen und -strukturen am 31.12.2020 sind aus heutiger Sicht Anfang des dritten Quartals 2021 zu erwarten.

Autor: Gerd Reh (Referatsleiter Bevölkerung, Zensus, Verwaltungsstelle Mortalität)

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