Dienstag, 26. Oktober 2021

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Im Katastrophengebiet gesetzlich unfallversichert

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Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz informiert: Menschen und Equipment sind versichert

Wer sich als Nothelferin bzw. Nothelfer bei den Aufräumarbeiten im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz verletzt oder zu Schaden kommt, ist über die Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UK RLP) gesetzlich unfallversichert. Die Behandlung sogenannter Körperschäden, wie z. B. ein Beinbruch oder Schnittwunden, sind ebenso versichert wie psychische Belastungen. Auch das eingesetzte Equipment der Helfenden ist in bestimmten Fällen versichert.

„Dieser Schutz gilt, solange die Region als Katastrophengebiet erklärt ist, bei Seuchengefahr oder auch bei mangelnder Strom- und Wasserversorgung und solange die Zufahrtswege noch nicht hergerichtet sind“, sagt Jörg Zervas von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. „Alle Personen, die bei Unglücksfällen oder in Not Hilfe leisten oder Menschen aus erheblicher Gefahr für ihre Gesundheit retten, sind gesetzlich unfallversichert“, ergänzt Zervas.

Welche Leistungen umfasst der Versicherungsschutz für Nothelferinnen bzw. Nothelfer?

„Die Unfallkasse übernimmt im Falle eines Unfalls oder einer Verletzung der Nothelfenden die Kosten der Heilbehandlung und medizinischen Rehabilitation. Dazu zählt z. B. die Behandlung beim Arzt, im Krankenhaus oder in der Rehabilitationsklinik, einschließlich der notwendigen Fahrt- und Transportkosten, Arznei-, Verband- und Heilmittel sowie Therapien und Maßnahmen zur psychotherapeutischen Versorgung“, erläutert der UK RLP-Abteilungsleiter für Rehabilitation und Entschädigung. Auch bei weiteren Folgeschäden sei der Versicherungsschutz gewährleistet.

Wie melde ich einen Unfall?

Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt soll darüber informiert werden, dass sich der Unfall durch eine Tätigkeit als Nothelferin bzw. als Nothelfer ereignet hat. Hierüber erfolgt dann die ärztliche Unfallmeldung an die UK RLP.

Betroffene können zudem für die Unfallanzeige das gesetzlich vorgegebene Formblatt nutzen. Die „Unfallanzeige für Beschäftigte“ kann als PDF-Datei von der Internetseite www.ukrlp.de, Webcode 132 heruntergeladen werden.

Ersetzt die Unfallkasse Rheinland-Pfalz den Helferinnen und Helfern auch Sachschäden?

Hat der oder die Betroffene ein Hilfsmittel wie z. B. Brille, Hörgerät, Zahnersatz oder Prothese bei der versicherten Tätigkeit getragen und wird es dabei beschädigt bzw. geht es verloren, übernimmt die Unfallkasse die Reparaturkosten bzw. bei Verlust die Kosten der Ersatzbeschaffung.

Auch das Equipment, das bei der Hilfe zum Einsatz kommt und beschädigt wird, ist unter bestimmten Umständen versichert, so zum Beispiel ein Notstromaggregat, Reifen oder auch beschädigte Kleidung.

Der Schaden ist entsprechend nachzuweisen. Hierzu schickt die UK RLP Betroffenen, die sich melden, im Schadensfall ein Antragsformular zu.

Ausführliche Informationen zum Versicherungsschutz finden Sie auf der Homepage der Unfallkasse Rheinland-Pfalz unter: https://www.ukrlp.de/fileadmin/ukrlp/daten/pdf/Informationsblaetter/Unfallversicherungsschutz_Not_und_Aufraeumhelfende.pdf

BARMER schaltet Krisen-Hotline: psychologische Soforthilfe für Flutopfer

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Mainz, 29. Juli 2021 – Die BARMER schaltet angesichts der Flutkatastrophe ab sofort eine Krisen-Hotline für traumatisierte Menschen. Dort erhalten alle Bürgerinnen und Bürger schnelle psychologische Soforthilfe. „In den Krisengebieten kämpfen Menschen mit den dramatischen Folgen der Flutkatastrophe. Solch schwierige Zeiten sind nicht nur körperlich, sondern auch psychisch extrem belastend. Deshalb haben wir unsere Hilfsangebote erweitert. Neben der Flut-Sonderhotline öffnen wir zusätzlich in Kooperation mit dem Start-up HelloBetter eine Krisen-Hotline für traumatisierte Menschen“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Ziel ist, ein ergänzendes psychologisches Beratungsangebot bereitzustellen. Ein im Umgang mit Krisen ausgebildetes Team aus Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Psychologinnen und Psychologen bietet Betroffenen zuverlässige und schnelle psychologische Unterstützung. Die Krisen-Hotline für die psychologische Soforthilfe ist von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr kostenlos erreichbar unter: 0800 000 95 54.

Weitere Sonder-Hotlines erreichbar

Die ebenfalls kostenlose Flut-Sonderhotline der BARMER ist erreichbar unter: 0800 45 40 150. Über die Hotline bekommen alle Menschen in den Hochwassergebieten schnelle und zuverlässige Antworten auf Fragen zu den Bereichen Medizin, Pflege und Kassenleistungen. Firmen können sich beraten lassen unter: 0800 333 05 05. Kranken- und pflegeversicherungsspezifische Fragen im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe beantwortet die BARMER auf ihrer Homepage unter: www.barmer.de/fluthilfe.

Trinkwasser und Power Banks für Flut-Opfer

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Christian Baldauf unterstützt die Aufräumarbeiten, verteilt Trinkwasser, Power Banks und setzt sich für den Bau von Behelfsbrücken ein

Kommunikation, Fortbewegung und Trinkwasserversorgung im Hochwassergebiet sind schwierig: Im Moment versuchen Techniker das Mobilfunknetz sowie Internetverbindungen wieder ans Laufen zu bringen, Wasseraufbereitungsanlagen werden installiert, Trinkwasser verteilt sowie Behelfsbrücken aufgebaut.

„Immer noch können viele Menschen in den Hochwassergebieten ihre Handys nicht laden. Sie können Angehörige und Freunde nicht anrufen oder Hilfe anfordern“, sagt der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Christian Baldauf. „Die Stromversorgung ist vielerorts noch immer zusammengebrochen. Häuser und Wohnungen, die unter Wasser standen, können nicht ohne Weiteres wieder ans Netz genommen werden. Deshalb brauchen die Menschen ‚mobilen Strom‘.“ Baldauf und seine CDU-Landtagskolleginnen und -kollegen verteilten deshalb mehrere tausend gespendete Akkuspeicher, sog. Power Banks, im Krisengebiet – dazu noch Trinkwasser, denn  auch das Wasserleitungssystem entlang der Ahr ist gänzlich zerstört. „Die Menschen arbeiten bis zur Erschöpfung, es ist warm und es staubt. Sie müssen dringend trinken“, sagt Baldauf. Der CDU-Fraktionsvorsitzende hat außerdem den Kontakt zwischen dem Kaiserslauterner Unternehmen General Dynamics European Land Systems (GDELS) und der Landesregierung hergestellt. Das Unternehmen wird nun mobile Brücken über die Ahr errichten, denn sämtliche Ahr-Brücken existieren nicht mehr.

Soforthilfe RLP 2021 für von der Flut Betroffene im Landkreis Ahrweiler:

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Anträge können ab sofort gestellt werden

Die Flutkatastrophe des 14. und 15. Juli 2021 hat zu einer Vielzahl von Toten, Verletzten und Vermissten geführt. Zudem verursacht sie außergewöhnliche Notstände für die Menschen in einer ganzen Reihe von Gemeinden in der Eifel. Entlang der Ahr sind die Folgen dramatisch.

Das Land Rheinland-Pfalz hat ein Programm mit dem Titel „Soforthilfe RLP 2021“ aufgelegt. So sollen außergewöhnliche Notstände der betroffenen privaten Haushalte mit finanziellen Soforthilfen unterstützt und akute Notlagen überbrückt werden. Sie dient dazu, kurzfristig Geld für das Nötigste zu haben. Die Soforthilfe dient nicht als Aufbauhilfe oder um die entstandenen Schäden abzudecken.

Voraussetzung für eine Soforthilfe sind grundsätzlich Schäden von über 5.000 Euro abzüglich Versicherungsleistungen und ohne Berücksichtigung von Spenden. Die Zuwendung beträgt maximal 3.500 Euro je Haushalt; 1.500 Euro je Haushaltsvorstand und 500 Euro je weitere Person.

Betroffene aus dem Landkreis Ahrweiler können die Soforthilfe online oder schriftlich beim Statistischen Landesamt beantragen. Eine telefonische Beantragung ist leider nicht möglich. Die Antragsformulare sind im Internet unter https://www.statistik.rlp.de/de/soforthilfe abrufbar. Dort finden sich außerdem weitere Informationen zum Antragsverfahren. Darüber hinaus werden die Antragsformulare in gedruckter Form an öffentlichen Orten ausgelegt.

Das Statistische Landesamt unterstützt die Kreisverwaltung Ahrweiler bei der Beantragung und Bewilligung der Mittel. Das Amt ist somit nur für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Ahrweiler zuständig. Betroffene aus anderen Landkreisen wenden sich bitte an die zuständige Kreisverwaltung.

Das Statistische Landesamt wird sich bemühen, das Antragsverfahren zeitnah und bürgerfreundlich abzuwickeln. Zur Beantwortung von Fragen zum Antragsverfahren richtet das Amt unter den Rufnummern 02603/71-1234 und 02603/71-4321 eine Hotline ein. Diese wird ab Freitag, den 23. Juli bis auf Weiteres täglich – auch am Wochenende – von 8 bis 20 Uhr erreichbar sein.

Die Hotline des Statistischen Landesamtes kann ausschließlich Fragen zum Antragsverfahren beantworten. Bei anderen Anliegen im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe stehen folgende Hotlines zur Verfügung:

Infonummer für Angehörige von Vermissten, Hinweise und Fragen: 0800 65 65 65 1

Hotline zur psychosozialen Unterstützung: 0800 001 0218 (von 09:00 bis 17:00 Uhr)

Wie Vereine Flutopfern helfen können

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Nachweiserleichterungen bei Soforthilfen bis 5.000 Euro

Soforthilfen bis 5.000 Euro im Rahmen von Spendenaktionen für Hochwasseropfer können ohne weitergehende Prüfung an die betroffenen Menschen ausgezahlt werden. Dies hat das Landesamt für Steuern heute mitgeteilt.

Bereits mit Erlass vom 16. Juli 2021 hat das Finanzministerium Rheinland-Pfalz für Spendenaktionen für die von der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz betroffenen Personen Sonderregelungen getroffen. Danach dürfen als gemeinnützig anerkannte Körperschaften Spenden zur Hilfe für die Flutopfer auch dann annehmen und hierfür Spendenbescheinigungen ausstellen, wenn sie nach ihrer Satzung keine mildtätigen Zwecke verfolgen. Auch Sport-, Musik- oder Brauchtumsvereine können damit Geld- oder Sachspenden mit dem ausdrücklichen Zweck „Flutopfer Soforthilfe“ annehmen, obwohl dies nicht ihrem eigentlichen Satzungszweck entspricht.

Die Spenden müssen dann aber auch entsprechend verwendet werden. Sie dürfen also nur den von der Flut selbst und unmittelbar Betroffenen zugutekommen. Zudem sind Zuwendungen nur bis zu der Höhe zulässig, wie der Schaden von dem Flutopfer selbst zu tragen ist. Eine eingehende Prüfung der wirtschaftlichen Hilfsbedürftigkeit ist nicht erforderlich, da die Flutkatastrophe Ursache der wirtschaftlichen Notlage ist.

Erleichterungen gelten nun darüber hinaus für Soforthilfen in Höhe von bis zu 5.000 Euro. Sie können ohne weitergehende Prüfung an die betroffenen Menschen ausgezahlt werden. Für darüber hinausgehende Beträge kann der Nachweis der Hilfsbedürftigkeit vereinfacht z.B. durch eine Bestätigung der unterstützten Person über die eigene Betroffenheit und die geschätzte Höhe des aus eigenen finanziellen Mitteln zu tragenden Schadens geführt werden. Dies ermöglicht eine unbürokratische und sofortige Hilfe.

Zudem dürfen die gemeinnützigen Körperschaften die Spenden auch an eine steuerbegünstigte Körperschaft, die z. B. mildtätige Zwecke verfolgt, oder an eine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts bzw. eine inländische öffentliche Dienststelle zur Hilfe für die Opfer des Unwetters in Rheinland-Pfalz weiterleiten.

Für allgemeine Fragen zu steuerlichen Themen und insbesondere zu den steuerlichen Erleichterungen für von der Katastrophe betroffene Bürgerinnen und Bürger steht die Info-Hotline der Finanzverwaltung Rheinland-Pfalz unter der Rufnummer 0261 – 20 179 279 zur Verfügung.

Bei konkreten Rückfragen im steuerlichen Einzelfall können nur die für die Vereine zuständigen Stellen der jeweils örtlich zuständigen Finanzämter weiterhelfen. Die Finanzverwaltung weist allerdings darauf hin, dass das Finanzamt Bad Neuenahr-Ahrweiler aktuell noch nicht wieder erreichbar ist. Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Arbeitsfähigkeit schnellstmöglich wiederherzustellen.

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