Freitag, 29. Mai 2020

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Blätter zum Land: Kochem-Bruttig-Treis, ein KZ-Außenlager in unserer Region

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Neue 20-seitige Ausgabe „Das KZ-Außenlager Kochem-Bruttig-Treis“ in der Reihe „Blätter zum Land“ erschienen / Kostenlos erhältlich

Die Blätter zum Land der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz erschienen erstmals 1999 und waren direkt ein Erfolg.
Die neue 20-seitige Ausgabe „Das KZ-Außenlager Kochem-Bruttig-Treis“ (Blätter zum Land Nr. 80), verfasst von der Historikerin Ksenia Stähle-Müller M.A., bietet einen Überblick zur Geschichte eines der vielen Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof im Elsass.
Dieses Lager verteilte sich 1944 auf die drei Orte Kochem (heute: Cochem), Bruttig und Treis und war Teil der sogenannten A-Vorhaben der Rüstungsproduktion (d.h. unter Nutzung vorhandener, ggf. zu erweiternder unterirdischer Anlagen). KZ-Häftlinge mussten den dortigen Eisenbahntunnel zu einer unterirdischen Rüstungsfabrik ausbauen, in der für die Firma Bosch (Tarnname „WIDU“) Zündkerzen zum Einsatz in der Flugzeugindustrie gefertigt wurden. Das KZ-Außenlager bestand von März bis Oktober 1944.
Bernhard Kukatzki, Direktor der LpB: „Die Arbeit im Tunnel fand unter unmenschlichen Bedingungen statt, es ereigneten sich mehrere tödliche Unfälle. Gewalt und Unterernährung waren alltäglich. Am 20. Juni 1944 wurden 13 geflohene Häftlinge nach ihrer Festnahme in Bruttig und Treis erhängt.“

Die neue Ausgabe ist kostenlos bei der Landeszentrale für politische Bildung, Am Kronberger Hof 6 in 55116 Mainz ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) erhältlich. Sie kann dort, sowie in den Gedenkstätten SS-Sonderlager/ KZ Hinzert und dem NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz / Gedenkstätte KZ Osthofen, und der LpB im Medienzentrum Koblenz (Markenbildchenweg 38) direkt mitgenommen werden.

Blätter zum Land

Jedes „Blatt“ ist im Format DIN A5. Inhaltlich dreht sich die Reihe um Rheinland-Pfalz, die Menschen, das Land und seine Geschichte, seine Geografie, seine Wirtschaft, seine Kultur und Partnerschaften, und nicht zuletzt seine politischen Grundlagen. Themen, die man irgendwo her kennt und zu denen man immer schon mal Genaueres wissen wollte. Kurze, präzise Texte, aussagekräftige, teils farbige Fotos, Bilder und Karikaturen im ansprechenden Layout, bieten einen schnellen, leichtverständlichen, aber nie leichtgewichtigen Zugang. Alles Wesentliche kurz gefasst.

Unter www.politische-bildung-rlp.de können Sie auch schon erschienene Ausgaben der Blätter im pdf-Format herunterladen

Die Gedenkstätte KZ Osthofen ist am Freitag geschlossen

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Gedenkstätte KZ Osthofen ist am Freitag, 13. Dezember 2019 geschlossen
Das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz / Gedenkstätte KZ Osthofen ist am kommenden Freitag, 13. Dezember ganztägig für den Besucherverkehr geschlossen.
Ab Samstag, 14. Dezember 2019 wird die Gedenkstätte wieder zu den üblichen Öffnungszeiten für Besucherinnen und Besucher geöffnet sein.

Die Öffnungszeiten der Gedenkstätte KZ Osthofen sind:
Di - Fr: 9 - 17 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen: 13 - 17 Uhr. Montags ist die Gedenkstätte geschlossen! Gruppen werden um vorherige Anmeldung gebeten.

Süßer Nachwuchs bei den Karpatischen Wasserbüffeln

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Bullenkälbchen kommt an Nikolausabend in Thür zur Welt

KREIS MYK. Große Freude herrscht bei der  Stiftung Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz über erneuten Nachwuchs im Beweidungsprojekt Thür.

An Nikolausabend ist dort die Herde Karpatischer Wasserbüffel um ein Bullenkälbchen reicher geworden. „Dem Jungtier geht es hervorragend. Die Herde in Thür besteht jetzt aus insgesamt 16 Tieren“, berichtet Tanja Stromberg, Geschäftsstellenleiterin der Stiftung.

Im Naturschutzgebiet in Rüber befinden sich nach der jüngsten Umsiedelung zweier weiblicher Tiere nunmehr neun Wasserbüffel auf zwei Beweidungsflächen.

Die Karpatischen Wasserbüffel, die dem NABU Rheinland-Pfalz gehören, werden in den Feuchtgebieten „Thürer Wiesen“ und „Feuchtwiesen Nothbachtal“ als Landschaftspfleger eingesetzt.

Weitere Infos zur Stiftung Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz gibt es im Internet unter www.kvmyk.de/stiftung

Tipps für die Biotonne bei Minusgraden

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Keine Nachleerung wegen festgefrorener Abfälle

Kreis Neuwied. Mit den ersten frostigen Nächten tritt in ungeschützten Lagen ein bekanntes Problem auf. Die Biotonne ist nur halb geleert - das Müllfahrzeug aber bereits außer Sicht. Am Bürgertelefon der Abfallberatung gehen dann Beschwerden über die vermeintlich schlechte Arbeit des Abfuhrunternehmens ein. Der eigentliche Grund ist jedoch: Feuchte Abfälle, wie Laub oder Speisereste sind an der Innenwand oder am Tonnenboden festgefroren und rutschen deshalb beim Leerungsvorgang nicht heraus.

Entgegen der landläufigen Meinung lässt sich das Problem nicht dadurch lösen, dass die Tonnen beim Kippvorgang noch stärker angeschlagen werden. Die durch den Frost unterkühlten Tonnen können dabei zu Bruch gehen und müssten alljährlich unter hohen Kosten ersetzt werden. Auch ist das Abfuhrunternehmen nicht verpflichtet, festgefrorene Abfälle zu lösen.

Abhilfe kann hingegen jeder leicht selbst schaffen. Die Abfallberatung der Kreisverwaltung Neuwied empfiehlt: Den Tonnenboden mit einer dicken Lage zerknülltem Zeitungspapier oder mit Eierkartons auslegen. Dadurch wird die Feuchtigkeit aufgesaugt und der Müll hat keinen direkten Bodenkontakt. Keinesfalls nasses Laub als erste Schicht in die Tonne geben. Feuchte Bioabfälle und Essensreste mehrlagig in Zeitungspapier einwickeln. Kaffeefilter und Teebeutel bereits in der Küche gut abtropfen lassen. Die Tonne möglichst an einem geschützten, frostfreien Ort aufstellen und erst am Leerungstag um 6.00 Uhr an die Straße stellen. Wenn das nicht möglich ist, die festgefrorenen Abfälle kurz vor der Entleerung vorsichtig mit einem Spaten von der Tonnenwand ablösen. Um die Zeit bis zur nächsten Leerung zu überbrücken, können die offiziellen Abfallsäcke des Landkreises Neuwied bei der nächsten Tonnenleerung hinzugestellt werden. Diese Säcke sind ausschließlich bei den Verbandsgemeindeverwaltungen, einzelnen Gemeindeverwaltungen, dem Bürgerbüro der Kreisverwaltung Neuwied und den Wertstoffhöfen Neuwied, Linz und Linkenbach gegen Gebühr erhältlich. Weitere Infos unter https://www.abfall-nr.de/abfallsaecke.htm oder Tel. 02631/803-308 Kreisverwaltung Neuwied.

kommmitmensch: Interview mit Frank Hachemer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes RLP

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„Präventionskampagne der Unfallkasse lässt sich gut auf Feuerwehren übertragen“

Die Kampagne zur Kultur der Prävention trifft nach Meinung von Frank Hachemer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, den Nerv der Zeit. Im Interview erläutert er, warum kommmitmensch zum richtigen Zeitpunkt kommt und warum sich die Kampagne der Unfallkasse Rheinland-Pfalz als Trägerin der Gesetzlichen Unfallversicherung so gut auf die Feuerwehren übertragen lässt.

Warum halten Sie die Kampagne gerade jetzt für so wichtig?

Präsident Frank Hachemer:

Wir beobachten immer wieder Entwicklungen in der Gesellschaft, die wir nicht gutheißen können. Vielfach nehmen sich Menschen aus der Verantwortung für andere, sind allein auf ihr eigenes Wohl bedacht. Für ein Feuerwehrwesen, das zu weit über 90 Prozent auf das Ehrenamt setzt, kann das nicht akzeptabel sein. Da muss man sich gegenstemmen. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz ist mit dieser Kampagne auf dem richtigen Weg.

Inwieweit verändern Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel die Aufgaben und die Gemeinschaft der Feuerwehr?

Präsident Frank Hachemer

Der menschliche Umgang verändert sich. Viel Kommunikation ist auf mobile Angebote verlagert. Vieles wird kurzfristiger und schnelllebiger. Vielfach auch oberflächlicher. Verantwortung und Verbindlichkeit werden nicht mehr so deutlich erkannt und drohen oft unterzugehen – mit fatalen Folgen für viele Menschen, für die ein böses Erwachen oft erst nach einem Ereignis kommt.

Wie lassen sich die Handlungsfelder der Kampagne Kommunikation, Beteiligung, Führung, Betriebsklima, Fehlerkultur, Sicherheit und Gesundheit auf die Strukturen der Feuerwehren übertragen?

Präsident Frank Hachemer

Fast eins zu eins. Alle Belange betreffen die Feuerwehren. Die entwickeln gerade insgesamt ein Mehr an Ausbildung in menschlichen Bereichen – bisher hat man hauptsächlich eher technisch ausgebildet. „Soft skills“ spielten eher eine kleinere Rolle. Gerade gewinnt das in der Diskussion um die Gestaltung der Ausbildung an Bedeutung.

Denken Sie, dass die Handlungsfelder der Kampagne einen Beitrag zur Reduzierung von Unfällen in den Feuerwehren leisten können?

Präsident Frank Hachemer

Davon bin ich überzeugt. Denn hier greifen ja unter dem Stichwort „Prävention“ die Bedarfe der Feuerwehren und die Belange der Unfallkasse unmittelbar ineinander.

Gibt es für Sie ein Handlungsfeld, welches besonders auf die Feuerwehren anwendbar ist?

Präsident Frank Hachemer

Führung, Beteiligung, Sicherheit – eigentlich aber alle.

Ist das Thema Führung nicht gerade in Feuerwehren eine besondere Gratwanderung: Einerseits der Umgang in der Kameradschaft, andererseits von jetzt auf gleich im Einsatz der Umgang mit Befehl und Gehorsam. Was empfehlen Sie Führungskräften, um den richtigen Ton zu treffen und Feuerwehrangehörige weiterhin zu motivieren? Wie kann ich führen und Respekt einfordern, ohne Menschen zu vergraulen?

Präsident Frank Hachemer

Ein respektvoller Umgang ist immer angeraten. Das kann man auch in Einsatz-Situationen mit Befehlen und deren schneller Ausführung berücksichtigen.

Wie lassen sich Stresssituationen, denen die Wehr bei Einsätzen ausgeliefert ist, anschließend aufbereiten? Was empfehlen Sie: Einen autoritären, straffen Führungsstil oder mehr Freiräume zu gewähren?

Präsident Frank Hachemer

Es gibt immer wieder Stresssituationen in Einsätzen. Missverständnisse, Fehler, traumatische Erlebnisse, der Zeitdruck … Die Mannschaft geht damit meist gemeinsam und meist verblüffend gut und problemlos um. Die Führung muss den Blick entwickeln, an welcher Stelle das nicht so ist, und hier handeln, Gespräche führen, Entscheidungen am besten im Konsens herbeiführen. Als Führungskraft komme ich meiner Verantwortung nach, wenn ich darauf achte, dass die notwendigen Rahmensetzungen eingehalten werden. Innerhalb des Rahmens kann ich Freiräume zulassen und mich zurücknehmen. Die Kunst ist, das wertschätzend zu tun und alle Akteure entsprechend zu berücksichtigen und zu behandeln – ohne die Notwendigkeit von gelegentlichen „klaren Ansagen“ aus

den Augen zu verlieren. Da ist schon Fingerspitzengefühl gefragt. Das genau ist es, was die Qualität von Führungskräften auszeichnet – nicht ein Mehr an Testosteron.

Was möchten Sie den Führungskräften der Feuerwehr auf den Weg mitgeben?

Präsident Frank Hachemer

Ich finde es beeindruckend, wie professionell viele Führungskräfte in den Feuerwehren unterwegs sind, obwohl es keine besonders ausgeprägte flächendeckende Ausbildung in den beschriebenen Bereichen gibt. Andererseits mache ich mir Sorgen über viele Konflikte und Probleme, die mich immer wieder erreichen. Unser System ist im Kern weltspitze. Wenn wir es an der Spitze halten wollen, müssen wir die Qualität in den hier angesprochenen Bereichen ausbauen, um weitere Schäden zu verhindern.

Vielen Dank für das Gespräch.

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