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Zum Welt-Parkinson-Tag am 11. April 2020

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Medikamenteneinnahme mit zittriger Hand

Wie bekomme ich den Deckel auf

Mainz, den 8. April 2020 – Schüttellähmung ist der deutsche Name von Morbus Parkinson und beschreibt die wichtigsten Symptome. Unkontrollierbares Zittern mit verlangsamten Bewegungen bis hin zur Bewegungslosigkeit sind die typischen Merkmale der Erkrankung. Hauptursache ist ein Mangel an dem Nervenbotenstoff Dopamin. Was Patienten und Angehörige über Parkinson rund um die Arzneimitteleinnahme wissen sollten, erklärt der Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV zum weltweiten Parkinson-Tag.

Ob Medikamentenblister, Augentropfen oder andere Arzneimittelfläschchen: Durch die steifen Gliedmaßen fällt es Betroffenen schwer, mit Folien versehene Arzneimittelblister oder schwer gängige Drehverschlüsse zu öffnen. So ist es gut, wenn die täglich einzunehmenden Tabletten in kleinen Bechern oder Schälchen bereitgestellt werden. In fortgeschrittenem Krankheitsfall ist eine selbstständige Tropfeneinnahme kaum möglich, sobald der Tremor, also das Zittern in der Hand, begonnen hat. „Kommt ein Parkinson-Patient in die Apotheke und benötigt etwas gegen Husten oder Magenbeschwerden, empfehle ich keine flüssigen Arzneimittel, sondern andere Darreichungsformen. Das können Tabletten zum Schlucken oder Lutschen sein“, erklärt Petra Engel-Djabarian, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV. Wer unbedingt Augentropfen benötigt, kann in der Apotheke Dosierhilfen bekommen, mit denen die Anwendung erleichtert wird. Sie unterstützen Patienten zum Beispiel beim Quetschen der Flasche oder „Zielen“ ins Auge.

Patienten, die an Morbus Parkinson erkrankt sind, sollten sich generell eher eiweißreduziert ernähren, führt die Apothekerin weiter aus: „So werden dopaminhaltige Medikamente besser aufgenommen. Außerdem kann so die Verstopfung, unter der Erkrankte häufig leiden, reduziert werden.“ Weil es sehr anstrengend ist, lange dauert und leider auch häufig gekleckert wird, essen und trinken viele Parkinsonpatienten zu wenig. Für einen guten Allgemeinzustand ist es aber wichtig, ausreichend zu trinken und sich ausgewogen zu ernähren. Betroffene müssen außerdem darauf achten, ihre Tabletten oder Kapseln besonders regelmäßig zu nehmen, damit sie ihren Dopamin-Spiegel möglichst konstant halten. Die Arznei muss genau nach Anweisung eingenommen werden, weil es wichtige Unterschiede gibt. „L-Dopamin-Medikamente mit dem Wirkstoff Levodopamin müssen in der Regeln eine halbe Stunde vor dem Essen oder anderthalb Stunden nach dem Essen eingenommen werden. Wer hingegen Dopamin-Agonisten mit Wirkstoffen wie Amantadin oder Pramipexol benötigt, sollte die immer mit einer Mahlzeit oder einem Snack einnehmen“, macht Engel-Djabarian deutlich.

Weaningzentrum rezertifiziert

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Bereits zum 3. Mal wurde das Weaningzentrum der Hufeland-Klinik Bad Ems zertifiziert.

Bad Ems. Künstliche Beatmung auf einer Intensivstation rettet in medizinischen Notfällen und im OP Menschenleben. Fast 40 Prozent der beatmeten Patienten fällt es aber anschließend schwer, vom Beatmungsgerät entwöhnt zu werden (weaning), um wieder selbst zu atmen.

In der Hufeland-Klinik in Bad Ems werden Patienten, die über einen längeren Zeitraum lebenserhaltend-intensivmedizinisch behandelt wurden, von der Langzeitbeatmung entwöhnt. „Im Bereich der Beatmungsmedizin haben wir besondere Kompetenzen aufgebaut“, so Chefarzt Dr. Wolfgang Neumeister, „weshalb es uns hier gelingt, Patienten, die aus anderen Krankenhäusern zu uns verlegt werden, vom Beatmungsgerät zu lösen und sie wieder ins Leben zu integrieren.“ Mit dafür verantwortlich, dass das hier so häufig gelingt, ist neben der langjährigen Erfahrung in der Klinik die besondere medizinische Ausstattung des Hauses. „Die 16 Betten unserer Weaningstation sind eigentlich immer belegt“, erklärt Stationsleiter Hendrik van ‘t Hoff-Haas.

Die deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin hat das Weaningzentrum der Hufeland-Klinik Bad Ems nun bereits zum 3. Mal in Folge zertifiziert. Geprüft wurden u. a. die technische, räumliche und personelle Ausstattung, die Prozess- und Ergebnisqualität sowie die Zusammenarbeit im interdisziplinären Behandlungsteam.

„Gerade die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team und ein strukturierter Behandlungsplan sind für den Erfolg der Maßnahme von besonderer Bedeutung“, erläutert Oberarzt Christoph Lesch. Denn es braucht speziell ausgebildete Ärzte, Pflegefachkräfte, Atmungstherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, Psychologen und Ernährungstherapeuten, um die Atemmuskulatur Schritt-für-Schritt wieder zu mobilisieren, dem Patienten sein Vertrauen in den eigenen Körper wieder zu vermitteln und Begleiterkrankungen jederzeit mit zu berücksichtigen.

Die Entwöhnung kann 14 Tage, aber auch mehrere Monate dauern – je nachdem, wie lange der Patient vorab beatmet wurde. Auch gelingt es nicht immer, den Patienten komplett vom Beatmungsgerät zu entwöhnen, aber schon einige Stunden sind ein echter Zugewinn an Lebensqualität – schließlich kann in dieser Zeit ganz normal mit Angehörigen gesprochen, gegessen und am Leben teilgenommen werden.

Gelingt die Entwöhnung vom Beatmungsgerät, können die Patienten im Anschluss ihre Rehabilitationsbehandlung direkt in der Hufeland-Klinik durchführen, um anschließend ein möglichst selbstständiges Leben in ihrer häuslichen Umgebung zu führen. „Das ist einer unserer großen Vorteile“, so Dr. Neumeister. „Wir bieten akut- und rehapneumologische Maßnahmen unter einem Dach an. Einer von vielen Faktoren, den die Prüfgesellschaft bei uns gelobt hat.“

August-Horch-Schule leistet wertvolle Unterstützung im Kampf gegen Corona

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Der Kampf gegen das Corona-Virus ist zurzeit überall präsent. Täglich überschlagen sich die Pressemeldungen aus aller Welt zu diesem aktuellen Thema. Auch in unserer Region wird dieser Kampf geführt. Die August-Horch-Schule leistet einen ganz konkreten Beitrag hierzu: Der schuleigene Defibrillator wird während der Schulschließung an die Corona-Ambulanz in Mayen verliehen, bis dort ein eigenes Gerät zur Verfügung steht.

Mit der Einrichtung einer Corona-Ambulanz in der Weiersbachhalle in Mayen, wurde auch ein Defibrillator vom Verwaltungsstab der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz angefordert. Deren Recherche ergab, dass die BBS Andernach über einen solchen verfügt.

Vor dem Hintergrund der Krisensituation und nach intensiver Abwägung, ist der Einsatz des Defibrillators in der Weiersbachhalle notwendig.

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Corona-Patienten immer wieder die Symptome eines Herzinfarkts zeigen, da die Viren nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz schädigen können. Ein Defibrillator vor Ort erhöht die Überlebenschancen der Patienten. Der Einsatz dieses Gerätes ist zunächst bis zum 17.4.20 begrenzt. Bis dahin will die Kreisverwaltung ein eigenes Gerät beschaffen.

DAK-Gesundheit Koblenz erleichtert Krankmeldung

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Krankenkasse bietet Online-Upload per Handy an

Koblenz, 03. April 2020. Wegen der Corona-Krise dürfen niedergelassene Ärzte ihre Patienten mit leichten Atemwegsbeschwerden für bis zu 14 Tage telefonisch krankschreiben. Dies gilt auch für Patienten, bei denen bereits ein Verdacht besteht, dass sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Um es ihren Versicherten leicht zu machen, bietet die DAK-Gesundheit in jetzt einen Online-Upload für die Krankschreibung an.

Versicherte der DAK-Gesundheit können ihre Krankmeldung ganz einfach mit dem Smartphone abfotografieren und die Bilddatei unter www.dak.de/krankmeldung hochladen. „Mit ein paar Klicks ist die Bescheinigung bei uns und niemand muss zum Briefkasten laufen und sich unnötigen Sozialkontakten aussetzen“, sagt Jürgen Wilhelm, Leiter der DAK-Gesundheit in Koblenz.

Telefonische Krankschreibung auch bei Corona-Verdacht

Entscheidend ist die in der Corona-Krise geltende Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung: Niedergelassene Ärzte können bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege für einen Zeitraum von bis zu 14 Kalendertagen krankschreiben und die Bescheinigung per Post verschicken. Dieses Verfahren gilt neuerdings auch für Patienten mit einem Corona-Verdacht. Den Patienten sollen auf diese Weise Arzttermine mit Ansteckungsrisiken erspart und die Praxen entlastet werden.

Alle Informationen zur telefonischen Krankschreibung und zum Online-Upload gibt es auf der Homepage der Kasse unter: www.dak.de/corona

Corona-Pandemie führt zu Impfstoff-Engpass

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Pneumokokken-Impfung zunächst für Risikogruppen

Mainz, 1. April 2020 – Viele Menschen haben sich zuletzt gegen Pneumokokken impfen lassen. Denn die Bakterien können ebenso wie das Coronavirus eine schwere Lungenentzündung verursachen. Das hat nun zu einem Impfstoff-Engpass geführt. Die BARMER rät daher, eine Impfung gemäß der neuen Empfehlung durch die Ständige Impfkommission STIKO vornehmen zu lassen. „In der jetzigen Situation sollten zunächst die Personen gegen Pneumokokken geimpft werden, die besonders gefährdet sind. Zu den Risikogruppen gehören Patienten mit Immunschwächen, mit chronischen

Atemwegserkrankungen und Menschen ab 70 Jahren“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass Babys und Kleinkinder bis zwei Jahre im Rahmen der Grundimmunisierung den Impfstoff bekämen. Denn gerade bei Säuglingen könne die Infektion mit Pneumokokken besonders schwere Komplikationen hervorrufen.

Schutz gegen einen schweren Verlauf bei einer Corona-Infektion

Eine Impfung gegen Pneumokokken könne bei Risikogruppen einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion verhindern, so Kleis. Denn das Immunsystem laufe bei einer Infektion mit Corona-Viren ohnehin schon auf Hochtouren. Kämen dann noch Pneumokokken hinzu, die bei vielen gesunden Personen im Nasen-Rachenraum vorkämen und normalerweise völlig harmlos seien, könnten sie immunschwachen Patienten gefährlich werden. Schwere, lebensbedrohliche Lungenentzündungen könnten dann die Folge sein.

Bedarf an Impfstoff nicht ohne Weiteres abdeckbar

Die STIKO hatte unlängst die Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung aufgrund der Corona-Pandemie konkretisiert. Demnach sollen zunächst nur die genannten Risikogruppen geimpft werden, während von der Impfung anderer Bevölkerungsgruppen abgesehen werden sollte. Da das

Herstellungsverfahren bei Impfstoffen komplex sei und Zeit benötige, könnten die Hersteller den Bedarf am Pneumokokken-Impfstoff derzeit nicht ohne Weiteres abdecken, sagt Kleis. Alle Infos zur Corona-Pandemie: www.barmer.de/coronavirus.

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