Mittwoch, 27. Mai 2020

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Leserbrief

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Gerät der Corona-Virus außer Kontrolle - Der Virus und seine Folgen...

Diese Epidemie muss dringend auch in Verbindung mit dem verhängnisvollen Pflegenotstand und dem Sanierungs-Wahnsinn bei den vorgesehenen nicht nachvollziehbaren Krankenhaus- und Klinikschließungen gesehen und geklärt werden...

Von Hans-Peter Meyer

Derzeit müssen wegen der Ausbreitung des Coronavirus, der COVID-19-Erkrankung in zahlreichen Krankenhäusern Sonderschichten angesetzt werden, obwohl seit langer Zeit ein zunehmender dramatischer Pflegenotstand herrscht. Und da wird in Deutschland noch laut unverantwortlich überlegt und geplant, wie man viele Krankenhäuser schließen soll. Aktuelle Gutachten (zum Beispiel die Studie der Bertelsmann Studie vom 15.07.2019) empfehlen die Schließung von 1400 auf 600 Krankenhäuser und Kliniken. Eine verhängnisvolle Reduktion um 800 Einrichtungen soll erfolgen - und es es sollen von sogenannten Privaten Betreiber- und Trägergesellschaften stattdessen auf "freier" marktwirtschaftlicher Basis "Superkliniken" - geschaffen werden, denen es nur noch um Gewinnmaximierung und Rendite geht.

Und wie Corona uns erneut zeigt: Wir brauchen dringend jedes Krankenhaus !
Unter den gutachterlichen und tonangebenden Gesundheitsökonomen herrscht ein unverantwortlicher Sanierungs-Wahnsinn.

Wenige spezialisierte (unmenschliche) Superkliniken haben nicht genügend Kapazitäten - beispielsweise für die Quarantäne infizierter Corona-Patienten. Gleichzeitig zur Quarantäne müssen ja auch symptomatisch Erkrankte adäquat behandelt werden. Und gleichzeitig muss die Versorgung der nicht direkt betroffenen Bevölkerung weiter gewährleistet sein.

Bei dieserart Zuständen besteht eine zunehmende große Gefährdung für die Patienten in der Grundversorgung und es geht jedes Vertrauen in eine menschenwürdige medizinische Versorgung verloren.

Wer das will, riskiert schlicht Menschenleben.

Bei der sich zunehmenden desaströsen Situation bedeutet es eine zusätzliche unkalkulierbare Gefahr, Patient/in in einem Krankenhaus zu werden.
Das kann und darf nicht das Ziel einer seriösen verantwortungsvollen Gesundheitsversorgung sein. Wo bleibt da die vorgeschriebene verpflichtende Daseinsfürsorge des Staates? Gesundheit ist keine Ware - endlich Schluß mit der menschenunwürdigen Privatisierung und Kommerzialisierung und dem damit verbundenen systemzerstörenden Sanierungs-Wahnsinn im Gesundheitswesen. Ein Krankenhaus kann nicht gemanagt werden wie eine Autowerkstatt. Da geht jede Ethik und Menschenwürde verloren.

...Übrigens ist mir die Gesamtproblematik des Niedergangs im deutschen Gesundheitswesen infolge verheerender politischer Fehlentscheidungen durch eigene persönliche wiederholte stationäre Krankenhausaufenthalte schon seit langer Zeit immer mehr bewusst geworden.

Mich hat es immer in große Empörung versetzt, wenn Patienten sich beim geschundenen, unschuldigen und schlecht bezahlten Pflegepersonal über die katastrophalen Zustände beschwert haben. Ein solches Patientenverhalten ist absolut unverständlich und inakzeptabel. Die zunehmenden desolaten gesetzlichen Rahmenbedingungen haben eine gravierende Verschlimmerung der Situation herbeigeführt.

Das Kernproblem in unserer Gesellschaft ist meines Erachtens die höchst bedauernswerte egoistische und egozentrische Einstellung, solange es mich nicht direkt betrifft, interessiert es mich nicht.

So kann sich natürlich nichts ändern und entscheidend verbessern.
Hier muss dringend ganz schnell und wirkungsvoll entgegen gewirkt werden - wenn nötig - u.a. durch bundesweite Demonstrationen und Proteste der gesamten betroffenen Bevölkerung...

Jeder von uns kann zu jeder Zeit betroffen sein.
Und dann kann es schon zu spät sein !

Mit dem renommierten (friedlichen) Widerstandskämpfer und Schriftsteller Stephane Hessel kann ich nur unmissverständlich sagen:

E m p ö r t E u c h !

Hans-Peter Meyer
56130 Bad Ems