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Apotheker: Jetzt unverzüglich die Versorgung mit Arzneimitteln erleichtern

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Mainz, den 16.03.2020 – Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Corona-Krise fordert der Apothekerverband Rheinland-Pfalz (LAV) Regelerleichterungen bei der Arzneimittelabgabe. Insbesondere soll dadurch Geschwindigkeit bei der unmittelbaren Patientenversorgung mit Arzneimitteln aufgenommen und Mehrfachbesuche der Apotheke vermieden werden. Dadurch wird das Infektionsrisiko von Patienten und Mitarbeitern in den Apotheken gebremst.

Der Verbandsvorsitzende Andreas Hott erklärt: „Die Vor-Ort-Apotheke ist derzeit unverzichtbarer denn je. Wie für Krankenhäuser und Arztpraxen gilt auch für die Apotheken: Wir müssen alles tun, damit die Arbeitsfähigkeit erhalten bleibt und das Ansteckungsrisiko der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so weit wie nur möglich gesenkt wird. Für Apotheken gibt es in der Versorgung der Fläche keine Alternative und keinen Ersatz. Zusätzlich brauchen wir Maßnahmen, die gewährleisten, dass wir unsere Patienten so schnell und so unbürokratisch wie möglich versorgen können.“ Um das zu erreichen, schlägt der Verband die zeitlich befristete Außerkraftsetzung von derzeit gültigen Abgaberegelungen bei der Arzneimittelversorgung vor. Eine Akutversorgung im Pandemiefall wird so unbürokratisch möglich.

Insbesondere fordert der Verband neben der Außerkraftsetzung der Rabattverträge und der Pflicht zur Abgabe von Importarzneimitteln auch die uneingeschränkte Möglichkeit, nicht verfügbare Arzneimittel ohne wirtschaftliche Hürden gegen baugleiche Medikamente anderer Hersteller auszutauschen. Hott: „Derzeit werden wir hier oft durch bürokratische Hemmnisse und Wirtschaftlichkeitsgebote gehindert, schnell zu versorgen. Für die Patienten bedeutet das nicht selten, dass sie mehrfach in die Apotheke kommen müssen, bis das für sie ‚wirtschaftlichste‘ Arzneimittel zur Verfügung steht. Das ist schon aufgrund des derzeitigen Infektionsrisikos nicht sinnvoll.“ Insofern müssten hier vor allem auch vor dem Hintergrund knapp verfügbarer Arzneimittel Erleichterungen geschaffen werden, die Mehrfachbesuche verhindern, so Hott weiter.

Zusätzlich bemerkt der Verband, dass immer mehr Kunden die Botendienste der Apotheken in Rheinland-Pfalz in Anspruch nehmen wollen. Verbandschef Hott meint: „Wir arbeiten hier schon jetzt am Limit, denn unsere Botendienste müssen wir bereits nach den Vorgaben des Pandemieplans Rheinland-Pfalz vorhalten. Auch deshalb brauchen wir Regelungen, die es uns ermöglichen, einen Patienten möglichst unverzüglich zu versorgen. Schnelle Versorgung spart Zeit und Wege, senkt damit das Infektionsrisiko und spart Ressourcen beim wichtigen pharmazeutischen Botendienst.“