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Der Weltkindertag - Gedanken zum Tag für die Rechte der Kinder

Von Hans-Peter Meyer

"Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt". Mit diesen Worten von Albert Einstein kann man den Einstieg in den Weltkindertag beginnen.

Am 20. September feiern die Menschen in Deutschland (und auch Österreich) jährlich den Weltkindertag. Dieser Tag soll daran erinnern, dass Kinder Rechte haben und darauf aufmerksam machen, dass es vielen Kindern auf der Welt schlecht geht. Sie müssen für wenig Geld harte Arbeit verrichten, leiden unter Kriegen, Krankheiten oder müssen hungern. Der barbarische Bürgerkrieg in Syrien ist ein grausames Beispiel dafür, wie unschuldige Kinder fürchterlich leiden und sterben müssen. Nicht nur in armen Ländern, sondern sogar in Deutschland leben Kinder in Armut. Auch bei uns werden Kinderrechte oft nicht eingehalten, sozusagen mit Füßen getreten. Kinder sind vollwertige Menschen, deren Wünsche, Bedürfnisse und Nöte ernst genommen werden müssen.

Bei uns feiert man den Weltkindertag - wie oben beschrieben - am 20. September, in vielen anderen Ländern der Welt am 20. November. Es wird daran erinnert, dass die Rechte der Kinder eingehalten werden müssen. UNICEF , das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat den Tag für die Rechte der Kinder im Jahr 1954 ins Leben gerufen. Das Kinderhilfswerk setzt sich für Kinder auf der ganzen Welt ein, deren Lage verbessert werden muss oder die in Not sind. Viele Kinder in ärmeren Ländern müssen Hunger leiden, leben in elenden Zuständen oder in Kriegsgebieten. Nicht überall findet der Weltkindertag am gleichen Datum statt. In den meisten Ländern ist er am 20. November.

Vor allem in "Dritte-Welt"-Ländern und Krisenregionen, aber auch bei uns geht es vielen Kindern schlecht. Viele Menschen fordern, dass die Rechte der Kinder bei politischen Entscheidungen und Regelungen viel mehr berücksichtigt werden. Die Welt wird von den Erwachsenen gestaltet, die oft kein Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern haben. Das fängt schon bei Einrichtungen, Freizeitmöglichkeiten, Spiel- und Sportplätzen für Kinder an.

Kinderrechte im Grundgesetz?

Am Weltkindertag wird daran erinnert, dass Kinder auf der ganzen Welt festgeschriebene Rechte haben, die die Erwachsenen beachten müssen. Viele Eltern und Kinder wissen das überhaupt nicht. So dürfen Kinder zum Beispiel nicht geschlagen oder körperlich misshandelt werden. Eltern verstoßen schon gegen das Gesetz, wenn sie ihren Kindern eine Ohrfeige geben.

Damit die Kinderrechte auch in Deutschland wirklich beachtet werden, fordern viele Politiker, dass sie extra im Grundgesetz festgehalten werden. Dort sind alle Rechte, die die Menschen in Deutschland haben, niedergeschrieben. Diese gelten zwar auch für Kinder - aber viele Menschen sind dafür, dass ihre Rechte zusätzlich ins Grundgesetz geschrieben werden. Aber es geschieht einfach zu wenig.

Weltweit leben Kinder in elenden Zuständen

In vielen armen Ländern - besonders in Afrika, Südamerika und Asien - kämpfen Kinder täglich ums Überleben. Sie haben wenig zu essen und zu trinken, müssen für einen Hungerlohn hart arbeiten - und viele von ihnen leben auf der Straße. Eine Menge Produkte, die man bei uns kaufen kann, - zum Beispiel Spielzeug, Kleidung, Teppiche, Textilien und Lebensmittel - stammen aus ausbeuterischer Kinderarbeit.

Wenn man sich die gegenwärtige Flüchtlingskrise und die barbarischen Bilder in den Medien vor Augen führt, was Kinder alles Fürchterliches erleben und erdulden müssen, da kann ein normal empfindender Mensch nicht mehr tatenlos zusehen, da ist Humanität und vor allem dringend tatkräftige Hilfe geboten.  Jeder zweite Flüchtling auf der Welt ist ein Kind oder Jugendlicher, eine erschreckende Erkenntnis.

Manche ziehen sogar als Kindersoldaten in Kriege. Auch Kinderprostitution ist vor allem in armen Ländern weit verbreitet: Mädchen und auch Jungen verkaufen ihren Körper, um sich mit dem dadurch verdienten Geld durchzuschlagen. Sie sehen keine andere Möglichkeit, an Geld für etwas zu essen zu kommen, oder sie werden von Erwachsenen dazu gezwungen.

Viele von ihnen stecken sich dann mit Aids und Geschlechtskrankheiten an. Einige Kinder, vor allem in afrikanischen Ländern, kommen schon HIV-positiv auf die Welt, weil ihre Mutter das Virus in sich trägt. Einige Kinder haben ihre Eltern durch einen Bürgerkrieg oder eine Krankheit verloren und sind gezwungen, alleine klarzukommen. Viele Kinder in armen Ländern besitzen keine Geburtsurkunde. Niemand hilft ihnen, wenn sie krank werden.

Arme Kinder in reichen Ländern

Aber sogar in unserer eigentlich wohlhabenden Gesellschaft gibt es Kinderarmut. Die betroffenen Kinder können keine angesagte Markenkleidung tragen, haben keinen Computer und müssen auch auf sonstige Luxusartikel, die für viele andere selbstverständlich sind, verzichten. Ihre Eltern sind arbeitslos geworden oder verdienen mit ihren Jobs kaum Geld. Einige Kinder bekommen zu Hause nicht mal jeden Tag ein warmes Essen. Sie leiden meist im Stillen darunter. Nicht selten sind sie Außenseiter und werden auch noch von anderen Kindern verspottet.

Vielleicht haben wir Anregungen, was geändert werden sollte und wie man die Welt verbessern kann. Der Weltkindertag ist eine Gelegenheit, Vorschläge und Ideen mit Freunden aufzugreifen, zu sammeln und an Eltern, Pädagogen und vor allem mit Nachdruck an Politiker weiterzugeben.

Der Theologe, Psychotherapeut und Schriftsteller Eugen Drewermann äußert sich wie folgt: „Das ist das ganze Geheimnis eines Kindes, dass es uns durch sein bloßes Dasein nötigt, es zu lieben, und dass es davon lebt, für nichts geliebt zu werden…“

Nicht nur am 20. September ist Kindertag, jeder Tag sollte ein Kindertag sein, ein "Tag zum Wohle unserer Kinder".

Pablo Casals (1876-1973), der große spanische Cellist, Dirigent und  Komponist, hat es einmal in einer Hommage an alle Kinder dieser Welt sehr treffend formuliert:

Du bist ein Wunder.

Jede Sekunde unseres Lebens ist ein neuer und

einzigartiger Augenblick auf dieser Welt –

Ein Augenblick, der sich nie wiederholen wird.

Und was bringen wir unseren Kindern bei?

Wir bringen ihnen bei, dass zwei und zwei vier ist

und Paris die Hauptstadt von Frankreich.

Wann werden wir ihnen beibringen, was sie sind?

Wir sollten jedem Kind sagen: Weißt du, was du bist?

Du bist ein Wunder.

Du bist einzigartig.

In all den Millionen von Jahren, die vergangen sind,

hat es niemals ein Kind wie dich gegeben.

Schau deinen Körper an, welch ein Wunder! Deine Beine, deine Arme, deine geschickten

Finger,

die Art wie du dich bewegst.

Aus dir kann ein Skakespeare, ein Michelangelo, ein Beethoven werden.

Du kannst alles erreichen, es gibt nichts, was du nicht werden könntest.

Ja, du bist ein Wunder.

Und wenn du groß bist, kannst du zu anderen böse sein,

die ebenso wie du ein Wunder sind?

Wir alle müssen daran arbeiten-,

die Welt für unsere Kinder lebenswert zu machen.

Ja, du bist ein Wunder!

Soweit die  bemerkenswerten Worte von Pablo Casals.

Die Worte des ägyptischen Jesuiten, Mystikers und Buchautors  Henri Boulad sollten alle Eltern begleiten: Sie lauten: „…Und die heranwachsenden Kinder! Bitte, nehmt euch Zeit, liebe Eltern, wenn sie (die Kinder) mit brodelndem Herzen in die Wohnung stürmen und eine schäumende Freude mit euch teilen wollen oder ein starkes Erlebnis loswerden möchten… Bitte, verbietet Ihnen niemals den Mund mit der furchbaren Ausrede: „ICH HABE JETZT KEINE ZEIT“, sondern lasst alles stehen und liegen, weil in diesen wenigen Minuten keine Arbeit wichtiger ist als jetzt   Euer  Z U H Ö R E N, Eure Aufnahmebereitschaft, Euer Einfühlen, Euer Mitfühlen. Andernfalls erinnert ihr euch später reuevoll an diese unwiederholbaren Augenblicke und die versäumten Chancen, mit Eurem Sohn, Eurer Tochter, wichtige Kontakte geknüpft zu haben…“

Und mit Dante Alighieri möchte ich schließen: "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die (lachenden) Augen eines Kindes".

Kinder sind unser Reichtum, unsere Zukunft und der beste Teil von uns selbst.

Machen wir uns das an jedem Tag neu bewusst!

Hans-Peter Meyer

Land schreibt Arbeitsstipendien für Autorinnen und Autoren aus

Das Land Rheinland-Pfalz vergibt im Bereich der Literaturförderung sechs Arbeitsstipendien. Sie sind mit jeweils 1.500 Euro dotiert und richten sich an Autorinnen und Autoren, die in Rheinland-Pfalz geboren wurden oder dort leben oder die durch ihr literarisches Schaffen mit dem kulturellen Leben in Rheinland-Pfalz besonders verbunden sind. Die Bewerbungsunterlagen sind bis zum 10. Oktober beim Mainzer Kulturministerium einzureichen.

Nähere Informationen zur Ausschreibung und den Förderbedingungen unter http://kulturland.rlp.de/de/kultur-foerdern/stipendien/

Carl-Zuckmayer-Medaille 2019

Ministerpräsidentin Malu Dreyer verleiht Robert Menasse die Carl-Zuckmayer-Medaille

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse wird für seine Verdienste um die deutsche Sprache mit der Carl-Zuckmayer-Medaille 2019 ausgezeichnet. „Robert Menasse vermittelt in kritisch-ironischer Weise einen Blick auf politische und weltgeschichtliche Zusammenhänge. Er schafft dadurch nicht nur unterhaltsame Literatur, sondern regt auch zum Nachdenken an“, erläuterte Ministerpräsidentin Malu Dreyer ihre Entscheidung, die sie auf Empfehlung einer Fachkommission getroffen hat. Die Ministerpräsidentin wird die bundesweit beachtete Auszeichnung im Rahmen eines Festaktes am 18. Januar 2019 im Staatstheater Mainz verleihen.

Robert Menasse wurde 1954 als Kind einer jüdischen Familie in Wien geboren und fand für sein literarisches Schaffen bereits viel Beachtung. Seine literarischen Werke wie auch seine vielbeachteten Essays zeichnen sich durch ihre politische und philosophische Grundhaltung aus. Neben seinen erfolgreichen Romanen, die meist gesellschaftsrelevante Themen behandeln, widmet sich Robert Menasse zunehmend europa- und globalisierungspolitischen Themen. „Es ist erfrischend, dass solche Themen in der Literatur ihren Platz finden. Mit „Die Hauptstadt“ hat er einen großen EU-Roman geschaffen“, so die Ministerpräsidentin. Menasse trete für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ein und spreche an, was viele Menschen bewege. „Carl Zuckmayer, der das Gegenteil von Rechtsstaatlichkeit erleben musste, hätte daran sicherlich Gefallen gefunden“, ist sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer sicher.

Die Carl-Zuckmayer-Medaille wird vom Land Rheinland-Pfalz seit 1979 jährlich am 18. Januar, dem Todestag Carl Zuckmayers, an Personen vergeben, die sich um die deutsche Sprache in besonderer Weise verdient gemacht haben. Der Preisträger erhält eine vom Künstler Otto Kallenbach geschaffene Medaille sowie ein 30-Liter-Fass Nackenheimer Wein, dem Lieblingswein Carl Zuckmayers.

Trägerinnen und Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille sind:

Günther Fleckenstein (1979), Werner Hinz (1980), Georg Hensel (1982), Friedrich Dürrenmatt (1984), Ludwig Harig (1985), Dolf Sternberger (1986), Tankred Dorst (1987), Günter Strack (1988), Hanns Dieter Hüsch (1989), Martin Walser, Adolf Muschg, André Weckmann (1990), Albrecht Schöne (1991), Hilde Domin (1992), Hans Sahl (1993), Fred Oberhauser (1994), Grete Weil (1995), Mario Adorf (1996), Katharina Thalbach (1997), Harald Weinrich (1998), Eva-Maria Hagen (1999), Peter Rühmkorf (2000), Mirjam Pressler (2001), Herta Müller (2002), Monika Maron, Wolf von Lojewski (2003), Edgar Reitz (2004), Thomas Brussig (2005), Armin Mueller-Stahl (2006), Udo Lindenberg (2007), Bodo Kirchhoff (2008), Volker Schlöndorff (2009), Emine Sevgi Özdamar (2010), Hans Werner Kilz (2011), Uwe Timm (2012), Doris Dörrie (2013), Dieter Kühn (2014), Bruno Ganz (2015) und Sven Regener (2016), Yoko Tawada (2018).

Kantatenkonzert Dekanatskantorei Montabaur

MONTABAUR. Am Sonntag, dem 16.09. lädt die Dekanatskantorei Montabaur als der Kammerchor des Ev. Dekanates Westerwald um 17 Uhr zu einem weiteren großen Kantatenkonzert in die Ev. Lutherkirche Montabaur ein und setzt damit die etablierte Tradition der Septemberkonzerte fort.

Auf dem Programm stehen die Kantate „Liebster Gott, wenn werd ich sterben“ von Joh. Seb. Bach, die beiden Werke „Schlage doch, gewünschte Stunde“ und „Meine Seele rühmt und preist“ von M. Hoffmann sowie ein Flötenkonzert von Joh. Seb. Bach in einer Rekonstruktion von F. Zimei – aufgeführt vom professionellen Barockorchester Il Quadro Animato und vier eigens für diese Stilistik ausgebildeten hauptberuflichen Vokalsolisten.

Die Vokalkompositionen thematisieren, dass Gott dem Tod den Schrecken genommen hat; damit ist die Musik getragen von der Hoffnung auf Gottes grenzüberschreitende Treue, aber auch von der Erfahrung menschlicher Zuneigung und Liebe nach Gottes Vorbild.

Der Eintritt zu diesem außergewöhnlichem Konzert beträgt 15 Euro (Schüler und Studenten 10 Euro), Karten gibt es im Vorverkauf (Tel.: 02602 / 8814 und 0176 / 8561 2553) sowie an der Abendkasse. Einlass ist ab 16.00 Uhr. Die Leitung hat Dekanatskantor Jens Schawaller.

Sommermusik Wölferlingen

WÖLFERLINGEN. Sommerlich-flotte Musik und zahlreiche Gäste in der heiteren barocken Kirche am Wölferlinger Weiher: wieder einmal konzertierte mit Frechblech das witzig-geistreiche Wäller Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller (Sousaphon) mit Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn) und Ben Bereznai (Bariton und Basstrompete).

Udo Rufa, der Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Evangelischen Kirchengemeinde Wölferlingen, begrüßte herzlich alle Zuhörerinnen und Zuhörer sowie alle Aktiven in der schön restaurierten Kirche südöstlich der Westerwälder Seenplatte. In dem kontrastreichen und vielfältigen Programm erfreute das kirchliche Ensemble alle Anwesenden mit gekonnt geblasenen und virtuos vorgetragenen Kompositionen der Tanz- und Schlagerkultur.

Mit Frechblech wirkt ein überregional aktives Quintett des Dekanatskantorates Westerwald Süd, das sich dem stilistischen Crossover zwischen polyphoner Kirchenmusik und anspruchsvoller Unterhaltungsmusik in Gottesdienst und Konzert verschrieben hat. Die Gäste dankten es mit einem donnernden Applaus.

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