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Der Totensonntag (Ewigkeitssonntag)

Die Entstehung und Geschichte eines Gedenktages

Von Hans-Peter Meyer

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag ist in der evangelischen Kirche in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen. Er ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des  Kirchenjahres.

Seit der Entwicklung des Kirchenjahres im Mittelalter wurden mit den letzten Sonntagen des Kirchenjahres liturgische Lesungen zu den  Letzten Dingen verbunden. Während am drittletzten Sonntag das Thema „Tod“ im Mittelpunkt steht, hat der vorletzte Sonntag die Thematik „ (Jüngstes) Gericht“ und der letzte „Ewiges Leben“.

Traditionell thematisiert der letzte Sonntag im Kirchenjahr in besonderer Weise die Erwartung des Jüngsten Tages. Dazu gehört als Sonntagsevangelium das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Matthäus 25). Es bildet die Grundlage für das Wochenlied, den Choral von Philipp Nikolai „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (EG 147) und die darauf aufbauende Bachkantate gleichen Namens (BWV 140).

Entstehung des Totensonntags

König Friedrich Wilhelm III. von Preußenbestimmte durch  Kabinettsorder vom 24. April und Verordnung vom 25. November 1816  für die evangelische Kirche in den preußischen Gebieten den Sonntag vor dem 1. Advent zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“. Folgende Gründe kommen dafür in Frage: das Gedenken an die Gefallenen der Befreiungskriege, die Trauer um die 1810 verstorbene Königin Luise oder auch das Fehlen eines Totengedenkens im evangelischen Kirchenjahr. Die anderen evangelischen Landeskirchen übernahmen diese Bestimmung.

Staatlicher Schutz

Der Totensonntag ist in allen deutschen Bundesländern besonders geschützt. Die Feiertagsgesetze aller Bundesländer außer Hamburg bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag oder als „stillen Tag“ oder „stillen Feiertag“, für den besondere Einschränkungen gelten; dazu gehören beispielsweise Verbote von Musikaufführungen in Gaststätten, zum Teil begrenzt auf bestimmte Stunden des Totensonntags. Das Hamburger Gesetz über Sonntage, Feiertage, Gedenktage und Trauertage ermächtigt den Hamburger Senat, „durch Rechtsverordnung (…) Tage zu sonstigen Gedenk- oder Trauertagen zu erklären“, was beispielsweise durch das Hamburgische Gesetz zur Regelung der Ladenöffnungszeiten (Ladenöffnungsgesetz) vom 22. Dezember 2006 erfolgt ist.

Heutige Situation

Die lutherischen und unierten Agenden der 1950er Jahre versuchten im Rahmen der jüngeren liturgischen Bewegung, den endzeitlichen Charakter des Sonntags zurückzugewinnen. Deshalb findet sich der Name Totensonntag hier überhaupt nicht, sondern es ist lediglich vom Letzten Sonntag des Kirchenjahres/Ewigkeitssonntag/Sonntag vom Jüngsten Tage die Rede. Jedoch wurde ein alternatives Proprium mit dem Namen Gedenktag der Entschlafenen zur Verfügung gestellt.

Die Reformierte Liturgie(1999) führt in ihrem Liturgischen Kalender den Sonntag unter der Bezeichnung Letzter Sonntag des Kirchenjahres – Ewigkeitssonntag / Totensonntag, die pfälzische Agende (2006) als Letzter Sonntag des Kirchenjahres (Totensonntag). Beide führen dabei die Perikopen des Ewigkeitssonntags an, wie sie auch im Evangelischen Gottesdienstbuch wiedergegeben sind.

Das Evangelische Gottesdienstbuch verzeichnete darüber hinaus jedoch noch einen Gedenktag der Entschlafenen. In ihm werden biblische Lesungen vorgeschlagen, die von denen für den Ewigkeitssonntag abweichen. Für  Christen ist der Tod zwar das Ende irdischen Lebens, doch wird dies in der Perspektive der Hoffnung auf die  Auferstehung der Toten gesehen, wie es an vielen Stellen in der Bibel beschrieben wird, z. B.  Johannes11,25 LUT. „Nach dem Willen des Ev. Gottesdienstbuches soll dort, wo es üblich ist, das Gedächtnis der Entschlafenen in einem eigenen Früh-, Predigt- oder Vespergottesdienst begangen werden …, es soll aber die Texte des Ewigkeitssonntags keineswegs verdrängen.“ Es wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass auch die Texte des Ewigkeitssonntags für das Totengedenken geeignet sind.

Das Totengedenken bleibt in vielen Landeskirchen der Entscheidung der Kirchengemeinde überlassen. Zumindest mit dem Verlesen der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres – das neue beginnt mit dem folgenden Sonntag, dem ersten Adventssonntag – wird ihrer in den Gottesdiensten gedacht. In vielen Gemeinden werden die Angehörigen der Verstorbenen eigens zu Gottesdiensten auf den  Friedhöfen eingeladen. Das Abendmahl, sofern es an diesem Tag gefeiert wird, hat seinen Platz im morgendlichen Hauptgottesdienst. Zu den verbreiteten Bräuchen gehört es, die Gräber mit Gestecken oder Blumen zu schmücken.

Kirchliche Kreise werben dafür, aus Rücksichtnahme auf den Totensonntag mit der Weihnachtsbeleuchtung und den Weihnachtsmärkten erst in der Woche vor dem 1. Advent zu beginnen.

Der Sonntag der Ökumene

In der römisch-katholischen Kirche wird dieser Sonntag seit der  Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils als  Christkönigssonntag begangen, im altkatholischen Kalender wird dieser „Sonntag vom wiederkommenden Herrn“ genannt. Das Fest betont die Königsherrschaft Christi in Ewigkeit und weist insofern Parallelen zum Ewigkeitssonntag auf. Auch englischsprachige lutherische Kirchen, die dem Revised Common Lectionary folgen, feiern den Christkönigssonntag. Das Totengedenken erfolgt in der katholischen Tradition an Allerseelen.

Das Gedächtnis der Verstorbenen (Allerseelen) feiert die Katholische Kirche am 2. November, dem Tag nach Allerheiligen.

Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag zur Erinnerung an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft.

Aber bei aller Trauer in diesen Tagen im November, sollte uns die Erinnerung nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart nicht mehr zu stellen vermögen.

Wer würde nicht die intensiven Augenblicke seines Lebens gern verlängern. Doch dieser Wunsch nach Dauer bleibt eine Illusion, weil die Zeit befristet ist und unser Leben Grenzen hat. Seine Endlichkeit zu akzeptieren, ist ähnlich schwer, wie der V ersuch, die Ewigkeit zu begreifen: Gibt es wirklich eine unendliche Zeit in der Vergangenheit und Zukunft?

Die Bibel kennt die Ewigkeit nicht als philosophischen Begriff, sondern nur in Verbindung mit dem Schöpfer: Er war vor aller Zeit und wird nach uns sein…!

Christen schöpfen aus der Gewissheit: Weil des Schöpfers (Gottes) Liebe in Zeit und Ewigkeit gilt, kann sie nicht vom Tod begrenzt werden und bleibt in Ewigkeit. Wer in diesem Bewusstsein lebt, wird die Alltagsprioritäten anders setzen und mit manchen Themen und Menschen seines Lebens sorgfältiger, liebevoller und freier umgehen können.

Das Kreuz ist nicht nur das Symbol des Todes, sondern auch das Symbol des Lebens über den Tod hinaus, das uns der Schöpfer schenkt. Darum gehen wir nicht nur auf den Friedhof, um an die Verstorbenen zu denken, sondern auch um uns in der Hoffnung auf ein Wiedersehen in der Ewigkeit zu stärken.

©   Hans-Peter Meyer

Musikalische Abendgottesdienste zum Advent

NEUNKIRCHEN / RANSBACH-BAUMBACH. Die Cappella des Evangelischen Dekanates Westerwald lädt als das besondere Kammermusikensemble

unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller

zu zwei besonders musikalischen Abendgottesdiensten am Dienstag, dem 08.12.2020 um 20.00 Uhr

in die Evangelische Johanneskirche, Kirchgasse 11 in 56479 Neunkirchen (Anmeldung unter Tel.: 06436 / 4073 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

und am 3. Adventssonntag, dem 13.12.2020 um 17.00 Uhr

in die Evangelische Kirche, Kirchstraße in 56235 Ransbach-Baumbach (Anmeldung unter Tel.: 02624 / 7627 bzw. Kirchengemeinde.Ransbach-Baumbach-Hilgert@ekhn) ein.

Im Gottesdienst erklingen instrumentale Kammermusik von Georg Philipp Telemann, Orgelmusik, Choräle von Johann Sebastian Bach sowie Lesungen zum Advent und zu Weihnachten.

Es gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregelungen der gastgebenden Evangelischen Kirchengemeinden, der Eintritt ist frei.

Der Volkstrauertag – Die Geschichte eines Gedenktages

Von Hans-Peter Meyer

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht "befohlene" Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen.

Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde.

1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn "Heldengedenktag". Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.

Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa Zwei Millionen Kriegstoten auf über 827 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung. Das Leitwort ist:

Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen aus Anlass des Volkstrauertages  wird unter dem Begriff „Totengedenken“ immer wieder die nachfolgende Formulierung  gewählt:

Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg,
an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben,
der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer,
die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten,
einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer,
die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben,
und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage,
um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung,
um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte,
die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer,
die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit den Müttern und mit allen, die Leid tragen um die Toten.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt.

Worte - die  angesichts der zahlreichen kriegerischen Konflikte in der ganzen Welt - an Aktualität nie verlieren.

© Hans-Peter Meyer

Bonhoeffer: Vorbild an Zivilcourage und Glaubensmut

Christlich-jüdische Andacht in Friedrichssegen erinnert an den Beginn des Holocaust und dessen Opfer


RHEIN-LAHN. (13. November 2020) Auf der Wiese vor der Friedenskirche statt drinnen wurde in einem christlich-jüdischen Gottesdienst in Friedrichssegen an die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gedacht, die mit der Pogromnacht 1938 erstmals offen ausbrach. Antje Müller, Pfarrerin für Ökumene des evangelischen Dekanats Nassauer Land und Wolfgang Dorr von der jüdischen Gemeinde legten am wenige Meter entfernten Mahnmal einen Kranz nieder.

Zuvor wurde in der Andacht im Freien mit Liedern und Gebeten in deutscher und hebräischer Sprache sowohl die Vergangenheit ins Gedächtnis gerufen als auch vor der aktuellen Entwicklung und einem neuen Aufkeimen des Antisemitismus gewarnt. Nicht nur dabei wirkte eine Konfirmandin mit. Müller lenkte den Blick zunächst auf die drei Sandsteinsäulen des Mahnmals. Dessen Errichtung hatte eine siebenköpfige Schülergruppe der Realschule Lahnstein unter Leitung der Lehrerin Ruth Mayer-Schnell unterstützt von ihrem Kollegen Elmar Ries angestoßen. Die Werkstatt des Lahnsteiner Steinbildhauers Norbert Rösner hat das Werk geschaffen, auf dem sich 51 Opfernamen aus dem gesamten Mittelrheingebiet befinden. Auf der mittleren Säule ist zu lesen: „Den Opfern zum Gedenken, den Lebenden zur steten Mahnung“ und „Ungestillt rinnt die Träne um die Erschlagenen meines Volkes“, ein biblischer Vers aus Jeremia 8.

Im August 1941 wurden die 51 Bürger jüdischen Glaubens gezwungen, in die ehemalige Arbeitersiedlung „Tagschacht“ in Friedrichssegen zu ziehen.  „Sie mussten dort Zwangsarbeit verrichten, die Männer in einem Eisenlager und Verschrottungsbetrieb, die Frauen in einem Ton-und Dachziegelwerk“, berichtete Müller. Nach einem Jahr wurden sie über Frankfurt in die Konzentrationslager Theresienstadt, Treblinka und Ausschwitz deportiert.

Die Theologin erinnerte aber auch an Dietrich Bonhoeffer, der von Anfang an Partei für die verfolgten jüdischen Menschen ergriffen hatte. „Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen" hatte der Pfarrer und Widerstandskämpfer, der selbst kurz vor Kriegsende im Konzentrationslager erhängt wurde, früh gemahnt. In seiner Haltung sei er auch heute noch ein Vorbild für Christen, wenn er etwa betonte, dass man „dem Rad in die Speichen fallen muss“ und dass „tatenloses Abwarten und stumpfes Zuschauen keine christlichen Haltungen sind“. Als ein „Vorbild an Zivilcourage und Glaubensmut“ beschrieb sie den evangelischen Theologen.

Odelia Lazar, die Michael Wienecke an der Gitarre begleitete, vertiefte mit ihrem bewegenden Gesang jüdischer Lieder das Gedenken. Mit Bonhoeffers trostvollen Versen „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, gab sie den Gästen der Andacht noch einen Hoffnungsschimmer  mit auf den Weg zum Mahnmal. Der Theologe hatte es kurz vor dem Tag seiner Hinrichtung gedichtet, in dem sein unbeirrbarer Glaubensmut zum Ausdruck kommt.

Volkstrauertag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Das Andenken muss auch Mahnung sein

Ministerpräsidentin Malu Dreyer legt am Sonntag um 11.00 Uhr mit dem Vorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Rheinland-Pfalz, Martin Haller, einen Kranz nieder. Das stille Gedenken findet an der Gedenkstätte des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert statt. „Am Volkstrauertag wehen die Fahnen auf Halbmast für alle Menschen, die ihr Leben durch Krieg und Gewaltherrschaft oder Terror verloren haben. Er ist und bleibt ein wichtiger Tag unserer Erinnerungskultur“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Gedenktag am kommenden Sonntag. 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gelte das Gedenken den Opfern beider Weltkriege, deren millionenfaches Leid sich nicht annähernd in seiner Dimension erfassen lasse. Die gemeinsame Trauer schließe alle Menschen ein, die bis heute unter Terror und Gewalt leiden, die Opfer von Krieg und Verfolgung sind. Das Andenken sei zugleich Mahnung an uns alle. Aufgrund der Corona Pandemie könnten aktuell keine großen Gedenkveranstaltungen stattfinden. Der Volkstrauertag sei ein mächtiges Zeichen für Frieden und Versöhnung. Neben den Opfern des Krieges werde auch der Opfer von Terror gedacht. „Leider hat auch das traurige Aktualität in 2020 nach Hanau, Dresden, Wien, Nizza... die Liste ließe sich noch lange fortsetzen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Der Frieden ist ein wertvolles Gut, für das wir uns immer wieder aufs Neue einsetzen müssen. Wenn wir auf die aktuellen Krisen und Konflikte in der Welt blicken, ist diese Botschaft des Volkstrauertages aktueller denn je. Sie ist auch eine Mahnung für uns, unsere Werte gegen Hass und Hetze zu verteidigen“, so die Ministerpräsidentin. Die Erinnerung an die Vergangenheit gebe Orientierung, sie sei ein Fixpunkt für unsere Gesellschaft, die die Würde jedes Einzelnen zum Maßstab habe.

„Erinnerung braucht Zukunft und jede nachkommende Generation“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie dankte dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für seine engagierte Jugendarbeit. Jedes einzelne Grab sei ein Mahnmal für den Frieden. In Verbindung mit der Aufklärungsarbeit an Schulen und den internationalen Jugendbegegnungen leiste er unverzichtbare Friedensarbeit.

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