Samstag, 04. Juli 2020

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Was ist Ostern?

Eine einfache Darstellung der Passion Christi

Von Hans-Peter Meyer

Mit dem  Palmsonntag beginnt für die Christen in aller Welt die wichtigste Woche des Jahres. In unzähligen und an Verschiedenartigkeiten kaum zu überbietenden Festen, Feiern, Umzügen und Gottesdiensten begehen sie, entweder fröhlich oder nachdenklich, die grundlegenden Ereignisse und Inhalte ihres Glaubens. Dazu kommen die Erinnerungen an die Dramatik der letzten irdischen Lebenstage ihres Glaubensstifters Jesus aus Nazaret (zwischen See Genezareth und Mittelmeer in Israel gelegen). Aber nun der Reihe nach:

Am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, feiern die Christen den Einzug von Jesus in Jerusalem. Er wird dort von den Bewohnern mit Palmzweigen und Huldigungsrufen begeistert begrüßt, obwohl der auf einem jungen Esel reitende Jesus alles andere als eine herrschaftliche Figur darstellt. Aber die Gläubigen sehen in dem Vorgang die Erfüllung einer alten Weissagung, nach der der göttliche Erlöser so in Jerusalem einziehen soll.

Am Gründonnerstag – die Gegner von Jesus haben dafür gesorgt, dass sein Aufenthalt in Jerusalem lebensbedrohlich geworden ist – feiert Jesus mit seinen Jüngern zum letzten Mal ein rituelles Abendessen. So ist es unter frommen Juden in Jerusalem vor dem Passafest üblich gewesen. Während der Mahlzeit nimmt Jesus angesichts seines bevorstehenden Todes, von deinen Jüngern Abschied. Aus diesem Essen entsteht später die Feier des Heiligen Abendmahls bzw. der Heiligen Eucharistie, die zur Mitte des christlichen Gottesdienstes werden.

Am Karfreitag geschieht für die Jünger – und heute noch für alle Christen – das Unfassbare: Jesus wird verhaftet und mit dem Kreuzestod grausamst hingerichtet. In Jesus sehen die Jünger, wie heute die Christenheit, den Abgesandten, den Boten, ja den Sohn Gottes. Dass niedrige Intrigen und menschliche Machenschaften so mit Gott – ungestraft – umgehen können – und das Gott dies zulässt! – stürzt alle in tiefsten Glaubenszweifel. Das Ende der „Jesusbewegung“ sehen sie gekommen und den menschenfreundlichen Gott, den Jesus verkündete, als Irrtum entlarvt!

Doch der Ostersonntagmorgen wischt alle Zweifel, alle Ängste beiseite. Immer mehr von ihnen erzählen  von Begegnungen mit und von Erscheinungen von Jesus, die sie gehabt haben. So wird die Gewissheit geboren, dass Jesus lebt und wirkt. Sie – und nachfolgend alle Christen auf der weiten Welt – erkennen, dass seine Botschaft für alle Zeiten gültig bleibt. Auch wissen  und glauben sie, dass der Tod in jedweder Form für das liebevolle, uns Menschen zugewandte Wirken Gottes in uns und mit uns keine unüberwindbare Barriere mehr darstellt. Ein neuer Abschnitt der Menschheit hat damit begonnen.

Das ist Ostern!

© Hans-Peter Meyer

Kulturfrühstück

Die Koblenzer Kulturdezernentin PD Dr. Margit Theis-Scholz lud die Koblenzer Kulturschaffenden und die Mitglieder des Kultur-und Hochschulausschusses vor Kurzem zum siebten Kulturfrühstück ein. 44 Kulturschaffende folgten dieser Einladung. Das Treffen dient der Netzwerkbildung und dem Austausch untereinander. Nach Vorstellung der verschiedenen geplanten Projekte durch die Kulturdezernentin (z. B. Koblenz liest ein Buch, Wochen der Demokratie, Kunst unterwegs, u.a.), stellten auch einige Kulturschaffende Ihre Projekte den anwesenden Gästen vor.

Über das Kulturfrühstück hinaus bietet die Kulturdezernentin auch eine offene Kultursprechstunde an. Jeweils am 4.Montag des Monats, ab 16:00 Uhr mit vorheriger Vereinbarung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Populismus: Aufmerksamkeit durch Tabubrüche

Sie reden von Asyltourismus oder Frühsexualisierung. Welche sprachlichen Strategien Rechtspopulisten verwenden, haben Linguisten der Universität Trier untersucht.

Was ist die Grenze des Sagbaren in politischen Diskussionen? Eine schwierige Frage. Auch für Dr. David Römer, der – so kann man es sagen – Kummer gewohnt ist. Der Linguist der Universität Trier analysiert Populismus in der deutschen Sprache und hat dabei schon viel Unschönes gelesen: auf Social Media, in Wahlprogrammen oder in Reden. „Problematisch ist beispielsweise der unreflektierte Gebrauch von Wörtern, die historisch vorbelastet sind.“

Gerade rechte Politiker brechen laut Römer bewusst diese Tabus. So hat zum Beispiel Frauke Petry erst kürzlich versucht, den Ausdruck völkisch zu reaktivieren, indem sie das Wort vom durchaus sagbaren Wort Volk ableitete. „Das Ziel, das mit einer derartigen Sprachwahl erreicht werden soll, ist die öffentliche Aufmerksamkeit. Personen mit populistischem Gedankengut haben verstanden, mit welcher Rhetorik sie es in die Medien schaffen.“

Medien skandalisieren das Gesagte und berichten auch mal reißerisch über Politiker. Die Debatte um die politische Korrektheit erzeugt zusätzlich öffentliche Aufmerksamkeit. Personen am rechten politischen Rand inszenieren sich gerne mit dem Argument, „dass man das doch noch sagen dürfe.“

Der Sprachwissenschaftler hält deswegen Aufklärung für besonders wichtig. Dem Populismus und den Strategien dahinter müsse mit politischer und sprachlicher Bildungsarbeit entgegengewirkt werden: „Indem man sich darüber klar wird, wie rechtsgesinnte Gruppierungen sprechen und ihre Strategien kennt, kann man vermeiden, dass man in die Falle tappt.“ Weitere populistische Sprachstrategien sind beispielsweise Vereinfachungen oder Moralisierung. Aber auch Vokabeln, die Bürgernähe simulieren und auf Alltagserfahrungen des „kleinen Mannes“ und der „kleinen Frau“ anspielen, werden häufig benutzt.

„Moralisiert und vereinfacht wird beispielsweise, indem populistische Personen die Welt in zwei Gruppen einteilen und sich dabei als die wahren Vertreter des guten Volkes verstehen und ein Bild von einer bösen, korrupten politischen Führungselite zeichnen, die das Volk hintergeht. Gleichzeitig treten Populisten und Populistinnen als Moralkritiker auf und inszenieren sich als Opfer von Moralisierung, etwa wenn sie den ‚Tugendterror‘ anmahnen.

Bei ihren Analysen stießen die Wissenschaftler der Universität Trier auch auf einige Äußerungen, die man schon als verschwörungstheoretisch bezeichnen kann. Eine weit verbreitete Geschichte ist, dass die politische Elite mit ihrer Einwanderungspolitik einen ‚Bevölkerungsaustausch‘ durchführe, um Deutschland zu islamisieren. Sogar im Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland (AfD) entdeckten die Forscher allerhand weitere haarsträubende Behauptungen, die nicht belegt werden: Durch „Gender-Ideologie“ und „Frühsexualisierung“ fände in Schulen eine staatlich geförderte Umerziehung statt, und zwar mit dem Ziel, die traditionelle Familie abzuschaffen.

Die Wissenschaftler beobachten schon seit einigen Jahren sprachlichen Populismus und können dabei eine Tendenz feststellen: „Wir haben auf jeden Fall den Eindruck, dass in den letzten Jahren der populistische Sprachgebrauch zugenommen hat. Nicht nur Begriffe wie ‚Asyltourismus‘ haben in die öffentliche Debatte Einzug gehalten. In gewisser Weise ist Rechtspopulismus salonfähig geworden“, schätzt Dr. David Römer die aktuelle Situation ein.

Römer und seine Kollegen konzentrieren sich auf die Analyse von Wahlplakaten, politischen Reden und verschiedenen Textsorten sozialer Medien wie YouTube-Kommentare. Auch linksgerichtete Personen würden zu populistischen sprachlichen Mitteln greifen, so die Forscher. Diese seien jedoch schwieriger als eindeutig populistisch zu bestimmen. Auch in einem Seminar an der Universität Trier haben Studierende im vergangenen Jahr deshalb ausschließlich rechtspopulistische Textdokumente untersucht. „Aufgrund der engen Anbindung an die Forschungspraxis ist das Seminar bei den Studierenden auf sehr großes Interesse gestoßen.“ Eine Wiederholung ist aktuell nicht geplant.

Wie wichtig es ist, genauer zu verstehen, wie Populisten rhetorisch agieren, unterstrichen auch Wissenschaftler bei einer kürzlich stattgefundenen internationalen Tagung an der Universität Graz, die von Römer mitorganisiert wurde. Im Herbst erscheinen ihre Ergebnisse in einem Tagungsband.

Musik zur Sterbestunde / Karfreitag

MONTABAUR. „Meinen Jesum lass ich nicht“ – unter dieser Choralzeile eines bekannten Kirchenliedes des evangelischen Dichters Christian Keimann steht die diesjährige „Musik zu Sterbestunde“ am Karfreitag, dem 19.04.2019 um 15.00 Uhr in der Evangelischen Lutherkirche Montabaur, zu der die Dekanatskantorei Montabaur und die Cappella Taboris gemeinsam herzlich einladen. Im Mittelpunkt der geistlichen Musik in der Karwoche stehen jeweils zwei aufwendige Kantaten von Friedrich Wilhelm Zachow und Dietrich Buxtehude sowie zwei große Motetten von Johann Michael Bach. Begleitet werden die beiden Ensembles durch ein Orchester unter der Gesamtleitung von Dekanatskantor Jens Schawaller. Der Eintritt ist frei.

80. Geburtstag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigt Volker Schlöndorff: Großartiger Regisseur des deutschen Nachkriegsfilms

„Volker Schlöndorff ist ein Regisseur, ohne den der neue deutsche Film nicht vorstellbar wäre. Er begeistert deutsches Publikum für internationale Literatur und ein internationales Publikum für deutsche Literatur“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich des 80. Geburtstages des Filmemachers. Volker Schlöndorff ist Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille, der Auszeichnung für besondere Verdienste um die deutsche Sprache und Verdienste um das künstlerische Wort des Landes Rheinland-Pfalz. „Sie gehören zu den wichtigen Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum, die sich mit und über die Sprache für Menschlichkeit einsetzen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Volker Schlöndorff gehöre zu den bedeutendsten Filmschaffenden des deutschen Nachkriegsfilms. Mit der Oscar-prämierten Verfilmung des Romans „Die Blechtrommel“ gelang Schlöndorff 1979 der internationale Durchbruch, zahlreiche bedeutende Werke folgten. „In seinen Filmen ist immer ein Standpunkt erkennbar – für die Schwachen. Sie sind politisch und gesellschaftskritisch und unterhalten zugleich. Das ist eine ganz hohe Kunst“, so die Ministerpräsidentin.

„Nicht zuletzt ist Volker Schlöndorff ein bedeutender Vermittler zwischen Generationen und Kulturen“, lobte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Neben seinem künstlerischen Werk verdiene der Regisseur besondere Anerkennung für seinen Einsatz für das rheinland-pfälzische Partnerland Ruanda. Dort engagiert sich Volker Schlöndorff für junge Film- und Medienschaffende. Zu seinem besonderen Geburtstag wünsche sie ihm alles Gute, Gesundheit und kreative Schaffenskraft, so die Ministerpräsidentin.

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