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Bibliothek der Landeszentrale für politische Bildung über die Feiertage geschlossen

Über die Feiertage ist die Bibliothek der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Mainz (Am Kronberger Hof 6) ab sofort bis Montag, 6. Januar 2020 für den Besucherverkehr geschlossen.
Die Recherche des gesamten Bestandes ist aber auch in dieser Zeit durchgehend über den Online-Katalog unter www.politische-bildung-rlp.de/bibliothek.html möglich!

Ab Dienstag, 7. Januar 2020 ist die Bibliothek wieder zu den üblichen Öffnungszeiten für Sie da:
Montags 15.00 -17.00 Uhr
Dienstags, Donnerstags und Freitags 10.00 - 12.00 Uhr.
Mittwochs ist die Bibliothek geschlossen!

Adventskonzerte der DekanatsKantorei Montabaur

MONTABAUR / SELTERS. In diesem Jahr feiert die DekanatsKantorei Montabaur als der Kammerchor des Evangelischen Dekanates Westerwald ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Den Abschluss des konzertreichen Festjahres machten dabei die zwei prächtigen Aufführungen des adventlichen Kantatenkonzertes in der Evangelischen Kirche von Selters und in der Evangelischen Lutherkirche Montabaur. Für die DekanatsKantorei Montabaur endet mit diesen beiden Konzerten auch der Jubiläumszyklus von Kompositionen aus der Feder von Friedrich Wilhelm Zachow, dem Lehrer Georg Friedrich Händels, der Ausführende wie Zuhörende das Jahr 2019 über begleitet hat. Mit dabei war auch die Cappella Taboris, die als Vokal- und Instrumentalensemble des Evangelischen Dekanates Westerwald protestantische Kirchenmusik in Konzert und Gottesdienst pflegt. „Im Laufe dieser zwanzig Jahre hat sich so viel entwickelt“, meint rückblickend der künstlerische Leiter Dekanatskantor Jens Schawaller, der als der Gründungskantor im evangelischen Teil des Unteren Westerwaldes ebenfalls auf zwei Jahrzehnte Berufserfahrung zurückblicken kann, „und wir freuen uns auf noch viele Konzerte, die in der Zukunft vor uns liegen!“. Im Orchester wirkten die bereits vielfach bewährten Musikerinnen Almut Wenzel (Violine), Leah Münzer (Violine), Sophie Jungbluth (Viola da braccia), Anne-Rose Selbach (Viola da braccia), Sibylle Zakel (Violoncello), Gudula Marxsen (Kontrabass), Andrea Scheugenpflug (Blockflöte) und Susanne Schawaller (Orgel). Gemeinsam mit der Cappella Taboris – es sangen als Solistinnen und Solisten Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt), Hildegard Sthamer (Tenor) und Ingo Jungbluth (Bass) – führten sie die Kantate zum Weihnachtsfest für Chor, zwei Violinen, Viola da braccia und Basso continuo „Das neugeborne Kindelein“ von Dietrich Buxtehude (1637 – 1707) auf. Das schwungvolle Werk lebt vom konzertierend-wettstreitenden Gegenüber von Vokal- und Instrumentalideen, die sich dialogisch miteinander auseinandersetzen, um dann schlussendlich eine musikalische Synthese einzugehen. In der Kantate zum Weihnachtsfest für Soli, Chor, Blockflöte, zwei Violinen, zwei Violae da braccia und Basso continuo „Uns ist ein Kind geboren“ von Friedrich Wilhelm Zachow (1663 – 1712) begaben sich die DekanatsKantorei Montabaur und die Cappella Taboris gemeinsam mit dem Orchester in den musikalischen Kontrast: Rezitative und Arien stehen in dieser Komposition dem lutherischen Choral „Gelobet seist du, Jesu Christ“ als Gegensatz gegenüber, der in aller musikalischen Bewegung wie ein Fels in der Brandung steht. Mit der Kantate zum Weihnachtsfest für Soli, Chor, Blockflöte, zwei Violinen, Viola da braccia und Basso continuo „Also hat Gott die Welt geliebet“ von Christian August Jacobi (1688 – nach 1725) erklang eine Komposition, die zum einen auf Luthers Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ als auch auf die ganze Formenfülle dieses weitläufigen Genres zurückgreift – hier vereinigten sich alle Musikerinnen und Musiker des Abends in einem feierlichen Klangfest dieses lebensfrohen und abwechslungsreichen Werkes. Beide Konzerte endeten mit einem kräftigen und langanhaltenden Applaus der abendlichen Gäste.

Sankt Nikolaus – Ursprung und Brauchtum

Die Figur des heiligen Nikolaus und seine Geschichte.

Von Hans-Peter Meyer

Der legendäre Nikolaus ist eine Verschmelzung aus zwei historischen Personen: dem Bischof Nikolaus von Myra im kleinasiatischen Lykien, der wahrscheinlich im 4. Jahrhundert gelebt hat, und dem gleichnamigen Abt von Sion, der Bischof von Pinora war, und am 10. Dezember 564 in Lykien starb.

Aus diesen beiden historischen Personen entwickelte sich die ab dem 6. Jahrhundert in Legenden zu findende sagenumwobene Figur des wundertätigen Bischofs von Myra.

St. Nikolaus ist seit jeher einer der populärsten christlichen Heiligen.
Nikolaus ist insbesondere der Schutzpatron der Seefahrer, reisenden Händler, Ministranten und Kinder. In der orthodoxen Kirche ist seine Verehrung seit dem 6. Jahrhundert belegt, als Justinian I. in Konstantinopel eine ihm geweihte Kirche errichtete.


Nach Deutschland kam der Nikolauskult im 11. Jahrhundert, vermutlich durch Theophanu, die byzantinische Frau Ottos des Zweiten.
Ab dem 17. Jahrhundert bekam der Nikolaus Furcht einflößende Gehilfen als Begleiter zur Seite gestellt.

In Deutschland Knecht Ruprecht oder Hans Muff, in der Schweiz Schmutzli, in Österreich den Krampus, in Luxemburg den Housecker, in den Niederlanden den Zwarte Piet.
Das Gedenken an den Bischof von Myra ist katholischen Ursprungs und wurde von Martin Luther abgeschafft.   

Doch der Brauch lebt bis zum heutigen Tage weiter!

Bei uns wird Sankt Nikolaus oft auch der „Heilige Mann“ genannt.

In anderen Ländern ist Nikolaus auch unter folgenden Namen bekannt:

Klass, Sint Nicolaas, Sveti Nikola (Serbien), Sinterklaas (Niederlande), Samichlaus (Schweiz) oder Kleeschen (Luxemburg). Father Christmas (England), Père Noël (Frankreich), Noel Baba (Türkei), Santa Claus (Nord-Amerika), Papai Noel (Brasilien). Einst war er auch der Gabenbringer an Weihnachten.

In Mitteleuropa wurde er zunehmend vom Christkind (Kunstfigur von Martin Luther erfunden, der damit sein Vorhaben, den heiligen Nikolaus abschaffen zu wollen, untermauerte) verdrängt.

Später wurde das Christkind durch den Weihnachtsmann und in heutiger Zeit zunehmend durch den amerikanischen Santa Claus ersetzt.

Hans-Peter Meyer

Adventskonzerte FRECHBLECH

WALLMEROD / MONTABAUR. Zu einem geistlichen Konzert mit Musik und Lesungen zum Advent luden Frechblech als das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald und der Organist Martin Löw aus Goddert gemeinsam jeweils in die Evangelische Christuskirche Wallmerod und in die Evangelische Pauluskirche Montabaur ein. Unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon) musizierte das Ensemble in den beiden charmant-neugotischen Wäller Kirchen, wobei Rudi Weide (Trompete), Claudia Liebe (Trompete), Dorit Gille (Waldhorn) und Benjamin Bereznai (Basstrompete) souverän und spielfreudig Kompositionen von der Renaissance bis in die Gegenwart in den beiden denkmalgeschützten Kirchen zum Leben erweckten. Zwei zeitgenössische Werke über „Fröhlich soll mein Herze springen“ von Christian Sprenger und Burkhard Kinzler rahmten den Gemeindegesang über das gleichnamige Lied des Berliner Kantors Johann Crüger, den Martin Löw an der Raßmannorgel bzw. der Wagnerorgel gekonnt führte. Nach dieser Eröffnung erklangen die polyphonen Motetten „O Heiland, reiß die Himmel auf“ von Johannes Brahms sowie „Adventi ének“ von Zoltán Kodály. Die Lesungen, allesamt mit viel liturgischem Sachverstand von Ben Bereznai verfasst und gekonnt rezitiert, gliederten dabei die Kompositionen und spannten einen geistlichen Bogen durch das ganze Konzert. Martin Löw ließ die Gäste beider Abende an seiner hohen Improvisationskunst teilhaben und extemporierte an drei Stellen über selbst gewählte und höchst unterschiedliche Themata aus der Literatur, die er mit Chorälen zu jeweils einem Orgelwerk synthetisierte. Ein weiteres Mal rahmten alle Musikerinnen und Musiker den Gemeindegesang „Es ist ein Ros entsprungen“ mit einer Choralbearbeitung von Christian Sprenger und Melchior Vulpius, bevor Martin Löw und Frechblech ihre Zuhörerinnen und Zuhörern mit dem Choral „Macht hoch die Tür“ und der Motette „Übers Gebirg Maria geht“ von Johann Eccard in den stimmungsvollen Adventsabend verabschiedeten.

Advent – Zeit der Besinnung ? Gedanken in der Vorweihnachtszeit

Von Hans-Peter Meyer

Die Kerzen am Adventskranz brennen wieder.

Die schönste, aber auch hektischste Zeit des Jahres ist angebrochen.

Welche Geschenke, welches unbedenkliche Festessen, wie feiern wir in diesem Jahr Weihnachten und Silvester? Das sind die primären Fragen, all das geht uns durch den Kopf.  Sorgen, um die uns viele Menschen in der Welt beneiden.

Weltweit gibt es ein Viertel Reiche und drei Viertel Arme. Ein Viertel der Menschheit ist nicht in der Lage, seine Grundbedürfnisse wie Ernährung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit und Bildung zu sichern.

Millionen Menschen auf unserem Globus kämpfen täglich um die nackte Existenz. Weltweit gibt es über 30 Kriege und bewaffnete Konflikte. In den Kriegs- , Krisen- und Katastrophengebieten dieser Welt gibt es zunehmend grauenvolle Szenarien,  in  Syrien, in der Ost-Ukraine, in Afghanistan, im Irak, in Pakistan, in Haiti,  in vielen afrikanischen Ländern, wo überall täglich unschuldige Menschen auf schreckliche Art und Weise  ihr Leben verlieren. Grausame Bilder. Krieg tötet alles. Weltweit sterben täglich  30 000 Kinder an den Folgen von Hunger und Krankheit; eine alarmierende Zahl, die man sich immer wieder nachhaltig bewusst machen muß.

Dann gibt es noch die anderen, die allein und einsam sind. Nicht wenige, die auf ein Wort des Trostes und der Ermunterung warten. Menschen – die Hoffnung brauchen.

Auch daran sollten wir in der Adventszeit denken – mit etwas mehr  Demut und Dankbarkeit,  mit herzlicher Anteilnahme, mit weniger Egoismus.

Aber da gibt es auch noch etwas anderes:

Advent ist seit dem 5. Jahrhundert bezeugte Zeit der Muße und Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi und bedeutet „Ankunft“ so wie es der christliche Glaube lehrt.

Aber wer setzt sich heute noch mit dieser Interpretation auseinander?

Nach den trüben Tagen des November ist die Adventszeit heute  eine eher hektische Zeitspanne geworden.

Die Fassaden vieler Häuser strahlen im Lichterglanz und im Alltag herrscht hektische Geschäftigkeit.

Die Adventszeit sollte aber im Grunde alles andere sein als nur eine Zeit der Hektik und des Kerzenscheins; sie ist auch die Zeit des  Nachdenkens über den tieferen Sinn und den Ursprung des Advent, das alles ist aus dem Bewusstsein zumeist verdrängt.

So ist es Zeit, das wir diese Wochen auch mit anderen Inhalten füllen, in dem wir Ausschau halten nach dem Sinn unserer Schöpfung, die uns zu einem erfüllten und versöhnten Leben verhelfen will.

Auch wenn es trotz aller Hektik schwerfällt:

Versuchen wir doch einmal den Advent als „besinnliche Zeit“ wahrzunehmen und zu leben.

© Hans-Peter Meyer

 

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