Dienstag, 02. Juni 2020

Letztes Update:06:21:37 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Der Totensonntag (Ewigkeitssonntag) – Die Entstehung und Geschichte eines Gedenktages

Von Hans-Peter Meyer

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag ist in der evangelischen Kirche in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen. Er ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des  Kirchenjahres.

Seit der Entwicklung des Kirchenjahres im Mittelalter wurden mit den letzten Sonntagen des Kirchenjahres liturgische Lesungen zu den  Letzten Dingen verbunden. Während am drittletzten Sonntag das Thema „Tod“ im Mittelpunkt steht, hat der vorletzte Sonntag die Thematik „ (Jüngstes) Gericht“ und der letzte „Ewiges Leben“.

Traditionell thematisiert der letzte Sonntag im Kirchenjahr in besonderer Weise die Erwartung des Jüngsten Tages. Dazu gehört als Sonntagsevangelium das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Matthäus 25). Es bildet die Grundlage für das Wochenlied, den Choral von Philipp Nikolai „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (EG 147) und die darauf aufbauende Bachkantate gleichen Namens (BWV 140).

Entstehung des Totensonntags

König Friedrich Wilhelm III. von Preußenbestimmte durch  Kabinettsorder vom 24. April und Verordnung vom 25. November 1816  für die evangelische Kirche in den preußischen Gebieten den Sonntag vor dem 1. Advent zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“. Folgende Gründe kommen dafür in Frage: das Gedenken an die Gefallenen der Befreiungskriege, die Trauer um die 1810 verstorbene Königin Luise oder auch das Fehlen eines Totengedenkens im evangelischen Kirchenjahr. Die anderen evangelischen Landeskirchen übernahmen diese Bestimmung.

Staatlicher Schutz

Der Totensonntag ist in allen deutschen Bundesländern besonders geschützt. Die Feiertagsgesetze aller Bundesländer außer Hamburg bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag oder als „stillen Tag“ oder „stillen Feiertag“, für den besondere Einschränkungen gelten; dazu gehören beispielsweise Verbote von Musikaufführungen in Gaststätten, zum Teil begrenzt auf bestimmte Stunden des Totensonntags. Das Hamburger Gesetz über Sonntage, Feiertage, Gedenktage und Trauertage ermächtigt den Hamburger Senat, „durch Rechtsverordnung (…) Tage zu sonstigen Gedenk- oder Trauertagen zu erklären“, was beispielsweise durch das Hamburgische Gesetz zur Regelung der Ladenöffnungszeiten (Ladenöffnungsgesetz) vom 22. Dezember 2006 erfolgt ist.

Heutige Situation

Die lutherischen und unierten Agenden der 1950er Jahre versuchten im Rahmen der jüngeren liturgischen Bewegung, den endzeitlichen Charakter des Sonntags zurückzugewinnen. Deshalb findet sich der Name Totensonntag hier überhaupt nicht, sondern es ist lediglich vom Letzten Sonntag des Kirchenjahres/Ewigkeitssonntag/Sonntag vom Jüngsten Tage die Rede. Jedoch wurde ein alternatives Proprium mit dem Namen Gedenktag der Entschlafenen zur Verfügung gestellt.

Die Reformierte Liturgie(1999) führt in ihrem Liturgischen Kalender den Sonntag unter der Bezeichnung Letzter Sonntag des Kirchenjahres – Ewigkeitssonntag / Totensonntag, die pfälzische Agende (2006) als Letzter Sonntag des Kirchenjahres (Totensonntag). Beide führen dabei die Perikopen des Ewigkeitssonntags an, wie sie auch im Evangelischen Gottesdienstbuch wiedergegeben sind.

Das Evangelische Gottesdienstbuch verzeichnete darüber hinaus jedoch noch einen Gedenktag der Entschlafenen. In ihm werden biblische Lesungen vorgeschlagen, die von denen für den Ewigkeitssonntag abweichen. Für  Christen ist der Tod zwar das Ende irdischen Lebens, doch wird dies in der Perspektive der Hoffnung auf die  Auferstehung der Toten gesehen, wie es an vielen Stellen in der Bibel beschrieben wird, z. B.  Johannes11,25 LUT. „Nach dem Willen des Ev. Gottesdienstbuches soll dort, wo es üblich ist, das Gedächtnis der Entschlafenen in einem eigenen Früh-, Predigt- oder Vespergottesdienst begangen werden …, es soll aber die Texte des Ewigkeitssonntags keineswegs verdrängen.“ Es wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass auch die Texte des Ewigkeitssonntags für das Totengedenken geeignet sind.

Das Totengedenken bleibt in vielen Landeskirchen der Entscheidung der Kirchengemeinde überlassen. Zumindest mit dem Verlesen der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres – das neue beginnt mit dem folgenden Sonntag, dem ersten Adventssonntag – wird ihrer in den Gottesdiensten gedacht. In vielen Gemeinden werden die Angehörigen der Verstorbenen eigens zu Gottesdiensten auf den  Friedhöfen eingeladen. Das Abendmahl, sofern es an diesem Tag gefeiert wird, hat seinen Platz im morgendlichen Hauptgottesdienst. Zu den verbreiteten Bräuchen gehört es, die Gräber mit Gestecken oder Blumen zu schmücken.

Kirchliche Kreise werben dafür, aus Rücksichtnahme auf den Totensonntag mit der Weihnachtsbeleuchtung und den Weihnachtsmärkten erst in der Woche vor dem 1. Advent zu beginnen.

Der Sonntag der Ökumene

In der römisch-katholischen Kirche wird dieser Sonntag seit der  Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils als  Christkönigssonntag begangen, im altkatholischen Kalender wird dieser „Sonntag vom wiederkommenden Herrn“ genannt. Das Fest betont die Königsherrschaft Christi in Ewigkeit und weist insofern Parallelen zum Ewigkeitssonntag auf. Auch englischsprachige lutherische Kirchen, die dem Revised Common Lectionary folgen, feiern den Christkönigssonntag. Das Totengedenken erfolgt in der katholischen Tradition an Allerseelen.

Das Gedächtnis der Verstorbenen (Allerseelen) feiert die Katholische Kirche am 2. November, dem Tag nach Allerheiligen.

Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag zur Erinnerung an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft.

Aber bei aller Trauer in diesen Tagen im November, sollte uns die Erinnerung nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart nicht mehr zu stellen vermögen.

Wer würde nicht die intensiven Augenblicke seines Lebens gern verlängern. Doch dieser Wunsch nach Dauer bleibt eine Illusion, weil die Zeit befristet ist und unser Leben Grenzen hat. Seine Endlichkeit zu akzeptieren, ist ähnlich schwer, wie der V ersuch, die Ewigkeit zu begreifen: Gibt es wirklich eine unendliche Zeit in der Vergangenheit und Zukunft?

Die Bibel kennt die Ewigkeit nicht als philosophischen Begriff, sondern nur in Verbindung mit dem Schöpfer: Er war vor aller Zeit und wird nach uns sein…!

Christen schöpfen aus der Gewissheit: Weil des Schöpfers (Gottes) Liebe in Zeit und Ewigkeit gilt, kann sie nicht vom Tod begrenzt werden und bleibt in Ewigkeit. Wer in diesem Bewusstsein lebt, wird die Alltagsprioritäten anders setzen und mit manchen Themen und Menschen seines Lebens sorgfältiger, liebevoller und freier umgehen können.

Das Kreuz ist nicht nur das Symbol des Todes, sondern auch das Symbol des Lebens über den Tod hinaus, das uns der Schöpfer schenkt. Darum gehen wir nicht nur auf den Friedhof, um an die Verstorbenen zu denken, sondern auch um uns in der Hoffnung auf ein Wiedersehen in der Ewigkeit zu stärken.

©   Hans-Peter Meyer

Koblenzer Schülerinnen und Schüler übernehmen Patenschaften für 57 Stolpersteine

Auf Initiative von Kultur- und Schuldezernentin Dr. Margit Theis-Scholz, unterstützt durch die Christliche-Jüdische Gesellschaft Koblenz und den Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V., haben zwölf Koblenzer Schulen Patenschaften für Stolpersteine übernommen.

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit den im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der einst in den jeweiligen Häusern und Wohnungen lebenden und dann in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten, vertriebenen oder getöteten Mitbürgerinnen und Mitbürgern jüdischen Glaubens erinnert werden.

Die Schulen nehmen nun an einem durch das Bildungsbüro der Stadtverwaltung Koblenz (Kultur- und Schulverwaltungsamt) organisierten jährlichen Aktionstag in Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November teil. Die Schülerinnen und Schüler führen hierbei eine symbolische Reinigung der in der Nähe ihrer Schule verlegten Stolpersteine durch.

Die Übergabe der entsprechenden Reinigungssets an die teilnehmenden Schulen erfolgte durch Kultur- und Schuldezernentin Dr. Theis-Scholz im Rathaus. Mit den Sets ausgestattet wurden die Grundschule Arenberg, Grundschule Freiherr-vom-Stein, Grundschule Güls, Grundschule Immendorf, Grundschule Pfaffendorf, Grundschule Schenkendorf, Hilda-Gymnasium, Integrierte Gesamtschule Koblenz, Clemens-Brentano-/Overberg Realschule plus Koblenz, Diesterweg-Schule, Bischöfliches Cusanus-Gymnasium und die Dr. Zimmermansche Wirtschaftsschule.

Im Rahmen dieser Übergabe zeichnete Dr. Jürgen Schumacher, der Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz, den anwesenden Schülerinnen und Schülern die Ereignisse um die Novemberpogrome 1938 in Koblenz nach. Walter Baum von der Carl-Benz-Schule berichtete über die Patenschaft für 14 Stolpersteine, welche im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts aus dem Bereich der Berufsfachschule und des Berufsvorbereitungsjahres bereits besteht.

Im Anschluss an die Übergabe der Reinigungssets wurden Schüler der Clemens-Brentano-/Overberg Realschule plus Koblenz zur symbolischen Reinigung der Stolpersteine an der Liebfrauenkirche 11 begleitet.

Kultur- und Schuldezernentin Dr. Theis-Scholz erachtet einen solchen Aktionstag als wichtigen Beitrag für eine lebendige Erinnerungskultur und hofft die Patenschaften im kommenden Jahr noch auf weitere Schulen ausweiten zu können. Sie bedankt sich insbesondere bei der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Koblenz für die Dokumentation zu den schicksalhaften Opferbiographien, welche die Schulen entsprechend in den Unterricht integrieren können.

Die Stolpersteinpatenschaften werden u.a. vom Bildungsbüro Koblenz koordiniert. Das Bildungsbüro Koblenz wurde im Jahr 2017 mit Unterstützung von Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründet. Als Koordinierungsstelle für Bildungsfragen arbeitet das Bildungsbüro Koblenz primär an der Vernetzung von Bildungsangeboten und Bildungsak teuren in Koblenz.

Kulturminister Wolf begrüßt neuen Direktor des Landesmuseums Koblenz

Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf konnte am heutigen Montag bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) den neuen Direktor des Landesmuseums Koblenz in sein neues Amt einführen. 

Prof. Dr. Andreas Schmauder wird zukünftig bei der GDKE die Geschicke des Landesmuseums führen und in Personalunion auch das Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein mit seinen vielfältigen Angeboten  leiten. „Mit Prof. Dr. Schmauder ist es uns gelungen, einen fachlich versierten Experten für die Leitung dieses einmaligen Kulturstandorts zu gewinnen. Ich freue mich sehr, dass das Engagement von Herrn Prof. Schmauder über den Museumsbetrieb hinaus auch die Festung als historischen Ort umfassen wird. Ich verspreche mir davon weitere Synergien bei Ausstellungen, Veranstaltungen und in der kulturellen Bildungsarbeit. Ich wünsche Herrn Schmauder viel Erfolg und Freude bei seiner neuen Aufgabe.“

Der 1966 in Metzingen geborene Historiker für Mittelalterliche und Neuere Geschichte ist spezialisiert auf die vergleichende Landes-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die dem Ausstellungsschwerpunkt des Landesmuseums Koblenz entspricht.  Der Generaldirektor der GDKE, Thomas Metz, bemerkte bei der Vorstellung in der Festung Ehrenbreitstein: „Wir können einen erfahrenen Kollegen in unserem Team begrüßen, dem es bereits in Ravensburg mit dem Aufbau des Museums Humpis-Quartier gelungen ist, Geschichte lebendig zu vermitteln. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und wünsche Herrn Schmauder einen guten Start bei uns in Koblenz.“

Neben seiner Tätigkeit als Direktor des Museums Humpis-Quartier leitete Prof. Schmauder auch das Stadtarchiv der Stadt Ravensburg. Herr Schmauder übernimmt bei der GDKE die Leitung des Landesmuseums Koblenz von Brigitte Schmutzler, die in den Ruhestand getreten war. Die Leitung des Kulturzentrums wird zum ersten Mal in Personalunion mit der Museumsleitung vergeben. Durch die Bündelung der Aufgabenstellungen rund um die Festung soll der Betrieb des Kulturdenkmals weiter optimiert sowie neue Potentiale in den Fokus genommen werden.

Andreas Schmauder freut sich auf seine neue Aufgabe: "Die Festung Ehrenbreitstein als historischer Ort und die Sammlungen des Landesmuseums verkörpern kulturelles Erbe von hohem Rang. An einem solch historischen Ort mit Strahlkraft, zusammen mit einem erfahrenem Team den Besucherinnen und Besuchern große Familienausstellungen, ein Haus der Kulturgeschichte und ein breit gefächertes Angebot an Kulturveranstaltungen ermöglichen zu können, sind für einen leidenschaftlichen Kulturhistoriker optimale Arbeitsvoraussetzungen."

Adventskonzerte der DekanatsKantorei Montabaur

RANSBACH-BAUMBACH / MONTABAUR. Auch in diesem Jahr laden die Dekanatskantorei Montabaur als der Kammerchor des Evangelischen Dekanates Westerwald und die Cappella Taboris als das Soloensemble des Evangelischen Dekanates Westerwald herzlich zu den traditionellen großen Adventskonzerten in zwei Wäller Kirchen ein. Auf dem Programm stehen u. a. die Motette „Also hat Gott die Welt geliebt“ sowie die „Weihnachts-Historie“ von Heinrich Schütz samt der Kantate „Muss nicht der Mensch auf dieser Erden“ von Nicolaus Bruhns. Begleitet werden beide Ensembles durch ein Streichorchester, Flöten und Basso continuo. Die Konzerte finden statt am Dienstag, 11.12. um 20 Uhr in der Evangelischen Kirche an der Kirchstraße in 56235 Ransbach-Baumbach und am 3. Advent, 16.12. um 18.30 Uhr in der Evangelischen Lutherkirche an der Martin-Luther-Straße 1 in 56410 Montabaur. Der Eintritt ist frei, die Gesamtleitung liegt in den Händen von Dekanatskantor Jens Schawaller.

Der Volkstrauertag – Die Geschichte eines Gedenktages

Von Hans-Peter Meyer

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht "befohlene" Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen.

Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde.

1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn "Heldengedenktag". Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.

Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa Zwei Millionen Kriegstoten auf über 827 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung. Das Leitwort ist:

Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen aus Anlass des Volkstrauertages  wird unter dem Begriff „Totengedenken“ immer wieder die nachfolgende Formulierung  gewählt:

Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg,
an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben,
der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer,
die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten,
einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer,
die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben,
und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage,
um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung,
um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte,
die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer,
die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit den Müttern und mit allen, die Leid tragen um die Toten.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt.

Worte - die  angesichts der zahlreichen kriegerischen Konflikte in der ganzen Welt - an Aktualität nie verlieren.

© Hans-Peter Meyer

V I TA des Autors Hans-Peter Meyer:

Hans-Peter Meyer (68)
geboren in Adenau (Eifel),
nach Abschluss einer Verwaltungslehre
viele Jahre Beschäftigter im Öffentlichen Dienst,
nebenher Autor von Zeitungsbeiträgen
verschiedener Art,  auch nachdenklicher Texte
zu aktuellen Themen. Seit 10 Jahren lebt er in Bad Ems.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL