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Fronleichnam und seine Bedeutung

Gedanken zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi

Von Hans-Peter Meyer

Fronleichnam ist ein römisch katholischer Feiertag, der in einigen deutschen Bundesländern gesetzlich als Feiertag festgeschrieben ist.
Das Fronleichnamsfest findet genau zehn Tage nach Pfingsten statt und fällt somit immer auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten.
Den spirituellen Inhalt des Festes kann man bereits über die Etymologie seiner Bezeichnung herausfinden. Das althochdeutsche Wort "fron" steht für "Herr", die Bezeichnung "Leichnam" bedeutet übersetzt so viel wie "Leib". Damit weist bereits der Name auf die zentralen Elemente der Eucharistiefeier hin.

Das Fronleichnamsfest, das den Beinamen "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" trägt, wurde zum erstmals im Jahr 1246 in der Diözese Lüttich fest eingeführt.
Die theologische Grundlage für das Fronleichnamsfest wurde mit dem von 1213-1215 stattfindenden vierten Laterankonzil gelegt, auf dem die Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi, die so genannte Transsubstantiationslehre, offiziell zum Dogma erklärt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war aber an einem Feiertag zu ehren dieses Sakraments noch nicht zu denken.
Dies änderte sich erst durch die Visionen der Augustinerchorfrau Juliana von Lüttich, die seit 1207 im  Kloster Mont Cornillon lebte und dort regelmäßig von ihren Visionen berichtete. In einer dieser Visionen sei ihr Jesus Christus erschienen und habe ihr über ein Gleichnis mitgeteilt, dass es sein Wunsch sei, dass dem Altarssakrament ein eigener Festtag gewidmet werde.
Nach dem Tod der später heilig gesprochenen Juliana im Jahr 1258, setzte ihr Freundin Eva, heute bekannt unter dem Beinamen "die Seelige" , ihr Werk fort. Auf ihr Drängen hin bemühte sich Heinrich von Geldern, der damalige Bischof von Lüttich bei Papst Urban IV um ein entsprechendes Dekret. 1264 kündige Papst Urban IV, der vor der Wahl zum Papst Archidiakon in Lüttich war, in einem Brief an, dass Fronleichnamsfest allgemein einzuführen.
Bedingt wurde diese Einführung durch das so genannte "Blutwunder von Bolsena" aus dem Jahr 1263. Der sich auf Pilgerfahrt nach Rom befindende böhmische Priester Peter von Prag feierte in der nach Christina von Bolsena benannten Kirche Messe. Sein erschütterter Glaube an die Transsubstantiation während der Eucharistiefeier fand neue Festigung, als während der Gabenbereitung aus der Hostie einige Tropfen Blut auf das Tuch, auf dem Kelch und Hostienteller standen, tropften.
Dieses Wunder war für Papst Urban IV der letzte Beweis, den Drängen nach einem Feiertag für das Altarssakrament endgültig nachzugeben. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings der zweite Donnerstag nach Pfingsten als Termin noch nicht festgelegt, dies erfolge erst 1317 durch Papst Johannes XXII.
Das Fronleichnamsfest erfreute sich bei der Bevölkerung relativ schnell einer großen Begeisterung, was vor allem auf die prachtvollen Fronleichnamsprozessionen zurückzuführen ist. Bei diesen Prozessionen trägt der Priester die "Monstranz", in welcher die Hostie verwahrt wird, durch die Straßen, während ihm die Gemeinde folgt. An in der Regel insgesamt vier verschiedenen Altären werden Fürbitten gebetet und Segenssprüche verteilt. Dieser Form der Prozession, die auch heute noch beibehalten wird, lässt sich aufgrund von Zeugnissen bis mindestens auf das Jahr 1273 zurückdatieren, als in Benediktbeuern die erste Fronleichnamsprozession abgehalten wurde. Für das Jahr 1277 ist außerdem die erste Prozession für die Stadt Köln verbrieft.
Konflikte um das Fronleichnamsfest entbrannten während der Reformation im 16. Jahrhundert. Martin Luther war ein entschiedener Gegner des Festes, weil dieses seiner Ansicht nach einer Art Reliquienkult gleichkomme und nicht selten zur Gewinnung von Ablassgeldern genutzt werde.
Die katholische Kirche reagierte auf dem von 1545-1563 tagenden Konzil von Trient, bei dem das Fronleichnamsfest zu einer Art von gegenreformatorischer Machtdemonstration aufgewertet wurde.
Dieser Konflikt führte dazu, dass die Katholiken in bestimmten Gebieten wie z.B. Teilen der USA bis heute auf die Fronleichnamsprozession verzichten, da sie fürchten, dass die Prozession als Provokation aufgefasst werden könnte.

In hiesigen Landen wird Fronleichnam immer noch der alten Tradition entsprechend mit einer Prozession durch die Straßen mit Priester und Monstranz gefeiert, wobei die  katholischen Christen ihre Religion auch in der Öffentlichkeit bekunden können und dies  zur Festigung des Glaubens beitragen soll.

©  Hans-Peter Meyer

Kaffeekonzert FRECHBLECH

MONTABAUR. Mit flotter und beschwingter Musik lud Frechblech, das Soloquintett des Evangelischen Dekanats Westerwald unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller, zu einem frühsommerlichen Kaffeekonzert nach dem Gottesdienst vor der Pauluskirche in Montabaur ein.

Es musizierten Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Basstrompete) und Jens Schawaller (Helikon).

Das nächste Sommerkonzert mit Frechblech findet am Samstag, dem 07.09.2019 um 17 Uhr in der Evangelischen Kirche von Neunkirchen statt.

DR Kongo: Die aktuelle Lage

2. Fachtagung „DR Kongo“ am Samstag, 15. Juni in der Landeszentrale für politische Bildung in Mainz

Zur Fachtagung „DR Kongo“ lädt die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) mit pax christi – Deutsche Sektion e.V. am Samstag, 15. Juni 2019 von 10.00 – 17.30 Uhr nach Mainz ein. Der Eintritt ist frei!
Im Gerty-Spies-Saal (Am Kronberger Hof 6) der LpB wird eine aktuelle Bestandsaufnahme versucht und analysiert, wie es um die Demokratisierung nach den zurückliegenden Wahlen steht.
Die Tagung ist eine Kooperation mit pax christi Rhein-Main Regionalverband Limburg-Mainz, Dialog International e.V. und der DFG-VK Bildungswerk Hessen.

Zum Thema
Vom Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Kongo als Privatbesitz des belgischen Königs mit schlimmsten Gräueltaten ausgeplündert, Millionen Tote waren die Folge extremer Ausbeutung. Und die Geschichte des Kongo ist bis heute von Gewalt und Ausbeutung geprägt. Nach fast 60 Jahren Unabhängigkeit ist die heutige Demokratische Republik Kongo weiter ein verlorenes Land mit enormem Rohstoff-Reichtum, doch leidendem Volk. Opfer seines Reichtums oder seiner politischen Führer?
Die Fachtagung bietet eine Bestandsaufnahme: Demokratisierung, interne und externe Akteure, ein Rückblick auf die Wahlen Ende 2018 und weitere Bereiche. Kurz gesagt, ein Überblick, um die Situation der DR Kongo heute besser zu verstehen.

Konvent der nebenamtlichen Kirchenmusiker*innen


WESTERBURG. Zum ersten Mal fand der gemeinsame Konvent der ehren- und nebenamtlichen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker des Evangelischen Dekanates Westerwald im neuen Karl-Herbert-Haus in Westerburg statt. Damit trafen sich etliche Ehren- und Nebenamtliche der Kirchenmusik aus dem gesamten Kreisgebiet in gemütlicher Runde im Haus der Kirche, um einander zu begegnen und sich sowohl fachlich als auch menschlich auszutauschen. Mit Monika Schlößer als Vorsitzende des Kirchenmusikausschusses des Dekanates führte eine kompetente und hochaktive Musikerin durch den Abend, die bereits auf viele Jahre Erfahrung in dieser Ausschussarbeit zurückblickt. Dekanatskantor Jens Schawaller und Kantorin im Dekanat Eva Maria Mombrei (beide Klavier und Gesang) musizierten im Verlauf des Abends gemeinsam mit den weiteren Ausschussmitgliedern Ricarda Schneider, Dorit Engel, Christiane Löflund-Fries und Thilo Müller (jeweils Gesang) und mit allen Anwesenden aus dem EG Plus Lieder in unterschiedlichen Stilen und Schwierigkeitsgraden. Darüber hinaus stellte Monika Schlößer Eckpunkte zu den Themengebieten Datenschutz und Urheberrecht in der Kirchenmusik vor und diskutierte im Plenum u. a. den Umgang mit der Organisation des aktuellen und zukünftigen Orgelvertretungsbedarfs im Dekanat. Auch wurden Ideen zu einem möglichen Dekanatskirchenmusiktag ausgetauscht und ein Meinungsbild zur aktuell herrschenden Praxis des kirchenmusikalischen Kasualdienstes erstellt, um es an das Propsteikantorat weiterzugeben. Dass dies ein Konvent von besonderer menschlicher und fachlicher Qualität war – darin waren sich alle Beteiligten und Gäste einig, die abends fröhlich nach Hause gingen.

Was ist Pfingsten? Eine verständliche Darstellung der Gaben des Heiligen Geistes.

Pfingsten leitet sich vom griechischen Wort  Pentekoste her, das einen fünfzigsten Tag bezeichnet. Pfingsten ist eines der großen christlichen Feste. Darum wird es in unserem Land zwei Tage hindurch begangen. Es wird fünfzig Tage nach Ostern gefeiert und bezeichnet den Abschluss der Osterzeit. Doch trägt das Pfingstfest  auch eigene Akzente. In ihm lebt, freilich verwandelt, ein im Alten Testament bezeugtes jüdisches Fest weiter: Im Buch Exodus wurde das „Fest der Erstlingsfrüchte von der Weinernte“, als Fest am fünfzigsten Tag bezeichnet, also als Pfingstfest (Ex 34,22). Nach dem Buch Deuteronomium war es auch eines der Wallfahrtsfeste im Laufe des Jahres (vgl. Dt. 6,9-12).

Aufgrund der Ostererfahrung der Christen erhielt das jüdische Pfingstfest, auch Wochenfest“ genannt, eine neue Bedeutung: als die junge Christengemeinde am Pfingstfest versammelt war, wurde sie vom Heiligen Geist erfüllt, so berichtet die Apostelgeschichte im 2. Kapitel. Es erfüllte sich, was der Prophet Joel vorausgesagt hatte: „Ich (Jahwe)…werde von meinem Geiste ausgießen über alles Fleisch…“ Die erste Frucht der Begabung mit dem Heiligen Geist war der Glaube an Jesus, denn, so Paulus, „niemand kann sagen: Herr ist Jesus, außer im Heiligen Geist“ (1. Kor  12,3) Aber auch andere Früchte zeigten sich bei den an Pfingsten Versammelten: Liebe, Freude, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut,  Selbstbeherrschung“ (Gal  5,22 f). Am Pfingstfest ereignete sich darüber hinaus das Sprachenwunder. Die, die den Christen begegneten, hörten sie in ihren eigenen Sprachen reden und verstanden sie – ein Hinweis, dass das Evangelium nun in alle Völker hineingetragen werden soll. Die Kirche ist ja Gottes neues Volk aus Juden und Heiden.

Dass Pfingsten am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert wird, hat seinen Grund zum einen in seiner alttestamentarischen Herkunft und zum anderen darin, dass die vom Evangelisten Lukas  stammenden  Berichte in der Apostelgeschichte von einem zeitlichen  Abstand zischen Ostern und Pfingsten ausgehen. Dies hat zur heutigen Praxis geführt. Sachlich wäre es auch denkbar gewesen, die innere Zusammengehörigkeit des Oster- und Pfingstgeheimnisses stärker zu betonen – Sinne der Texte des Johannesevangeliums. Denn dort schenkt der auferstandene Christus seinen Jüngern den Heiligen Geist bereits bei seiner Begegnung mit ihnen am Abend des „ersten Tages der Woche“ also am Ostertag selbst (Joh  20, 19-23).

Nach dem Bericht des Lukas in der Apostelgeschichte gingen dem Pfingstfest einige Tage voraus, an denen die Jünger Jesu zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, und einige anderen aus der christlichen Urgemeinde zum Gebet versammelt waren (Apg 1, 12-14) An dieses Beten erinnert die bis heute lebendige Praxis der Pfingstnovene. Vor Pfingsten beten Christen neun Tage hindurch um die Gaben des Heiligen Geistes für sich selbst und für die Kirche und die Welt. Seit einiger Zeit kommt in den Gebeten der Pfingstnovene ein ergänzender Akzent zum Tragen: Christen aus den verschiedenen Kirchen und Konfessionen beten um die Einheit der Christenheit.

© Hans-Peter Meyer

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