Sonntag, 17. Januar 2021

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Grandioser Start der HEIMAT EUROPA Filmfestspiele gestern in Simmern

Für Schirmherr Edgar Reitz ist mit den Filmfestspielen im Hunsrück ein Traum in Erfüllung gegangen.

„Endlich wieder LIVE!“ Am gestrigen Sonntagabend feierten die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele als erstes vollwertiges deutsches Filmfestival wieder im echten Leben und mit echten Zuschauern ihre fulminante Eröffnung. Bei weit über 30 Grad konnten Autokinobesucherinnen und -besucher auch außerhalb ihrer Fahrzeuge auf 350 Sitzplätzen vor der Bühne das Programm unter freiem Himmel genießen. „Der ausverkaufte Abend war ein voller Erfolg mit großartiger Stimmung“, resümiert Festspielleiter Urs Spörri. „Mit der Eröffnung der Filmfestspiele ist uns eine Feier des Lebens gelungen, denn gerade in diesen schwierigen Zeiten gilt es der Kultur den Raum zu geben, die sie im Rahmen der Hygienevorkehrungen bekommen muss“, erklärt Urs Spörri.

Der Vorsitzende des ausrichtenden Pro-Winzkinos Wolfgang Stemann ergänzt: „Wir freuen uns über diesen wunderbaren dritten Saal, in dem wir in den kommenden vier Wochen herrliche Kinosommerabende verbringen werden.“

Als Veranstalter der Filmfestspiele betont Stadtbürgermeister Dr. Andreas Nikolay: „Der Stadt Simmern liegt das Lebenswerk unseres Ehrenbürgers Edgar Reitz sehr am Herzen. Wir freuen uns, dass der Stadtrat sich entschlossen hat, das Festival für die nächsten fünf Jahre fest zu unterstützen.“

Der rheinland-pfälzische Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf resümiert: „Simmern, das Pro-­Winzkino, Edgar Reitz und der nimmermüde neue Festspielleiter Urs Spörri beweisen sehr eindrucksvoll, dass in Rheinland­-Pfalz herausragende Kulturereignisse nicht nur in den großen Städten möglich sind!“

Und Schirmherr und Regisseur Edgar Reitz schwärmt: „Mit den HEIMAT EUROPA Filmfestspielen in der Heimat der Heimat  ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen“.

Mit dem Eröffnungsfilm LIVE bewies Regisseurin Lisa Charlotte Friederich hellseherische Fähigkeiten, da sie die Vorkehrungen der Corona-Pandemie mit ihrem vor vier Jahren geschriebenen Drehbuch quasi vorwegnahm. War der Film im Januar bei seiner Weltpremiere noch Science-Fiction, so machte ihn das Jahr 2020 zum Heimatfilm. Regisseurin Lisa Charlotte Friederich, Produzentin Rike Huy und Schauspielerin Tanja von Oertzen waren vor Ort im Pop-up-Autokino Simmern und standen dem begeisterten Festspiel-Publikum Rede und Antwort.

Die Band THE HEIMATDAMISCH, die bekannte Popsongs auf bayerisch-oberkrainer Art neu interpretiert, spielte ihr erstes Live-Konzert seit Februar, was Musiker und Publikum gleichermaßen berührte. Mit ihrer Musik, die Heimat neu denkt und als eigene Kunstform etabliert, erweiterten die Künstler das Thema des Film-Wettbewerbs auf faszinierende Weise und begeisterten die Besucher in Simmern.

Im Laufe des gestrigen Abends ging am Rande der Veranstaltung eine Bombendrohung ein. Nach Auswertung aller Ermittlungsergebnisse der Polizei bestand keine konkrete Gefährdungslage.

Im Rahmenprogramm des Festivals öffnet heute nun die Foto-Ausstellung „Arthaus am Rathaus: VOR DER KLAPPE IST CHAOS - mit Fotografien des Neuen Deutschen Films“. Fotograf Beat Presser wurde bekannt als Kameraassistent und Setfotograf von Werner Herzogs FITZCARRALDO, als er die extravaganten Wutausbrüche von Klaus Kinski dokumentierte und damit „Filmgeschichte fotografierte“. Mit dem Neuen Deutschen Film – den Autorenfilmern der 1960er und 70er Jahre, zu denen Edgar Reitz maßgeblich zählt – hatte Beat Presser stets eine enge Verbindung.  Zuletzt zeigte er seine eindrücklichen Fotografien bei einer umfassenden und vielgelobten Werkschau im Februar 2020 im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Auszüge dieser Ausstellung sind nun in Simmern zu sehen. Beat Presser wird noch bis einschließlich Dienstag 11. August zu Gast in Simmern sein.

In den kommenden vier Wochen gibt es nun jeden Abend Programm pur in Simmern. Die 39 Filme und 28 Live-Konzerte der HEIMAT EUROPA Filmfestspiele, die im Autokino auf dem Platz vor dem Rathaus in Simmern stattfinden, dürfen offiziell auch als Open-Air-Veranstaltungen besucht werden. Kreisverwaltung und Ordnungsamt der Stadt Simmern haben vergangene Woche nochmals die Corona-Auflagen für die Festspiele aktualisiert. Demnach kann das Publikum – außer bei den Vorstellungen ab 22 Uhr, auch auf den insgesamt 350 Stühlen vor der Bühne Platz nehmen. .

Mehr Infos zum Programm  unter: https://www.heimat-europa.com

HEIMAT EUROPA Filmfestspiele finden vom 9. August bis 6. September in Simmern statt. An 29 Tagen werden 39 Filme gezeigt – im Autokino und als das erste „analoge“ Filmfestival deutschlandweit seit Corona. Tickets sind erhältlich bei der Touristinfo und beim Wochenspiegel in Simmern sowie online erhältlich unter:  https://www.heimat-europa.com/ und https://www.pro-winzkino.de

Unterstützer und Förderer: Die HEIMAT EUROPA Filmfestspiele werden veranstaltet von der Stadt Simmern. Ausrichter ist das Pro-Winzkino Simmern. Die Filmfestspiele werden als Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz vom Land Rheinland-Pfalz, der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen sowie von zahlreichen Partnern unterstützt. Hauptsponsoren sind DFH – Deutsche Fertighaus Holding AG, ERO-Gerätebau GmbH, innogy SE, Kreissparkasse Rhein-Hunsrück, Scherer Automobil Holding GmbH & Co. KG und die Volksbank Hunsrück-Nahe eG. Weitere Förderer, Partner und Sponsoren sind: Gelobtes Land – Imagekampagne zur Fachkräftesicherung im Rhein-Hunsrück-Kreis, RPR1., epd film, CulturisSIMmo - Kulturverein der Stadt Simmern/Hunsrück und der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen, Lions Club Hunsrück, Rotary Club Simmern-Hunsrück, ERN Elektrosysteme Rhein-Nahe, Provinzial: Stüber, Schmidt & Hombach, Stadt Kirchberg, Gemeinde Morbach, KulturKino Kaimt, Raiffeissenbank Zeller Land, Stadt Zell/Mosel, Filmfreunde der Lichtspiele Wadern, Café Heimat Morbach, Mondo Del Caffè, LandFrauenverband Rhein-Hunsrück, Hunsrück Classic, Auto.Kult.Kino, Pulligfilm, JWAcoustics, christian schnieders e-Consulting, Simmern attraktiv.

Zur Geschichte der Lahnsteiner Heilig-Geist-Kapelle

Lahnstein. Anlässlich des von den Gremien der Katholischen Pfarrei St. Martin vorgeschlagenen Verkaufs der Heilig-Geist-Kapelle erinnert das Stadtarchiv Lahnstein mit diesem Artikel an die Geschichte des über 800 Jahre alten Kirchengebäudes am Rheinhöhenweg.

Die „Spitalskapelle auf dem Martinsberge“ ist ein flachgedeckter Sakralbau mit halbrundem Chor und Dachreiter. Der dreiachsige Bruchsteinbau stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Viele Details verweisen in die romanische Epoche. Die einstigen Seitenschiffe und Hospitalbauten haben sich nicht erhalten. Der Chorraum wird von je einem rechteckigen Fenster im Norden und im Süden belichtet.

Der heute mittels drei Stufen um 48 cm erhöhte Chorraum ist durch einen Triumphbogen vom rechteckigen Kirchenraum getrennt. Der Kirchenraum ist ca. 11,5 Meter lang und 7 Meter breit und hat rechts und links je drei, an der Westwand zwei romanische Obergadenfenster.

Ein barocker Umbau könnte um 1708 erfolgt sein, da aus diesem Jahr eine päpstliche Ablassurkunde existiert. Im Jahr 1854 ist die Kapelle dem Verfall preisgegeben, 1890 stehen nur noch Mauerreste. Das Türmchen wurde erst bei einer Dacherneuerung 1898 hinzugefügt.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Heilig-Geist-Kapelle in einem Ablassbrief von 1332, ausgestellt in Avignon, aufbewahrt heute im Stadtarchiv Lahnstein. Nach Urkundenlage wurde schon vor 1342 eine Vikarstelle besetzt. 1505 wird ein Hof bei der Heilig-Geist-Kapelle (nicht das Hospital) verkauft. Auch 1575 wird der Hof bei der Heilig-Geist-Kapelle genannt.

Die Kapelle liegt an einer Süßwasserquelle, der schon im 14. Jahrhundert heilende Wirkung nachgesagt wurde, und an der alten Höhenstraße von Oberlahnstein nach dem Erzbachtal (Bergbau seit der Römerzeit), Bad Ems und Nassau. Christian von Stramberg berichtet von der Sage der reichen Regina Waibelung, die nach Liebeskummer ein Aussatzhospital gründete und dort auch Kranke pflegte. Als sie selbst erkrankte, entsprang nach einem Gebet die Quelle und sie gesundete nach Händewaschungen wieder. Die Heilquelle wurde 1972 mit naturbelassenem Granitbecken und Gedenktafel sowie 2018 neu gefasst. Die letzte Innenrenovierung erfolgte im Jahr 2000 durch den „Förderverein zur Erhaltung und Renovierung der katholischen Kirchen und Kapellen der Pfarrei St. Martin“.

Von der alten Einrichtung der Kapelle ist nichts erhalten. Heute ist die Kapelle barock ausgestattet. Der Altar stand ehemals in der Wenzelskapelle. Zwei Altargemälde stammen von 1816 und hingen ehemals in der Pfarrkirche St. Martin. Die Heiligenfiguren Wendelinus, König David und Sebastian sind ebenso barock, während die neugotische Muttergottes eine von Caspar Weis gefertigte Nachbildung der Hallgartener Madonna ist.

Einst führte ein Kreuzweg hoch zur Heilig-Geist-Kapelle, der während der Karwoche begangen wurde und an den heute die Straßenbezeichnung „Auf‘m Charweg“ erinnert. Ältere Mitbürger können sich noch an die Markusprozession (25. April) und an die Bittprozessionen an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt erinnern, die mit einer Heiligen Messe in der Heilig-Geist-Kapelle endeten.

Es geht weiter!

Endlich ist es wieder so weit – die Regelungen des Landes Rheinland-Pfalz und der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) lassen auf der Grundlage eines Schutz- und Hygienekonzeptes der Evangelischen Kirchengemeinde Montabaur generell wieder ein Singen und Spielen zu, das nun so lange Zeit nicht sein durfte. Zwischenzeitlich konnten alle erwachsenen Musikerinnen und Musiker mit Dekanatskantor Jens Schawaller ihre Arbeit unter besonderen Schutzmaßnahmen wieder aufnehmen. Bei den Abstandsregeln z. B. für Sängerinnen und Sängern (3m pro Person in jede Richtung!) stößt selbst die große Lutherkirche sehr schnell an ihre räumliche Kapazitätsgrenze: Deshalb proben die Ensembles des Evangelischen Dekanatskantorates Westerwald Süd bereits seit der letzten Schulwoche vor der Sommerpause mit einer kleinen Unterbrechung in den Sommerferien in Kleingruppen. So sind also die Dekanatskantorei Montabaur, die Cappella Taboris als Instrumentalgruppe, Frechblech und der Orgelunterricht wieder im Gange, das Trio flex and friends folgt projektweise. Bildautorin: Rita Steindorf, Selters

Landtagsabgeordneter Sven Lefkowitz lädt ein: Webkonferenz für Kulturschaffende

Kunst und Kultur in Rheinland-Pfalz stehen in der Corona-Zeit vor große Herausforderungen. Die rheinland-pfälzische Landesregierung unterstützt mit einem 1,5 Millionen Euro starken Kulturpaket die Kulturszene in dieser schwierigen Zeit. Über die verschiedenen Bausteine des 6-Punkte-Programms informiert der Landtagsabgeordnete am Freitag, 21. August 2020, um 17.30 Uhr gemeinsam mit der kulturpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Giorgina Kazungu-Haß, in einer Webkonferenz für Kulturschaffende. „Kunst und Kultur haben einen hohen Stellenwert für unserer Gesellschaft und das gerade in Krisenzeiten. Das gilt auch für unsere ländliche Region. Die Teilhabe an Kunst und Kultur weiter zu ermöglichen liegt mir sehr am Herzen“, so Sven Lefkowitz. Das Informationsangebot richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, Kulturvereine sowie Kultureinrichtungen. Interessierte Kulturschaffende, Bürgerinnen und Bürger können sich per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder unter der Telefonnummer 02631-8739007 zu der Webkonferenz anmelden und erhalten anschließend die Einwahldaten für die Teilnahme per Video oder Telefon.

95. Geburtstag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert Zuckmayer-Preisträger Albrecht Schöne: Leidenschaftliche Sorge um Sprache

„Albrecht Schöne ist einer der herausragenden und angesehensten Literaturwissenschaftler unserer Zeit, der sich große Verdienste um die deutsche Sprache erworben hat. Ich gratuliere dem Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille ganz herzlich zu seinem 95. Geburtstag am 17. Juli“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Albrecht Schöne war bis zu seiner Emeritierung 1990 Professor für Deutsche Literatur an den Universitäten Münster und Göttingen. Das Barock, die Aufklärung und die Weimarer Klassik waren und sind seine Schwerpunkte. Der Goethe-Kenner wurde insbesondere mit seinen Arbeiten zu Goethes Faust weit über sein Fach hinaus bekannt. Für seine prägende Rolle im deutschen Geistesleben wurde er vielfach geehrt, unter anderem auch mit dem Orden "Pour le Mérite".

„Das Markenzeichen von Albrecht Schöne ist seine leidenschaftliche Sorge um Sprache und Literatur. Sein ganzes wissenschaftliches Leben hat er sich für eine präzise, verständliche und lesergerechte Wissenschaftssprache eingesetzt“, betonte die Ministerpräsidentin. Mit seinen Werken habe er vielen Menschen den Zugang zur Literatur erschlossen. Bis heute sei Albrecht Schöne literarisch aktiv. „Für das neue Lebensjahr wünsche ich ihm alles Gute, Gesundheit und weiterhin kreative Schaffenskraft“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

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