Samstag, 23. Oktober 2021

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„Einen Augenblick, Bitte!“

Jeder kennt diesen Hinweis. Wir klopfen an und öffnen die Tür, um bei einem Sachbearbeiter unser Anliegen vorzubringen.

Aber wir sind zu früh, und uns wird bedeutet, noch einen Moment zu warten: „Bitte warten Sie noch einen Augenblick! Sie sind gleich an der Reihe.“
Mit dieser Antwort geben wir uns zufrieden, denn ein Augenblick währt nur kurz, sozusagen von einem Moment zum nächsten. Ja, zuweilen bedeutet er auch so gut wie sofort, wenn etwas „im selben Augenblick“ oder „augenblicklich“ geschieht. Der Augenblick, so verstehen wir ihn, meint in diesem Sinne eine der kürzesten subjektiv empfundene Zeiteinheiten im Alltag.

Jedoch frage ich mich: Reicht es, den „Augen-Blick“ derart auf eine bloße kurze Zeiteinheit zu reduzieren? Tun wir ihm dem Augenblick da nicht Gewalt an? Denn In Wirklichkeit bedeutet es doch sehr viel mehr, wenn wir von dem „Blick der Augen“ sprechen und sich Menschen „in die Augen blicken“. Dann ist mehr gemeint als nur der Ausdruck einer Blickrichtung. Da schwingt mit die Haltung der Ehrlichkeit, der Aufrichtigkeit, der Achtung des Anderen, oft auch der Liebe zueinander.

Ein solcher Augen-Blick kann über ein ganzes Leben entscheiden – dann nämlich, wenn er jene gefüllte Zeit meint, in der sozusagen „die Liebe überspringt“ und das innere Ja zum anderen auf Gegenliebe und Erwiderung stößt. Ein solcher Augenblick ist geschenkte Zeit, erfüllte Zeit, weit mehr als nur eine kurze Zeiteinheit.

Er ist auch der Moment, da gleichsam Erde und Himmel in uns oder zwischen uns verschmelzen und wir uns dem Göttlichen nahe wähnen. Damit erschließt sich uns auch jenes Symbol, dem wir immer wieder im religiösen Bereich begegnen: das „Auge Gottes“, das seine liebende Gegenwart meint. 

Wir dürfen dankbar für alle Momente sein, in denen wir die Erfahrung derartiger schöner und erfüllter Augen-Blicke erfahren haben.

Sie bereichern unser Leben, sie geben ihm Tiefe. Sie lassen sozusagen „den Funken überspringen“.

So verstanden, sollten wir doch froh sein, wenn man uns sagt: „einen Augenblick, bitte!“ Denn dieses Innehalten, dieses kurze Warten, es kann zu einem der dichtesten Momente unseres Lebens werden.

Und die sollten wir nicht verpassen!

Und aus diesem Grund wünschen wir Ihnen deshalb jenes Innehalten des Augen-Blickes, der uns erfüllt und auch tröstet – und uns eine Ahnung davon vermittelt, dass „ein gutes Auge uns begleitet“.

Von daher lassen Sie sich Zeit für den „Augen-Blick“.

Olaf Erdmann

 

 

 

 

Der WERT und die WÜRDE

„Wie soll das nur weitergehen?!“

Wer so denkt, ist dankbar für einen Halt, ein Licht, oft einen Menschen, der ihm beisteht und nicht wegläuft. Wo ihn aber finden? Diese Erfahrung der Getriebenheit und Unruhe, der Sorge und der Verlassenheit, ja zuweilen der Verzweiflung, auf der einen Seite und zugleich die Suche nach Verlässlichkeit, Halt, innerer Heimat auf der anderen Seite bewegt uns mehr, als uns lieb ist. Gibt es keine Brücke, keine Orientierung, die uns Antwort gibt? Oft genug müssen wir leider feststellen: nein – wir sehen keinen Halt. Jedenfalls nicht auf unserer, der menschlichen Ebene. Wo aber dann sonst?

Die Frage in diesen Krisenzeiten ist immer wieder die: Wem können wir vertrauen? Denn wir brauchen für uns selbst immer wieder einen festen, einen verlässlichen Halt, auf den wir bauen können. Gibt es ihn überhaupt in diesem Leben? An der Antwort scheiden sich heute mehr denn je die Geister.

Dabei ist diese Erfahrung des Vertrauens, der Möglichkeit, sich jemandem anzuvertrauen, ganz elementar für unser Leben und seine Entwicklung. Gewiss wird dadurch das Geschehen auf Weltebene so gut wie nicht beeinflusst. Dafür sind wir zu schwach. Aber sehr wohl die des eigenen Lebens. Denn jedes Vertrauen bedeutet ein Du, dem ich mich anvertraue, ein Stück Heimat, oft auch Geborgenheit, aber auch ein riskantes Unterfangen, denn ich liefere mich dem anderen gleichsam auch aus. Umso wichtiger ist es darum, dieses Vertrauensverhältnis zu schützen und zu pflegen. Denn der eigentliche, dauerhafte Schatz in unserem Leben ist jenes „Du“, jener Mensch, dem wir uns unbesorgt anvertrauen können, von dem wir wissen: Er wird mein Vertrauen nie missbrauchen!

Ein solcher Mensch ist wie der biblische Schatz im Acker. Wer ihn findet, verkauft alles und erwirbt den Acker...

Ich wünsche unserer Gesellschaft in diesem Land sehr, dass Ihr Schatz ­im ­Acker Ihr Vertrauen und Ihre Liebe neu verdient. Seien Sie gewiss: Ein solcher Mensch an Ihrer Seite ist mehr wert als der unnütze Reichtum der Milliardäre.

Lernen wir von daher wieder neu die Grundelemente in unserem Land zu schätzen, dass WERT und WÜRDE keine bloßen WORTE bleiben dürfen. Sie sind die Eckpfeiler gelingenden Lebens auf der ganzen Welt!

Olaf Erdmann

Chorverband Rheinland-Pfalz: Kulturpolitische Arbeit künftig im Fokus

Karl Wolff wurde auf dem diesjährigen Verbandstag, der am 27. März erstmals vollständig virtuell und digital durchgeführt wurde, für eine weitere Amtszeit als Präsident des Chorverbands Rheinland-Pfalz bestätigt. Nach über 15 Jahren Arbeit im Präsidium verabschiedeten die Delegierten Mario Siry.

Als Plattform für den regen Austausch der 75 Teilnehmer diente beim Verbandstag 2021, einmal mehr, das Videokonferenzsystem Zoom; alle Abstimmungen, so auch die Neuwahl des geschäftsführenden und erweiterten Präsidiums, erfolgten über die Onlineplattform ‚digitalwahl.org‘.

Bei den turnusgemäß stattfindenden Wahlen wurden Präsident Karl Wolff, Vizepräsidentin Bildung Christel Bieger, Vizepräsident Verwaltung Tobias Hellmann, Verbandsschatzmeister Franz-Jürgen Mörs und Medienreferent Dieter Meyer in ihren Ämtern bestätigt. Bettina Scholl und Marco Herbert standen für die vakante Position der Verbands-Chorleitung zur Wahl, die Marco Herbert mit 9 Stimmen Vorsprung für sich entschied. Seine ebenfalls neu gewählte Stellvertreterin ist Kristin Knautz-Scholl. Nach über 15 Jahren Präsidiumsarbeit hatte, bereits im Vorfeld des Verbandstages, Mario Siry als Vizepräsident Jugend im Chor seinen Rückzug angekündigt. Siry wurde im Rahmen der gegebenen Situation mit herzlichem Dank von Präsident Wolff verabschiedet. Seine Position wird durch die Chorjugend Rheinland-Pfalz neu besetzt.

Kulturpolitische Arbeit im Fokus der kommenden Amtszeit

„Am 20. April werden wir uns mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer treffen, unter anderem wird dort das Kulturfördergesetz thematisiert“, kündigte Karl Wolff, der am vergangenen Donnerstag bereits in seinem Amt als Vizepräsident des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz bestätigt wurde, in seinem Rechenschaftsbericht an. Das Kulturfördergesetz war ebenfalls im letzten Teil der Tagung Gegenstand ausführlicher Diskussion. „Unsere Mitgliedschöre und die Kreis-Chorverbände müssen in einem intensiven Austausch einen Erkenntnisprozess gestalten, um die Frage zu beantworten: Was erwarten wir von einem Kulturfördergesetz?“, so Vizepräsident Tobias Hellmann, der damit die kulturpolitische Arbeit in das Zentrum der neuen Wahlperiode rückte. Er forderte bei aller empfundenen oder vorhandenen mangelnden Wertschätzung der Amateurmusik, wie sie insbesondere in der Corona-Zeit zu Tage getreten sei, einen zweckdienlichen Pragmatismus in dieser Arbeit, warnte vor einem verengten Kulturbegriff.

Was ist Ostern? Eine einfache Darstellung der Passion Christi

Von Hans-Peter Meyer

Mit dem  Palmsonntag beginnt für die Christen in aller Welt die wichtigste Woche des Jahres. In unzähligen und an Verschiedenartigkeiten kaum zu überbietenden Festen, Feiern, Umzügen und Gottesdiensten begehen sie, entweder fröhlich oder nachdenklich, die grundlegenden Ereignisse und Inhalte ihres Glaubens. Dazu kommen die Erinnerungen an die Dramatik der letzten irdischen Lebenstage ihres Glaubensstifters Jesus aus Nazaret (zwischen See Genezareth und Mittelmeer in Israel gelegen). Aber nun der Reihe nach:

Am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, feiern die Christen den Einzug von Jesus in Jerusalem. Er wird dort von den Bewohnern mit Palmzweigen und Huldigungsrufen begeistert begrüßt, obwohl der auf einem jungen Esel reitende Jesus alles andere als eine herrschaftliche Figur darstellt. Aber die Gläubigen sehen in dem Vorgang die Erfüllung einer alten Weissagung, nach der der göttliche Erlöser so in Jerusalem einziehen soll.

Am Gründonnerstag – die Gegner von Jesus haben dafür gesorgt, dass sein Aufenthalt in Jerusalem lebensbedrohlich geworden ist – feiert Jesus mit seinen Jüngern zum letzten Mal ein rituelles Abendessen. So ist es unter frommen Juden in Jerusalem vor dem Passafest üblich gewesen. Während der Mahlzeit nimmt Jesus angesichts seines bevorstehenden Todes, von deinen Jüngern Abschied. Aus diesem Essen entsteht später die Feier des Heiligen Abendmahls bzw. der Heiligen Eucharistie, die zur Mitte des christlichen Gottesdienstes werden.

Am Karfreitag geschieht für die Jünger – und heute noch für alle Christen – das Unfassbare: Jesus wird verhaftet und mit dem Kreuzestod grausamst hingerichtet. In Jesus sehen die Jünger, wie heute die Christenheit, den Abgesandten, den Boten, ja den Sohn Gottes. Dass niedrige Intrigen und menschliche Machenschaften so mit Gott – ungestraft – umgehen können – und das Gott dies zulässt! – stürzt alle in tiefsten Glaubenszweifel. Das Ende der „Jesusbewegung“ sehen sie gekommen und den menschenfreundlichen Gott, den Jesus verkündete, als Irrtum entlarvt!

Doch der Ostersonntagmorgen wischt alle Zweifel, alle Ängste beiseite. Immer mehr von ihnen erzählen  von Begegnungen mit und von Erscheinungen von Jesus, die sie gehabt haben. So wird die Gewissheit geboren, dass Jesus lebt und wirkt. Sie – und nachfolgend alle Christen auf der weiten Welt – erkennen, dass seine Botschaft für alle Zeiten gültig bleibt. Auch wissen  und glauben sie, dass der Tod in jedweder Form für das liebevolle, uns Menschen zugewandte Wirken Gottes in uns und mit uns keine unüberwindbare Barriere mehr darstellt. Ein neuer Abschnitt der Menschheit hat damit begonnen.

Das ist Ostern!

© Hans-Peter Meyer

Religionsgemeinschaften

Staatssekretär Alt: „Ostern und Pessach verantwortungsvoll feiern“

In einer Telefonschalte haben sich Denis Alt, Staatssekretär im für Religionsgemeinschaften zuständigen Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, mit Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Rheinland-Pfalz über die Durchführung der anstehenden Pessach- und Osterfeierlichkeiten ausgetauscht. Auf Grundlage der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung sind Gottesdienste in Präsenz weiterhin unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen möglich.

„Die anstehenden religiösen Feierlichkeiten sind hohe Feste der Glaubensgemeinschaften. Bereits zu Weihnachten und Chanukka haben die Gemeinden bewiesen, dass eine verantwortungsvolle Feier unter strengen Hygieneauflagen auch in Präsenzform möglich ist. So bieten die Kirchen auch in diesen Wochen Streamings und Freiluftveranstaltungen neben den üblichen Formaten in Präsenzform an. Auf große Ansammlungen wird verzichtet“, so Staatssekretär Denis Alt. „Ich halte es für wichtig, dass damit der umsichtige, verantwortungsvolle rheinland-pfälzische Weg auch im Umgang mit den Gottesdiensten fortgesetzt werden kann.“

Die 18. Corona-Bekämpfungsverordnung sieht vor, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften Gottesdienste unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen durchführen dürfen. Gemeinde- und Chorgesang sind nach wie vor nicht möglich. Zwischen aufeinander folgenden Feierlichkeiten ist mindestens eine Stunde Freiraum zum Lüften der Räumlichkeiten vorzusehen. Die Kontaktnachverfolgung muss gewährleistet sein. Gottesdienste, die den Charakter einer größeren Veranstaltung erreichen, sind weiterhin untersagt. In geschlossenen Räumen ist eine medizinische Gesichtsmaske oder eine Maske mit KN95/98- oder FFP2-Standard zu tragen. Von der Maskenpflicht sind religiöse Funktionsträger, wie Geistliche, Lektorinnen und Lektoren oder Vorbeterinnen und Vorbeter etc., ausgenommen.

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