Dienstag, 02. Juni 2020

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Sankt Martin – Erinnerung an einen großen Heiligen…

Von Hans-Peter Meyer

Trotz feuchter Kälte ziehen in diesen Tagen wieder Kinderscharen mit leuchtenden Laternen und eben solchen Augen singend durch die Straßen. Sicherlich haben sich schon viele gefragt woher diese Tradition der Martinszüge wohl kommen mag. Oder ob, und wenn ja welche, es noch weitere althergebrachte Bräuche an Sankt Martin gibt.

Am Martinstag erinnern wir an den Heiligen Martin von Tours. Er wurde Anfang des vierten Jahrhunderts in Ungarn, in dem damals zum römischen Weltreich gehörenden Sabaria geboren. Während seiner Zeit als römischer Legionär nahm er den christlichen Glauben an. Später wurde er Mönch und im Jahre 372 n. Chr. Bischof von Tours. Er verstarb 397 in Candes. Seine Berühmtheit verdankt er folgender Legende:

Es war in einer sehr kalten Nacht. Überall lag hoher Schnee und Eiszapfen hingen von den Bäumen. Der römische Soldat Martin ritt auf seinem Pferde an einen vor Kälte zitternden Bettler heran. Der arme Mann saß im Schnee und hatte keine warme Kleidung. Der Bettler sah zu Martin auf und flehte um Hilfe. Voll von Mitleid teilte Sankt Martin mit seinem Schwert seinen wärmenden Umhang. Die eine Hälfte überließ Martin dem armen frierenden Mann und rettete ihn damit vor dem Tod. Als der Bettler sich bedanken wollte, ritt Martin mit seinem Teil des Umhangs davon.

In alter Zeit hatte der Martini eine sehr hohe Bedeutung und von den etlichen Traditionen haben einige bis in unsere Zeit hinein überlebt. Am elften November endete im Mittelalter das bäuerliche Arbeitsjahr. So wurden die Ernteerträge verkauft und mit den Erlösen der jährliche Pachtzins gezahlt. Es wurde Saatgut für das nächste Jahr und neues Vieh auf den Märkten erstanden. Auf den Schlachtfesten gab es ein fröhliches Feiern, das wir heute noch in der traditionellen Martinsgans oder den Martinswecken, Stutenkerlen und Martinsbrezel  wiederfinden.

Es begann auch die 40tägige Vorweihnachtliche Fastenzeit, an die der heutige Karnevalsbeginn allerdings nur noch sehr schwach zu erinnern vermag.

Die bei uns sehr beliebten Martinsumzüge mit Laternen, großem Martinsfeuer und hoch zu Ross reitenden Sankt Martin finden jedoch erst seit vergleichsweise geringer Zeit statt. Sie haben ihren Ursprung im späten neunzehnten Jahrhundert und verbreiteten sich vom Rheinland aus. Als Höhepunkt der Umzüge wird die Legende des Sankt Martins nachgestellt.

Das Erlebnis eines lodernden Feuers und die leuchtenden Laternen zu einer langen Kette in der Dunkelheit aufgereiht ist für Kinder immer wieder etwas ganz Besonderes.

©  Hans-Peter Meyer

Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz:

Die Gewinner der 19. Langen Nacht des politischen Kurzfilms in Mainz

Drei ausgezeichnete Kurzfilme bei der „Langen Nacht des politischen Kurzfilms“ der Landeszentrale für politische Bildung vorne

Bei der 19. Mainzer Langen Nacht des politischen Kurzfilms bot die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz im und mit dem CinéMayence auch dieses Jahr wieder ein umfangreiches Programm.
Kurzfilmfans lernten neue Kurzfilme kennen und entschieden mit der Jury, welche Filme sich für den Einsatz in der politischen Bildungsarbeit in Rheinland-Pfalz eignen.

Die von der Jury und dem Publikum ausgewählten Filme sind
• die Doku-Animation „Brand“ von Jan Koester und Alexander Lahl über die Reaktionen in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt auf Flüchtlinge, die von der Fachjury auf den ersten Platz und vom Publikum auf den 2. gewählt wurde.
• „ma nouvelle vie européenne“ von Abou Bakar Sidibé und Moritz Siebert, eine essayistische Reflexion über Europas unsichtbare Grenzen und das Filmemachen als Akt der Selbstermächtigung von Abou Bakar Sidibé, der als Flüchtling aus Mali nach Europa kam. Das Publikum stimmte für den ersten Platz, die Jury für den zweiten.
• und der Film „Zombies“ vom kongolesischen Regisseurs und Musikers Baloji, über die fast körperliche Beziehung, die wir zu unseren „Smartphones“ haben. Ein Film über unsere Besessenheit, immer verbunden und ständig ‚eingeschaltet‘ zu sein. Hier waren Jury und Publikum einig: Der dritte Platz.

Unter http://www.cinemayence.de/kurzfilmnacht.html finden sie die weiteren Filme, die in der langen Nacht gezeigt wurden.

Lange Nacht des politischen Kurzfilms der Landeszentrale
Die Lange Nacht des politischen Kurzfilms findet seit 1999 statt. Die Landeszentrale für politische Bildung zeigt ausgewählte Filme der Oberhausener Kurzfilmtage. Das Programm umfasst Filme aus vielen Ländern. Eines haben alle diese Filme gemeinsam: es sind politische Filme.

Immaterielles Kulturerbe: Vier Bewerbungen beim Kulturministerium eingereicht

Gestern endete die Bewerbungsfrist des vierten nationalen Auswahlverfahrens zum Immateriellen Kulturerbe. Derzeit liegen dem zuständigen Kulturministerium vier Bewerbungen aus Rheinland-Pfalz vor. So haben die Deutsche Weinakademie den Antrag „Weinkultur in Deutschland“, der Verkehrsverein Lambrecht und die Heimatfreunde Deidesheim die „Geißbocktradition“ und der Pfälzerwald-Verein die pfälzische „Hüttenkultur“ eingereicht. Die Pirmasenser Schuhproduzenten und die Ausbildungs- und Kompetenzzentren zur Schuhproduktion legten das „Schuhhandwerk“ zur Anerkennung vor.

„Rheinland-Pfalz ist ein reiches Kulturland. Ich freue mich, dass mit vier Bewerbungen eine ordentliche Zahl von spannenden Anträgen eingereicht wurde. Wir werden uns die Bewerbungen genau anschauen und mit Expertinnen und Experten im Land beraten, welche Initiativen gute Aussichten haben durch das nationale Expertenkomitee bei der Deutschen UNESCO-Kommission anerkannt zu werden“, so Kulturminister Konrad Wolf.

Die eingereichten Anträge werden nun durch das Kulturministerium auf Vollständigkeit und formale Richtigkeit der Bewerbungen geprüft. Ein neu eingerichtetes Expertengremium unterstützt hierbei das Fachministerium bei der fachlichen Bewertung der eingereichten Bewerbungen. Auf dieser Grundlage wird entschieden, welche Anträge Mitte April 2020 durch das Land Rheinland-Pfalz an die Deutsche UNESCO-Kommission weitergeleitet werden.

Die Deutsche UNESCO-Kommission führt alle Vorschläge aus den Ländern zu einer Liste zusammen, über welche im nächsten Schritt der Kulturausschuss der Kulturministerkonferenz berät. In dessen Auftrag evaluiert das unabhängige Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission die Anträge. Das Komitee erstellt eine Empfehlungsliste, welche der Bewerbungen in das Bundesweite Verzeichnis aufgenommen werden sollen. Schließlich ist es die Aufgabe der Kulturministerkonferenz und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien von staatlicher Seite die Auswahl zu bestätigen und die Neuaufnahmen öffentlich bekanntzugeben. Dies soll im Februar/März 2021 erfolgen.

Einkehr im November – Eine nachdenkliche Betrachtung zum Herbstmonat

Von Hans-Peter Meyer

Er beginnt wieder -  der Monat November mit seinen zum Nachdenken und zur inneren Einkehr anregenden Feier- und Gedenktagen Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag. Dieser Monat hat ein ganz besonderes Gepräge und bestimmt unsere Empfindungen und Gefühle in besonderem Maße.

Der November ist dazu angetan, Gedanken der Wehmut und Trauer zu wecken. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Natur scheint abzusterben. Am späten Nachmittag senkt sich schon das Dunkel über die Landschaft. Der Wind fegt durch die leeren Straßen….

Im November trauern wir mehr als sonst um liebe Menschen und denken an die Zeit, als wir sie noch bei uns hatten. Wir gehen zu den Gräbern auf die Friedhöfe, zünden entsprechend der Sitte unserer keltischen Vorfahren kleine Lichter an und vieles wird plötzlich wieder gegenwärtig. Kein anderer Monat des Jahres ist so geeignet in uns diese Nachdenklichkeit zu wecken, wie dieser nasse, neblige und windige Monat. An langen Abenden werden Schubladen und Schatullen geöffnet. Wir greifen zu Briefen aus vergilbten Umschlägen. Dann werden wir unruhiger, unsere Gedanken flüchten zu den Dingen, aus denen die Dahingegangenen lauter zu uns sprechen als aus Grab und Stein.

Das Grün und die Blüten der Gräber erinnern trostreich an die Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Zwiegespräche halten wir mit Bildern, aus denen  uns alte und junge Augenpaare ansehen, ernste und auch lachende. Sie blicken beredt auf unser Alltagsleben. Letzte Stunden und Gespräche kommen in Erinnerung, kleine Gesten der Liebe und Zärtlichkeit. Viele Einzelheiten sind ins Gedächtnis eingebrannt, denn liebe Tote kann man nicht vergessen. Wehmut beschleicht uns, weil uns nicht mehr mit den Toten verbindet als die Erinnerung. Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch mit dem Tod konfrontiert – durch den Verlust von Angehörigen und Freunden oder weil eine schwere Krankheit die eigene Sterblichkeit unmittelbar vor Augen führt. Friedhofsbesuche, Grabpflege und Rituale an Trauertagen, wie zum Beispiel an Allerheiligen oder am Totensonntag, können bei der Trauerbewältigung hilfreich sein.  Der Schmerz wird dann leichter, unser Leben ist durch den Alltag mit neuen Aufgaben erfüllt.

Doch wer könnte einen Bruder, eine Schwester vergessen, einen Sohn oder eine Tochter, einen Ehemann oder die Ehefrau, einen Vater, die Mutter, einen vertrauensvollen Freund oder eine Freundin, die so zu unserem Leben gehörten, wie der Wechsel von Tag und Nacht? Wie sollte man aber weiterleben, wenn man nicht vergessen kann? Unsere Erinnerung darf uns nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart und dem „Heute“ nicht mehr zu stellen vermögen. Es ist das ewige Gesetz der Natur: Werden, Vergehen und Werden. Das Große stirbt und das Kleine wächst nach.

Ehrfurcht, Achtung und Respekt vor den Toten sind so alt wie die Welt. Im christlichen Glauben wurzelt aber darüber hinaus die Hoffnung auf das, was uns erwartet, wenn auch wir die letzte Grenze überschritten haben. Niemand geht von uns, er geht nur voraus. Die Gedenktage im November fordern uns zur Selbstbesinnung auf. Stellen wir uns dem Schmerz, weil er notwendig ist, aber verharren wir nicht in ihm.

© Hans-Peter Meyer

FRECHBLECH in Bad Ems

BAD EMS. Am Samstag, dem 19.10. lädt FRECHBLECH, das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald, um 19.00 Uhr zu einem herbstlich-fröhlichen Konzert in die Evangelische Martinskirche, Kirchgasse in 56130 Bad Ems ein.

In dem bewusst heiteren Programm gestaltet das Wäller Ensemble eine frische Herbstmusik, deren Eintritt frei ist.

Es musizieren Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Bariton und Basstrompete) und Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon und Leitung).

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