Sonntag, 17. Januar 2021

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Massive Beschäftigungs- und Umsatzverluste im Gastgewerbe nach Lockdown im November

Wie zu erwarten, brachen mit dem erneuten Lockdown im November 2020 die Beschäftigungs- und Umsatzzahlen im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe drastisch ein. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Umsätze real, also um Preisveränderungen bereinigt, um 71 Prozent unter den Ergebnissen vom November 2019. Nominal bzw. bewertet in jeweiligen Preisen, erreichten die Verluste mit 70 Prozent ein ähnliches Niveau. Deutliche Einbrüche gab es auch bei der Beschäftigtenzahl; diese lag um 26 Prozent unter dem Stand im November 2019.

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Besonders deutlich sind die Einschnitte in der Beherbergung ausgefallen: Die Betriebe erzielten im Vergleich zum November 2019 weniger als 20 Prozent der Umsätze (Rückgang real: minus 82 Prozent). Die Gastronomen, auf die zwei Drittel der Gastgewerbeumsätze entfallen, mussten Einbußen in Höhe von 66 Prozent hinnehmen. Hier waren vor allem Restaurants, Cafés, Eissalons und Imbissstuben vom Lockdown betroffen (minus 65 Prozent). Bei den Caterern und Erbringern von sonstigen Verpflegungsdienstleistungen halbierte sich der Umsatz in etwa (minus 53 Prozent).

Beschäftigung

Die Beschäftigungsverluste belaufen sich auf 26 Prozent; das heißt, jede vierte Stelle im Gastgewerbe ist weggefallen. Besonders betroffen waren die Teilzeitkräfte; deren Zahl reduzierte sich um 34 Prozent. Die Zahl der Vollzeitkräfte nahm gegenüber dem Vorjahresmonat um zwölf Prozent ab.

Vergleich mit April 2020

Die Rückgänge im ersten Lockdown fielen noch gravierender aus. Real lagen die Umsätze im April 2020 gegenüber dem April 2019 um 78 Prozent niedriger. Der Beschäftigungseinbruch belief sich auf 39 Prozent. In der Beherbergung brachen 90 Prozent der Umsätze weg und in der Gastronomie waren es 70 Prozent.

Zeitraum Januar bis November

In den ersten elf Monaten 2020 lagen die Umsätze im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe real 33 Prozent unter den Erlösen des Vorjahreszeitraums (nominal: minus 30 Prozent). Insgesamt waren 14 Prozent weniger Beschäftigte angestellt. Dabei ging die Zahl der Teilzeitkräfte mit 19 Prozent deutlich stärker zurück als die der Vollzeitkräfte (minus 5,2 Prozent).

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei 280 ausgewählten Gastgewerbeunternehmen in Rheinland-Pfalz. Durch das Handelsstatistikgesetz wird die Zahl der zu befragenden Einheiten bundesweit auf höchstens fünf Prozent aller Unternehmen begrenzt. Die Angaben für Filialbetriebe von Hotel- und Restaurantketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten. Da es sich um eine Stichprobenerhebung handelt, liegen keine absoluten Werte sowie Regionalangaben vor.
Durch die Corona-Krise sind die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe wirtschaftlich außerordentlich beeinträchtigt. Da die Durchsetzbarkeit der Meldepflicht in dieser Situation eingeschränkt ist, liegt der Schätzanteil der fehlenden Statistikmeldungen über dem sonst üblichen Maß.

Autor: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Einzelhandelsumsatz auch im November im Plus

Der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz schloss im November 2020 – dem Monat vor dem Lockdown – noch einmal mit positiven Ergebnissen: Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Einzelhandelsumsätze real, also um Preisveränderungen bereinigt, insgesamt um 3,5 Prozent über denen im November 2019. Nominal, also bewertet zu jeweiligen Preisen, stiegen die Erlöse um 4,4 Prozent. In Deutschland betrug der Umsatzanstieg real fünf Prozent (nominal: plus sechs Prozent).

Sowohl der Einzelhandel mit Lebensmitteln als auch der Non-Food-Bereich verzeichnete ein Umsatzplus: Real stieg der Umsatz im Handel mit Lebensmitteln um 1,5 Prozent. Aufgrund erhöhter Nahrungsmittelpreise lag der nominale Zuwachs bei 4,1 Prozent. Im Handel mit Nicht-Lebensmitteln lagen die Umsatzzuwächse real und nominal in etwa gleichauf (plus 4,8 bzw. 4,7 Prozent).

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Einen deutlichen realen Erlösanstieg gab es im umsatzstärksten Bereich „Einzelhandel mit sonstigen Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf“ (plus 18 Prozent). Der am Umsatzanteil gemessene ebenfalls bedeutende Einzelhandel mit sonstigen Gütern, zu denen bspw. Bekleidung, Schuhe und Lederwaren usw. zählen, verzeichnete real Erlösrückgänge (minus 6,2 Prozent). In den weniger umsatzstarken Bereichen „Verlagsprodukte, Sportausrüstungen und Spielwaren“ sowie „Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik“ nahmen die Umsätze um 22 bzw. 17 Prozent zu.

Beschäftigung

Gegenüber dem November 2019 wurden im rheinlandpfälzischen Einzelhandel weniger Beschäftigte registriert (minus 0,7 Prozent; Deutschland: unverändert). Die Zahl der Vollzeit- und Teilzeitstellen entwickelte sich unterschiedlich: Während die Vollzeitkräfte um 0,8 Prozent zulegten, gingen die in Teilzeit Beschäftigten um 1,6 Prozent zurück.

Zeitraum Januar bis November

Von Januar bis November erwirtschaftete der Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein reales Umsatzplus von 4,4 Prozent (nominal: plus 5,7 Prozent). Auch die Beschäftigtenzahlen lagen im Plus: Die Zahl der tätigen Personen stieg in diesem Zeitraum um 0,9 Prozent. Dabei wurden 1,8 Prozent mehr Vollzeitkräfte und 0,4 Prozent mehr Teilzeitkräfte eingestellt.

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei ausgewählten Einzelhandelsunternehmen in Rheinland-Pfalz. Durch das Handelsstatistikgesetz wird die Zahl der zu befragenden Einheiten auf höchstens 8,5 Prozent aller Unternehmen begrenzt. Die Angaben für Filialbetriebe von Einzelhandelsketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten.Die Einzelhandelsmesszahlen werden in fünfjährigem Abstand auf ein neues Basisjahr umgestellt. Ab der Veröffentlichung der Ergebnisse für den Berichtsmonat Januar 2018 beziehen sich alle Daten der Einzelhandelsstatistik nun auf das Basisjahr 2015 (zuvor 2010).

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Meldepflicht:

Arbeitgeber mit mindestens 20 Mitarbeitern müssen schwerbehinderte Menschen beschäftigen Unternehmen müssen bis zum 31.3.2021 ihre Daten an die Arbeitsagentur melden

Arbeitgeber mit durchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Die BA prüft auf gesetzlicher Grundlage, ob die Beschäftigungspflicht erfüllt ist. Arbeitgeber, mit mindestens 20 Arbeitsplätzen müssen der Agentur für Arbeit bis spätestens 31. März 2021 ihre Beschäftigungsdaten anzeigen. Diese Frist kann nicht verlängert werden. Am schnellsten geht es elektronisch.

Kostenlose Software

Um die Anzeige zu erstellen, können Unternehmen und Arbeitgeber die kostenfreie Software IW-Elan nutzen. Diese steht auf der Homepage www.iw-elan.de unter der Rubrik „Download“ zur Verfügung oder kann als CD-ROM unter der Rubrik „Service“ bestellt werden.

Kommen Arbeitgeber der Beschäftigungspflicht nicht nach, ist eine so genannte Ausgleichsabgabe zu zahlen. Diese Abgabe wird auf Grundlage der jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote ermittelt. Falls eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden muss, kann dies ebenso über die Software berechnet werden.

Die Beschäftigungspflicht gilt auch für Unternehmen, die im laufenden Jahr von Kurzarbeit betroffen waren.

Zur Information:

Arbeitgeber, die der Beschäftigungspflicht von schwerbehinderten Menschen nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen.


Diese Abgabe wird nicht pauschal erhoben, sondern ist gestaffelt.

Beschäftigungsquote                                     Höhe der Abgabe je

für Arbeitgeber                                               Monat und unbesetztem

Arbeitsplatz

3 Prozent bis unter 5 Prozent            125,- Euro

2 Prozent bis unter 3 Prozent            220,- Euro

unter 2 Prozent                                              320,- Euro

Regelungen für kleinere Betriebe

Unternehmen mit weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Sie zahlen je Monat 125 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen.

Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt müssen zwei Pflichtplätze besetzen. Sie zahlen 125 Euro, wenn sie weniger als diese beiden Pflichtplätze besetzen, und 220 Euro, wenn weniger als ein Pflichtplatz besetzt ist.

Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss.

Rente auf breiteres Fundament stellen

Zum Vorschlag der Arbeitgeber, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben, erklärt der BDH Bundesverband Rehabilitation e.V.:

„Die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre ist angesichts der unterschiedlichen Belastung verschiedener Berufszweige ungerecht. Zudem ist die Debatte ökonomisch überflüssig, da die Finanzierung der Rente in einem ökonomisch starken Land wie Deutschland in erster Linie von der politischen Bereitschaft abhängt, Lasten gerecht zu verteilen. Nach überwundenem Corona-Schock wird die deutsche Wirtschaft wieder auf einen stabilen Wachstumspfad einschwenken und trotz schrumpfender Erwerbsbevölkerung pro Kopf mehr Wohlstand schaffen. Es wird darauf ankommen, diesen in der Zukunft über einen zukunftsfesten Steuerschlüssel so zu verteilen, dass Rentenempfänger hierzulande eine teilhabegerechte Mindestrente erhalten“, so die Vorsitzende des Sozialverbands, Ilse Müller. Die Finanzierung der Rente über Lohnleistungen sei allein mit Blick auf den technologischen Wandel nicht mehr zeitgemäß und sollte künftig auf ein breiteres Fundament gestellt werden. Es sei Zeit, Kapitaleinkünfte oder Finanztransaktionen in die Finanzierung der Rente einzubeziehen, so die BDH-Vorsitzende.

Industrieproduktion im November gestiegen

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion ist im November 2020 gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Daten lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex ein Prozent über dem Niveau des Vormonats.

In allen drei industriellen Hauptgruppen war der Güterausstoß höher als im Oktober: Die Hersteller von Konsumgütern steigerten ihre Ausbringung um 2,7 Prozent. Der Output der Investitionsgüterindustrie erhöhte sich um 1,8 Prozent. Die Produktion von Vorleistungsgütern lag mit plus 0,2 Prozent nur geringfügig über dem Niveau des Vormonats.

Die Entwicklung in der Vorleistungsgüterindustrie wird durch die Chemiebranche geprägt: Die Chemieindustrie, die die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist, erhöhte ihren Güterausstoß im November leicht um 0,3 Prozent. Ein kräftiges Plus von 4,9 Prozent gab es in der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die zur Investitionsgüterindustrie gehört und gemessen am Umsatz unter den Industriebranchen an zweiter Stelle steht. Im Maschinenbau, der ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie zählt und die drittgrößte Branche ist, stieg die Ausbringung um 2,2 Prozent.

Vergleich zum Vorkrisenniveau

Die preis-, kalender- und saisonbereinigte Industrieproduktion lag im November nach wie vor unter dem Vorkrisenniveau: Der Output war um 3,2 Prozent niedriger als im Februar 2020, als die Corona-Pandemie die wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland noch relativ wenig beeinträchtigte. In der Konsumgüterindustrie lag der Güterausstoß um elf Prozent unter dem Februarwert. Auch in der Vorleistungsgüterindustrie wurde das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht. Die Investitionsgüterproduktion war hingegen im November 2,4 Prozent höher als im Februar. Dazu trug insbesondere die starke Produktionssteigerung in der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie bei, die sich allerdings bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in einer konjunkturellen Schwächephase befand. Der Maschinenbau produzierte im November ebenfalls mehr als im Februar, während der Output der Chemieindustrie weiterhin unter dem Februarniveau blieb.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Beobachtung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat können der Tabelle entnommen werden. Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie einschätzen zu können, werden die Ergebnisse des Berichtsmonats zusätzlich mit denen von Februar 2020 verglichen.  Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)

 

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