Montag, 02. August 2021

Letztes Update:11:29:22 AM GMT

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Mehr als 15 Millionen Euro Soforthilfe ausgezahlt

Anträge können noch gestellt werden

Mehr als 15 Millionen Euro Soforthilfe des Landes wurden bis Montagmittag an Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Ahrweiler ausgezahlt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes, das die Auszahlung als Amtshilfe für den Landkreis Ahrweiler übernommen hat, wurden bislang rund 7.500 Anträge bewilligt.

Von den insgesamt rund 9.700 Anträgen, die seit Start der Aktion Ende vorletzter Woche eingegangen sind, waren rund 1.600, die mehrfach eingereicht wurden. Abzüglich dieser Doubletten ist eine dreistellige Zahl an Anträgen noch in der Bearbeitung. Dabei handelt es sich um Fälle, bei denen Rückfragen und weitere Recherchen erforderlich sind und deren Bearbeitung daher etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Hierzu gehörten beispielsweise Zahlendreher in der IBAN und unklare Adressangaben, aber auch Anträge von Unternehmen und solche aus anderen Landkreisen. Letztere leitet das Statistische Landesamt an die zuständigen Landkreise weiter.

Offensichtlich unbegründet und daher abzulehnen war nur eine mittlere zweistelle Zahl an Anträgen, darunter auch einige wenige, bei denen eine betrügerische Absicht vermutet werden kann. Diese Fälle werden an Polizei und Staatsanwaltschaft weitergegeben.

Anträge können weiterhin gestellt werden. www.statistik.rlp.de/de/soforthilfe

30.07.2021 Kfz-Handel im Mai mit Umsatzplus – Beschäftigung weiterhin im Minus

Im Mai 2021 lagen die Umsätze im rheinland-pfälzischen Kfz-Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kfz) deutlich über denen des Vorjahresmonats. Beim Vergleich mit Mai 2019 zeigt sich jedoch keine Erholung. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems setzen die Kfz-Händler im Mai 2021 real, also um Preisveränderungen bereinigt, 18 Prozent mehr um als im Vorjahresmonat (Deutschland: 21,3 Prozent).

Nominal bzw. einschließlich Preisänderungen, stiegen die Umsätze um 21 Prozent (Deutschland: 23,8 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten reduzierte sich im Vergleich zum Mai 2020 um 1,1 Prozent (Deutschland: minus 1,1 Prozent).

Zu berücksichtigen ist, dass es im Mai 2020 aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu Umsatzrückgängen kam (real minus 26 Prozent). Eine bessere Einordnung ermöglicht die Gegenüberstellung mit den Ergebnissen vom Mai 2019: Im Vergleich zu diesen Werten liegen die Umsätze im Mai 2021 real um 13 Prozent niedriger (nominal: minus zehn Prozent). Der Beschäftigtenstand reduzierte sich gegenüber Mai 2019 um 1,3 Prozent.

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Im Handel mit Kraftwagen lagen die Umsätze um 29 Prozent höher als im Mai 2020. Zuwächse von zehn Prozent erzielte der Bereich „Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen“. Beim Handel mit Kraftwagenteilen und -zubehör lagen die Umsätze leicht unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 0,2 Prozent). Im Vergleich zu Mai 2019 lag der Umsatz beim Handel mit Kraftwagen um 16 Prozent im Minus. Die Umsätze Bereich „Instanthaltung und Reparatur von Kraftwagen“ sanken um 16,7, die im Kraftwagenteilehandel um 5,3 Prozent.

Zeitraum von Januar bis Mai

Gegenüber den ersten fünf Monaten in 2020 nahm der Umsatz real um 8,5 Prozent zu; nominal waren es 10,5 Prozent. Die Beschäftigung lag um 1,7 niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Entwicklung ausgewählter Wirtschaftsbereiche stellen wir auf einer Sonderseite zu den Folgen der Corona-Krise dar.

Die monatliche Kraftfahrzeughandelsstatistik wird im Mixmodell durchgeführt. Dabei werden große Unternehmen in einer Stichprobenerhebung direkt befragt; die Angaben zu den übrigen Unternehmen werden aus Verwaltungsdaten gewonnen. Bei zeitlichen Vergleichen ist der Berichtskreiswechsel im Berichtsmonat Februar 2021 zu beachten. Gleichzeitig ist die Unterteilung der Beschäftigten nach Voll- und Teilzeit entfallen.

Autorin: Marie-Luise Schmittel (Sachgebiet Handel, Gastgewerbe, Dienstleistungen)

Inflationsrate erreicht neuen Höchstwert

Die Teuerungsrate ist im Juli 2021 weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamts in Bad Ems lag der Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz um 3,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995. Im Juni betrug die Inflationsrate 2,3 Prozent.

Veränderungen gegenüber Juli 2020

Ein wesentlicher Grund für die hohe Inflationsrate ist die Mehrwertsteuersenkung im Juli 2020. Die in der Corona-Krise für ein halbes Jahr gesenkte Mehrwertsteuer befindet sich seit Januar 2021 für fast alle Waren und Dienstleistungen wieder auf dem alten Niveau (Ausnahme im Gastronomiebereich). Im Vorjahresvergleich werden die Preise des Berichtsmonats Juli 2021 mit den Preisen von Juli 2020 verglichen, für die der ermäßigte Mehrwertsteuersatz galt. Daraus ergibt sich ein preiserhöhender Effekt, der sich auf die Inflationsrate (also den Vergleich zum Vorjahresmonat) auswirkt. Eine weitere Ursache für den kräftigen Anstieg der Inflationsrate ist die Entwicklung der Energiepreise, die im Juli 2021 um 11,7 Prozent höher waren als ein Jahr zuvor. Für Mineralölprodukte musste im Vergleich zum Vorjahr 28,1 Prozent mehr bezahlt werden. Während sich die Kraftstoffpreise um 23,8 Prozent erhöhten, stiegen die Preise für Heizöl (einschließlich Umlage) um 23,6 Prozent. Gas (einschließlich Umlage) verteuerte sich ebenfalls spürbar (plus 4,9 Prozent). Die Preise für Strom und Fernwärme stiegen um 2,4 bzw. 0,8 Prozent. Billiger wurden dagegen feste Brennstoffe (minus 4,2 Prozent).

Auch bei Nahrungsmitteln mussten die Konsumenten wesentlich tiefer in die Tasche greifen als noch im Jahr zuvor (plus 4,2 Prozent). Besonders stark war der Preisanstieg bei Gemüse (plus 8,8 Prozent; darunter Tomaten plus 14,8 Prozent). Es folgten Speisefette und Speiseöle, für die die Verbraucherinnen und Verbraucher 6,5 Prozent mehr bezahlen mussten als im Vorjahresmonat. Am geringsten fiel die Preissteigerung bei Obst aus (plus 1,3 Prozent). Beispielsweise lagen die Preise für Weintrauben und Äpfel um 8,1 bzw. 2,6 Prozent über dem Niveau von Juli 2020.

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, stieg im Juli ebenfalls. Sie belief sich auf plus 2,6 Prozent nach plus 1,5 Prozent im Juni 2021.

In allen zwölf Abteilungen war das Preisniveau höher als im Vorjahresmonat. Die größten Erhöhungen waren mit einem Plus von 9,3 Prozent im Bereich „Verkehr“ zu verzeichnen, was vor allem auf einen kräftigen Anstieg der Kraftstoffpreise zurückzuführen ist. Größere Preissteigerungen gab es auch in den Bereichen „Bekleidung und Schuhe“ (plus 5,6 Prozent) sowie „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (plus 4,3 Prozent). Am niedrigsten waren die Preisanstiege im Bereich „Gesundheit“ (plus 0,5 Prozent).

Veränderungen gegenüber Juni 2021

Der Verbraucherpreisindex lag im Juli 2021 um 0,9 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Am stärksten fielen die Preiserhöhungen in der Abteilung „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ aus (plus 5,4 Prozent). Es folgt der Bereich „Verkehr“ mit plus 1,4 Prozent. Lediglich in der Abteilung „Bekleidung und Schuhe“ sanken die Preise (minus 2,0 Prozent). In den Bereichen „Post und Telekommunikation“ und „Bildungswesen“ blieben die Preise im Durchschnitt konstant.

Hinweise zur Qualität des Verbraucherpreisindex (VPI) im Juli 2021

Im Juli 2021 kam es bei der Erhebung der Verbraucherpreise zu keinen wesentlichen Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Maßnahmen.

Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 18 Preisermittlerinnen bzw. Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preise von 650 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sogenannte Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des VPI gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem VPI dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. In dieser Pressemitteilung wird die Veränderung des Gesamtindexes ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Juli 2021 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 4. August 2021 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Dr. Melanie Nofz (Referat Unternehmensregister, Verdienste, Preise)

Wirtschaft

Ministerpräsidentin Dreyer/ Wirtschaftsministerin Schmitt: Soforthilfe für vom Hochwasser betroffene Unternehmen

Die Landesregierung stellt für die von der Flutkatastrophe betroffenen Unternehmen Soforthilfe zur Verfügung, um die Räumung und Reinigung zu unterstützen. Dies haben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt bekannt gegeben. Die Höhe der Soforthilfe beträgt 5.000 Euro.

„Das Ausmaß an Zerstörung und Leid im Hochwassergebiet ist schrecklich. Wir haben Tote zu beklagen, viele Menschen haben ihr Zuhause in den Fluten verloren. Existentiell betroffen sind auch viele Unternehmen: Ladenlokale, Werkstätten, landwirtschaftliche Betriebsgüter – vieles ist zerstört. Deswegen hat die Landesregierung heute Soforthilfen für Unternehmen beschlossen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach der Ministerratssitzung. „Die Soforthilfe ist ein erster Schritt, um den Unternehmen kurzfristig Liquidität zur Verfügung zu stellen, unbürokratisch und schnell“, führte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt aus.

Die Soforthilfe wird als Pauschale in Höhe von 5.000 Euro pro Unternehmen ausgezahlt. Anträge werden von den örtlich zuständigen Verwaltungen der Kreise sowie der Stadt Trier entgegengenommen. Die „Soforthilfe Unternehmen“ wird ohne umfangreiche Prüfung gewährt. Es genügt der glaubhafte Nachweis, dass die Betriebsstätte im unmittelbaren Hochwasserschadensgebiet liegt und dass dem Antragsteller oder der Antragstellerin ein Schaden von mindestens 5.000 Euro an dieser Betriebsstätte entstanden ist.

Die Betriebs- bzw. Produktionsstätte muss räumlich getrennt von Wohnbereichen sein. Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich der Angehörigen Freier Berufe und selbstständig Tätigen sowie Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft in den Landkreisen Ahrweiler, Bitburg-Prüm, Mayen-Koblenz, Trier-Saarburg, Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und der Stadt Trier

Parallel arbeitet die Landesregierung an einem Wiederaufbauprogramm für die Unternehmen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen. Der Bund hat hier Unterstützung zugesagt.

 

Bauhauptgewerbe im Mai 2021:

Umsätze steigen, Auftragseingänge gehen zurück

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Mai 2021 höhere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stiegen die Umsätze kalender- und saisonbereinigt um 2,1 Prozent. Dieser positiven Entwicklung stehen deutlich sinkende Auftragseingänge gegenüber. Im Mai gingen zehn Prozent weniger Bestellungen ein als im April.

Trotz des kurzfristigen Rückgangs lag das Ordervolumen im Mai 2021 deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (plus zwölf Prozent). Der baugewerbliche Umsatz fiel um 3,5 Prozent höher aus als im Mai 2020.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Der Nachfragerückgang betrifft die gesamte Baubranche. Sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau gingen im Mai weniger Bestellungen ein als im Vormonat (minus 9,8 bzw. minus elf Prozent). Das Minus im Hochbau ist auf Einbußen in allen drei Teilbereichen zurückzuführen. Im öffentlichen Hochbau verringerte sich das Ordervolumen kräftig um 17 Prozent. Aber auch im Wohnungsbau und im gewerblichen Hochbau waren die Auftragseingänge rückläufig (minus neun bzw. minus 8,6 Prozent).

Im Tiefbau erstreckte sich der Nachfragerückgang ebenfalls über alle drei Teilbereiche. Im gewerblichen sowie im sonstigen öffentlichen Tiefbau schrumpften die Bestellungen mit zweistelliger Rate (minus 19 bzw. minus elf Prozent). Der Straßenbau verzeichnete ein um 5,3 Prozent niedrigeres Ordervolumen als im April.

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Der Hochbau steigerte seine Umsätze im Mai um 1,9 Prozent. Im Tiefbau lagen die bereinigten Erlöse 2,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Von den drei Teilbereichen des Hochbaus wies der öffentliche Hochbau mit plus 3,6 Prozent den größten Anstieg auf. Es folgt der Wohnungsbau mit plus 2,7 Prozent und der gewerbliche Hochbau mit plus 0,9 Prozent. In den drei Teilbereichen des Tiefbaus fiel die Umsatzentwicklung heterogener aus. Während die Erlöse im sonstigen öffentlichen Tiefbau um 4,9 Prozent abnahmen, konnte der gewerbliche Tiefbau ein kräftiges Umsatzplus von elf Prozent und der Straßenbau ein moderates Plus von 2,1 Prozent erwirtschaften.

Trotz dieses Wachstums lag der Umsatz des Tiefbaus weiterhin unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 4,3 Prozent). Der Vorjahresvergleich im Hochbau fällt hingegen positiv aus: Die Erlöse waren im Mai um zwölf Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Moritz Hohlstein (Referat Analysen Wirtschaft)

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