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Großbritannien verlässt am 31. Januar die EU

Rheinland-pfälzische Wirtschaft begrüßt Übergangsphase beim Brexit

Koblenz, 29. Januar 2020. Am kommenden Freitag, 31. Januar verlässt das Vereinigte Königreich offiziell die Europäische Union. Für Unternehmen ändert sich jedoch zunächst nichts, da eine Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020 vereinbart wurde. Bis dahin behandelt die EU das Vereinigte Königreich so, als wäre es weiterhin ein Mitgliedsstaat. Darauf weist die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz hin.

„Die Unternehmen im Land, die Geschäftsbeziehungen nach Großbritannien unterhalten, sind erleichtert, dass es diese Übergangsphase gibt“, kommentiert Volker Scherer, Sprecher International der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. In dieser Zeit werde die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Rahmen des europäischen Binnenmarktes fortgesetzt. So können weiterhin Warensendungen ohne Zollverfahren abgewickelt, Mitarbeiter ohne Formalitäten entsendet und geschäftliche Verträge unverändert umgesetzt werden. „Das erspart den Firmen zwar zunächst eine Umstellung, aber die Unsicherheit hält an, da bis zum Ende der Übergangsphase das Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien neu geregelt werden muss“, erklärt Scherer.

Der Zeitrahmen von weniger als einem Jahr scheint eng bemessen, um die zahlreichen, komplexen Fragen der künftigen Zusammenarbeit zu klären. „Die betroffenen Unternehmen erwarten von Brüssel und London, dass sie möglichst schnell tragfähige Lösungen für den wirtschaftlichen Austausch nach dem Brexit finden“, so Scherer. „Wenn die Zeit nicht reicht, sollte die Übergangsphase verlängert werden, um größeren Schaden für die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu vermeiden“. Wenn bis zum Ende der Übergangsphase keine anderweitigen Vereinbarungen getroffen werden, könnte es doch noch zum befürchteten „harten“ Brexit kommen, also zu einer Trennung ohne Vereinbarungen über das künftige Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien.

Die rheinland-pfälzischen IHKs unterstützen ihre Mitgliedsunternehmen mit aktuellen Informationen und individueller Beratung zum Brexit. So bietet die IHK-Arbeitsgemeinschaft am 10. März 2020 um 11:00 Uhr ein Webinar zu den Auswirkungen des Brexit auf geschäftliche Verträge an. Daneben stehen die IHKs ihren Mitgliedern weiterhin für individuelle Fragen rund um den Brexit zur Verfügung. Die IHK Koblenz hat weitere Informationen auf https://www.ihk-koblenz.de/international/brexit-informationen-aktuelles-ausblick gesammelt und außerdem eine BREXIT-Hotline eingerichtet: Tel. 0261 106 500

Zahl landwirtschaftlicher Betriebe hat sich etwa alle 20 Jahre halbiert

Im Jahr 2019 bewirtschafteten rund 16.800 landwirtschaftliche Betriebe in Rheinland-Pfalz 711.900 Hektar Fläche. Die Zahl der Betriebe bewegt sich damit nach den Ergebnissen der repräsentativ durchgeführten Bodennutzungshaupterhebung auf Vorjahresniveau. Gegenüber dem Jahr 2010 hat die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um 18,3 Prozent abgenommen (minus 3.800 Betriebe).

Langfristig halbierte sich die Zahl der Betriebe in der Vergangenheit etwa alle 20 Jahre; gegenüber 1999, als noch 35.500 auskunftspflichtige Betriebe gezählt wurden, ergibt sich ein Minus von 53 Prozent. In Deutschland bewirtschaften 2019 insgesamt 263.900 Betriebe 16,7 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.

Gegenüber dem Jahr 2010 hat sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche (711.900 Hektar) nur leicht verändert. Durch den langfristigen Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe verdoppelte sich die durchschnittlich bewirtschaftete Fläche je Betrieb in den vergangenen 20 Jahren in Rheinland-Pfalz von 20 Hektar im Jahr 1999 auf aktuell 42 Hektar (2019). Zum Vergleich: Die bundesdeutsche Betriebsgröße 2019 liegt bei rund 63 Hektar. Rheinland-Pfalz rangiert damit im Vergleich zu den anderen Flächenländern im unteren Drittel. Die im Vergleich mit den westdeutschen Flächenländern geringe Fläche je Betrieb ist hauptsächlich auf die hohe Anzahl der Weinbaubetriebe in Rheinland-Pfalz zurückzuführen.

Der stärkste Rückgang im Zeitraum 1999 bis 2019 ist mit 77 Prozent bei den Betrieben mit weniger als fünf Hektar bewirtschafteter Fläche feststellbar (minus 11.800 Betriebe). Sie stellen dennoch auch 2019 mit knapp 21 Prozent noch die größte Betriebsgruppe dar. Bundesweit beträgt der Anteil dieser Betriebe 7,1 Prozent. Der Rückgang um 4,4 Prozent bei den Betrieben in der Größenklasse 50 bis unter 100 Hektar von 2018 auf 2019 ist hauptsächlich auf Betriebsvergrößerungen zurückzuführen, durch die Betriebe in die nächste Größenklasse aufstiegen.

Die langfristige Tendenz hin zu Betrieben mit größerer Flächenausstattung hält an. 1999 bis 2019 ist die Zahl der Betriebe mit 100 Hektar und mehr von 1.200 auf 2.200  angestiegen (plus 75 Prozent).

Die Daten stammen aus der jährlich stattfindenden Bodennutzungshaupterhebung. Befragt wurden rund 6.500 landwirtschaftliche Betriebe mit fünf Hektar und mehr landwirtschaftlich genutzter Fläche bzw. Betriebe, die über bestimmte pflanzliche oder tierische Mindesterzeugungseinheiten verfügten. Die Angaben dieser Betriebe wurden zu einem Landesergebnis hochgerechnet.
Bei den Zeitreihenvergleichen sind Änderungen der unteren Erfassungsgrenzen zu beachten.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

Konjunkturumfrage zum Winter 2019/20

Konjunktur zum Jahreswechsel ohne Schwung

Koblenz, 24. Januar 2020. Die konjunkturelle Dynamik im IHK-Bezirk Koblenz hat sich zum Jahreswechsel annähernd auf dem niedrigen Niveau der Vorumfrage stabilisiert. Nennenswerte Wachstumsimpulse sind derzeit nicht zu erwarten. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz hervor, der sich auf Antworten von rund 380 Unternehmen mit etwa 91.000 Beschäftigten stützt. Danach hellt sich der IHK-Konjunkturklimaindikator – als zusammenfassender Wert der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage – zwar minimal um 2 auf aktuell 110 Punkte auf, ist aber immer noch deutlich von den hohen Werten der vergangenen Jahre entfernt. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage steht zwar mit 28 Punkten noch immer auf einem guten Niveau, verringert sich aber bereits zum fünften Mal in Folge.

„Wie unsere Konjunkturumfrage zeigt, bleiben die wirtschaftlichen Herausforderungen für unsere regionalen Unternehmen weiterhin hoch“, kommentiert Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, die Ergebnisse. „Positiv sollte uns stimmen, dass die Unternehmen trotz dieses Bildes nicht noch pessimistischer in die Zukunft blicken.“

Auch die Investitions- und Beschäftigungspläne deuten derzeit nicht auf eine grundlegende Veränderung der konjunkturellen Situation hin. Zwar plant nach wie vor fast ein Drittel der Unternehmen seine Investitionen im aktuellen Jahr auszubauen, dafür nimmt aber auch bei etwas mehr als einem Fünftel der Unternehmen die Bereitschaft für Investitionen – aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Verunsicherung – weiter ab. Eine Zurückhaltung wird auch bei den Personalabsichten der Unternehmen deutlich: So hält das Beschäftigungswachstum weiter an, erfolgt aber in deutlich kleineren Schritten als zuvor.

Mit Blick auf die Wirtschaftszweige bestätigt sich das konjunkturelle Gesamtbild: Das Baugewerbe ausgenommen, zeigt sich über alle Branchen hinweg eine seitwärts gerichtete Dynamik, etwa auf dem Niveau der Vorumfrage. Zwar haben sich die gegenwärtigen Exporterwartungen der regionalen Industrie wieder etwas positiver entwickelt, dafür wachsen aber die Sorgen um die weiterhin gedämpften Stimmungswerte der einstigen „Konjunkturlokomotive Industrie“.

Lea Malkmus, Referentin für Standortmonitoring und Wirtschaftsdaten bei der IHK Koblenz, erläutert: „Die anhaltend getrübten Konjunkturindikatoren in der Industrie bleiben für die gesamte Region beunruhigend. Insbesondere der aufgrund sinkender Auftragseingänge sehr niedrige Konjunkturklimawert der Investitionsgüterindustrie wirkt bedrohlich.“

Nur leichte Veränderungen zur Vorumfrage zeigen sich auch bei der derzeitigen Wahrnehmung der Konjunkturrisiken. Der Fachkräftemangel stellt auch weiterhin für 58 Prozent der Unternehmen das Hauptrisiko für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung dar. Daneben bleiben – dem Nachlassen einiger globaler Belastungsfaktoren zum Trotz – die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 46 Prozent ein hohes Geschäftsrisiko für die regionalen Unternehmen. Der Inlandsabsatz als wirtschaftliches Risiko nimmt in der Wahrnehmung der Unternehmen leicht ab, befindet sich aber mit 42 Prozent weiter auf hohem Niveau.

„Die zahlreichen wirtschaftlichen Risiken, denen sich unsere Mitgliedsunternehmen ausgesetzt sehen, nehmen eher zu als ab. Für die regionale Wirtschaft bedeutet das nicht nur eine weiterhin andauernde Verunsicherung, sondern auch eine zunehmende Schmälerung ihrer Planungssicherheit. Umso mehr sind die Betriebe auf eine verlässliche Wirtschaftspolitik angewiesen, die positive Akzente setzt und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Region sichert“, so Rössel.

Der vollständige Konjunkturbericht steht auf www.ihk-koblenz.de unter Eingabe der Nummer 4328338 zum Download bereit.

Bauhauptgewerbe im November 2019:

Aufträge und Umsätze niedriger als im Vormonat

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im November 2019 weniger Aufträge und niedrigere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes gingen die Auftragseingänge im Vergleich zum Oktober 2019 – kalender- und saisonbereinigt – um 7,9 Prozent zurück. Der baugewerbliche Umsatz verringerte sich um 3,7 Prozent. Gegenüber den ersten elf Monaten 2018 verbesserte sich das Ordervolumen leicht um 0,8 Prozent, der Umsatz stieg um 8,6 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Oktober 2019 gingen die bereinigten Auftragseingänge im Hochbau kräftig zurück (minus 16,0 Prozent). Im Tiefbau war dagegen nur ein geringer Rückgang zu verzeichnen (minus 0,6 Prozent). Mit Ausnahme des sonstigen öffentlichen Tiefbaus (plus 13,6 Prozent) gab es in allen Bereichen des Bauhauptgewerbes Auftragseinbußen. Die höchsten Rückgänge errechnen sich für den öffentlichen Hochbau sowie den Wohnungsbau (minus 53,8 bzw. minus 17,1 Prozent). Gegenüber den ersten elf Monaten 2018 wurde im Tiefbau eine Zunahme der Auftragseingänge registriert (plus 5,1 Prozent). Im Hochbau ging die Nachfrage dagegen zurück (minus 3,8 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Oktober 2019 verringerten sich die bereinigten Erlöse sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau (minus 5,6 bzw. minus 2,0 Prozent). Am deutlichsten blieben die Umsätze im Wohnungsbau sowie im öffentlichen Hochbau zurück (minus 9,9 bzw. minus 7,3 Prozent). Lediglich im gewerblichen Tiefbau waren die Erlöse höher als im Vormonat (plus 8,3 Prozent). Gegenüber den ersten elf Monaten 2018 zogen die baugewerblichen Umsätze sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau deutlich an (plus 9,6 bzw. plus 7,6 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen Staat, Soziales)

Ausbildungszahlen 2019

Zahl der Ausbildungsverträge im IHK-Bezirk Koblenz weiter auf hohem Niveau

Koblenz, 15. Januar 2020. 5353 Lehrverträge haben die Mitgliedsbetriebe der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz im Ausbildungsjahr 2019 mit jungen Menschen abgeschlossen. Das geht aus den aktuellen Ausbildungszahlen der IHK Koblenz hervor. Durch die weiterhin hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hat sich die Zahl der bei der IHK Koblenz registrierten Ausbildungsverträge seit mehreren Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau eingependelt. Da sich auch hier der mehrjährige Trend fortsetzt und nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden konnten, weist die Statistik ein leichtes Minus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.

„Qualifiziertes Personal wird auf dem Arbeitsmarkt immer rarer. Und wer gute Mitarbeiter benötigt, ist gut beraten, selbst möglichst viele junge Menschen auszubilden“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel und ordnet ein: „Trotz eines leichten Rückgangs war 2019 mit wenigen Ausnahmen ein gutes Lehrstellenjahr für die IHK-Ausbildungsbetriebe.“

In den gewerblich-technischen Berufen der Industrie wurden fast 2.000 Verträge abgeschlossen, ein Plus von etwa 1,8 Prozent. Fast 1.600 Ausbildungsverträge davon wurden allein in den industriellen Metall- und Elektroberufen abgeschlossen. Das unterstreicht die hohe Bedeutung des produzierenden Gewerbes als Arbeitgeber in der Region. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den kaufmännischen Berufen ging um etwa 3 Prozent auf knapp 3.400 Ausbildungsverträge zurück. Erfreulich ist zudem, dass sich eine zunehmende Nachfrage nach dem neuen Berufsbild Kaufmann/Kauffrau für E-Commerce zeigt. Von diesem zukunftsorientierten neuen Berufsbild erhofft sich die IHK weitere Zuwachszahlen.

„Bedauerlich ist aus unserer Sicht, dass die Nachfrage nach den Berufen im Hotel- und Gaststättengewerbe nach wie vor weiter rückläufig ist. Hier wollen wir durch unser IHK-Projekt HOGA NEXT und die IHK-Auszeichnung ‚Hervorragende Ausbildungsbetriebe‘ für die Attraktivität der Ausbildung in der Branche werben und die Betriebe bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden unterstützen“, so Rössel, der zuversichtlich ist, dass die Unternehmen im laufenden Jahr alles daransetzen werden, die hohe Ausbildungsleistung des Jahres 2019 wieder zu erreichen.

Denn nahezu alle Umfragen aus jüngerer Zeit zeigen, dass die Firmen im fehlenden Personal ein Hauptrisiko ihrer weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sehen. „Unsere Mitgliedsunternehmen sind sehr gut aufgestellt und bieten den Schulabgängern eine breite Palette an attraktiven und hochwertigen Ausbildungs- und Karrierechancen. Spätestens mit der Einführung der neuen Abschlussbezeichnungen Bachelor Professional und Master Professional wird deutlich, dass eine duale Berufsausbildung eine dem Studium gleichwertige Alternative darstellt“, so Rössel.

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