Samstag, 04. Juli 2020

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Landwirtschaftszählung 2020 liefert aktuelle Strukturdaten

Landwirtschaftszählung 2020 liefert aktuelle Strukturdaten

Der Startschuss für die Landwirtschaftszählung 2020 ist gefallen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems werden derzeit landesweit alle rund 18.000 landwirtschaftlichen Betriebe von 170 bei den Kommunalverwaltungen eingerichteten Erhebungsstellen angeschrieben. Nur kleine Betriebe, die keine Erfassungsgrenze überschreiten, müssen den Fragenkatalog nicht bearbeiten.

„Seit der letzten Zählung 2010 haben sich die strukturellen Veränderungen im Agrarsektor fortgesetzt. Die Großerhebung findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem rund um die Landwirtschaft kontroverse Diskussionen geführt werden und sich der Sektor in einem Umbruch befindet. Umso wichtiger ist es, mit den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung die aktuelle Situation in der Landwirtschaft faktenbasiert aus erster Hand aufzuzeigen“, so Marcel Hürter, Präsident des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz. Er dankt den Kommunen im Land für die Unterstützung bei dieser Großzählung, die Teil des in weltweit 151 Staaten durchgeführten „Zensus der Agrarstatistik“ ist. Der Stichtag der Erhebung ist der 1. März 2020.

Wie sieht die Zukunft der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft aus? In welchem Maße setzt sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft fort? Wie entwickeln sich die Pachtpreise? Wie viele Arbeitskräfte sind in der Landwirtschaft beschäftigt? Auf diese und andere Fragen sollen die Daten aus der Landwirtschaftszählung Antworten ermöglichen. Dementsprechend umfasst der Fragenkatalog bekannte und in regelmäßigen Abständen erhobene Themen der Agrarstatistik wie den Anbau auf dem Ackerland, die Tierbestände oder die Eigentums- und Pachtverhältnisse in den Betrieben.

Aktuelle Fragen zu Tierwohl und Umweltschutz

Diese allgemeinen Fragen werden in zufällig ausgewählten Betrieben um weitere, aktuelle Fragenstellungen ergänzt, die sich auch auf die Bereiche Klima- und Umweltschutz sowie das Tierwohl in der Landwirtschaft erstrecken. Diese Fragen befassen sich beispielsweise mit Haltungs- und Aufstallungsformen von Rindern, Schweinen und Legehennen oder mit der Lagerung und Ausbringungstechnik von Wirtschaftsdüngern.

Die Landwirtschaftszählung erfolgt, wie alle agrarstatistischen Erhebungen jüngeren Datums, elektronisch. Das Anschreiben enthält daher als wichtigste Information für die auskunftspflichtigen Betriebe die Zugangsdaten für das Online-Meldeverfahren. Eine Meldung auf Papier erfolgt nur in absoluten Ausnahmefällen, etwa einer fehlenden Internetverbindung.

Daten zur Bodennutzung werden, soweit vorhanden, aus dem Flächennachweis, Daten zu den Viehbeständen aus dem Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) übernommen. Rund 85 Prozent der Betriebe profitieren von diesem Rückgriff auf bereits vorhandene Verwaltungsdaten.

Auf der gemeinsamen Internetseite der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder www.landwirtschaftszaehlung2020.de wird umfassend über die Erhebung informiert.

Unterstützung bei der Beantwortung

Um die Betriebe bei der Beantwortung der teils komplexen Fragestellungen oder im Umgang mit dem elektronischen Meldeverfahren zu unterstützen, stehen während der Feldphase die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistischen Landesamts unter der Hotline 02603/71-1140, über agrarstruktur(at)statistik.rlp.de für Auskünfte und Hilfestellungen zur Verfügung.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)