Sonntag, 31. Mai 2020

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Bruttoinlandsprodukt auch im vierten Quartal gesunken

Das preis-, kalender- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt reduzierte sich im vierten Quartal 2019 nach vorläufigen, indikatorgestützten Berechnungen des Statistischen Landesamtes um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum vierten Quartal 2018 schrumpfte die Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz um 2,3 Prozent.

Die negative Gesamtentwicklung wird vor allem durch die schlechte Lage im Verarbeitenden Gewerbe bestimmt. Die Bruttowertschöpfung in diesem Wirtschaftsbereich lag im vierten Quartal um 3,1 Prozent unter dem Wert des Vorquartals. Im Schlussquartal 2019 verzeichneten allerdings auch die anderen Wirtschaftsbereiche Rückgänge. Im Baugewerbe, das allerdings nur einen kleinen Teil zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung beisteuert, nahm die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent gegenüber dem dritten Quartal ab. Die bereinigte Wertschöpfung der Dienstleistungsbereiche verringerte sich um 0,3 Prozent.

Die Umsatzdaten für das Verarbeitende Gewerbe zeigen sowohl für die Investitionsgüterindustrie als auch für die durch Sondereffekte betroffene Konsumgüterindustrie starke Einbußen. Aber auch in der Vorleistungsgüterindustrie sanken die kalender- und saisonbereinigten nominalen Erlöse im vierten Quartal. Die bereinigten Erlöse im Bauhauptgewerbe verringerten sich im Schlussquartal 2019 ebenfalls, und zwar sowohl im Tief- als auch im Hochbau. Dagegen verbuchte das Ausbaugewerbe steigende Umsätze. In den Dienstleistungsbereichen war die Entwicklung der Erlöse sehr heterogen. Positiv entwickelten sich die preisbereinigten Umsätze insbesondere im Großhandel und im Gastgewerbe. Rückgänge verzeichneten dagegen unter anderem der Kfz-Handel und der Bereich „Information und Kommunikation“.

Zum Konjunkturbericht 4. Quartal 2019

Jahresergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt werden vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ berechnet. Die Quartalsergebnisse zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Rheinland-Pfalz beruhen auf einer ökonometrischen Schätzung, bei der die vom Arbeitskreis ermittelten Jahresergebnisse mithilfe von quartalsweise vorliegenden Indikatoren aus den Unternehmensstatistiken (z. B. Umsätze und Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen) auf die Quartale verteilt werden. Weitere Informationen zur Methodik stehen unter http://www.statistik.rlp.de/fileadmin/dokumente/monatshefte/2017/Juni/06-2017-350.pdf zur Verfügung.

Autorin: Dr. Annette Tennstedt (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt)