Donnerstag, 13. August 2020

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Industrieproduktion schrumpft im April um mehr als ein Zehntel

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der wirtschaftlichen Aktivitäten haben im April 2020 zu einem massiven Einbruch der rheinland-pfälzischen Industrieproduktion geführt. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex mit minus 11,8 Prozent um mehr als ein Zehntel unter dem Niveau des Vormonats.

Allerdings waren nicht alle drei industriellen Hauptgruppen gleichermaßen von den Produktionseinbußen betroffen. Mit Abstand am stärksten fiel der Rückgang mit minus 41,6 Prozent in der Investitionsgüterindustrie aus, die besonders unter der nachlassenden Weltkonjunktur und der krisenbedingten Kaufzurückhaltung bei langlebigen Wirtschaftsgütern zu leiden hat. Die Vorleistungsgüterhersteller mussten ihre Produktion wesentlich schwächer drosseln (minus 5,4 Prozent). Währenddessen konnten die Konsumgüterproduzenten ihre Ausbringung sogar um 2,5 Prozent steigern.

Die kräftigen Einbußen in der Investitionsgüterindustrie sind insbesondere auf den Einbruch in der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie zurückzuführen, die gemessen am Umsatz die zweigrößte Industriebranche ist und deren Output im April um 78 Prozent schrumpfte. Aber auch im Maschinenbau, der ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie gehört und unter den Industriebranchen an dritter Stelle steht, gab es massive Produktionseinbußen (minus 36 Prozent). In der Chemieindustrie, der umsatzstärksten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, war der Rückgang hingegen vergleichsweise moderat (minus 3,7 Prozent).

Die Industrieproduktion lag im April 2020 mit minus 25 Prozent um ein Viertel unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Dazu leistete die Investitionsgüterindustrie einen entscheidenden Beitrag, da sich ihre Ausbringung um fast 60 Prozent reduzierte. Die Kraftwagen- und Kraftwagenteileproduktion schrumpfte um mehr als 90 Prozent. Aber auch der Maschinenbau produzierte nur etwa halb so viel wie im Vorjahresmonat. In der Vorleistungsgüter- und in der Konsumgüterproduktion sank der Output jeweils um 11,1 Prozent.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)